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Per Rad auf Pilgertour

Das "Mönchsweg"-Symbol dient als Wegweiser

jd. Harsefeld. Auf den Spuren der Missionare: Der "Mönchsweg" soll die Elbe-Weser-Region für Pedalritter erschließen.

Beim Pilgern in die Pedale treten: Das Radtouristik-Angebot in der Region soll im kommenden Jahr um eine "religiöse" Komponente erweitert werden. "Mönchsweg" wird die neue Fahrradroute heißen, die dann quer durch das Elbe-Weser-Dreieck von Bremen bis zur Elbfähre bei Wischhafen verläuft. Historisch bedeutsame und sehenswerte Kirchen dienen als Wegmarken auf der rund 200 Kilometer langen Strecke. Pfingsten 2014 soll der Pilger-Radweg fertig sein. Die offizielle Eröffnung wird in Harsefeld stattfinden. Die Ruinen des dortigen Benediktinerklosters bilden dafür den passenden Rahmen.

Die Idee, einen Radfernweg für pilgernde Pedalritter zu schaffen, hat einen historischen Hintergrund: Vor mehr als tausend Jahren zogen Mönche in den hohen Norden, um die heidnischen Sachsen, Slawen und Dänen zum christlichen Glauben zu bekehren. Wer den "Mönchsweg" entlangradelt, begibt sich auf die Spuren dieser mittelalterlichen Missionare.

Radler, die über genügend Zeit und Kondition verfügen, können die Tour jenseits der Elbe fortsetzen. In Schleswig-Holstein besteht der "Mönchsweg" bereits seit sechs Jahren und wird von Fahrradtouristen gut angenommen. So gut, dass sich die Dänen dem Pilger-Projekt angeschlossen haben: Seit 2011 führt die Radroute als "Munkevejen" bis in die alte Wikingerstadt Roskilde.

"Der Erfolg bei unseren nördlichen Nachbarn hat uns ermutigt, die Route nun in südlicher Richtung fortzuführen" erklärt Tourismus-Expertin May-Britt Müller. Die Leiterin des Harsefelder Stadtmarketings koordiniert das Radwege-Projekt in der Region zwischen Elbe und Weser. Nach ihren Angaben sind daran neben dem Land Bremen drei niedersächsische Landkreise, 29 Kommunen sowie 24 Kirchengemeinden beteiligt.

Wie in Schleswig-Holstein sollen für die Drahtesel-Pilger die Kirchen entlang der Route offen stehen. "Es geht nicht nur um die Besichtigung", meint die Marketing-Frau: "Die Gotteshäuser dienen als Orte der Einkehr, der Ruhe und der Besinnung."

Für die Umsetzung des Projektes sind Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro veranschlagt. Davon werden 75 Prozent durch EU-Fördermittel finanziert. Das Geld wird für den Druck von Flyern sowie für das Anbringen von Wegweisern und Infotafeln mit dem "Mönchsweg"-Symbol verwendet. Der Bau neuer Wege ist nicht vorgesehen. "Unser Radfernweg verläuft auf den Trassen bereits vorhandener Radler-Routen", erläutert Müller. Außerdem sei die Herausgabe einer Radwanderkarte geplant.

Derzeit arbeitet die Projektgruppe um Müller an der künftigen touristischen Vermarktung des "Mönchsweges". So sollen ein Gastgeber-Verzeichnis und ein Prospekt mit Pauschalangeboten erstellt werden. Auch ein "Radpilgerpass" darf nicht fehlen: In dem Heftchen können die Radler ihre einzelnen (Tages-) Etappen abstempeln lassen.