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So ist das Leben auf einem Bauernhof

Stress ist für die Kühe von Martin Hinrich Vogt ein Fremdwort. Die Rindviecher des Ahlerstedter Junglandwirtes gehen den ganzen Tag über ihren Lieblingsbeschäftigungen Fressen, Dösen und Wiederkäuen nach.
 
Besucher haben in Ahlerstedt die Gelegenheit, einen modernen Kuhstall zu besichtigen
(jd). Einblicke in den Alltag auf dem Lande: Auf dem landesweiten "Tag des offenen Hofes" informieren Landwirte über ihre Arbeit.
Die Bauern sorgen sich um ihr Image: Schlagworte wie Massentierhaltung oder Überdüngung bestimmen zunehmend die öffentliche Meinung. Doch wie sieht es in einem modernen landwirtschaftlichen Betrieb tatsächlich aus? Und wie leben die Tiere dort? Antworten auf diese Fragen wird es am kommenden Sonntag, 15. Juni, geben: Zum "Tag des offenen Hofes" sperren die niedersächsischen Landwirte ihre Stalltore weit auf, um Besuchern Einblicke in den Alltag und in die Arbeitsabläufe auf einem Bauernhof zu geben. Einer der landesweit rund 80 Betriebe, die bei der Aktion des Landvolks mitmachen, ist der Milchviehbetrieb der Familie Vogt in Ahlerstedt. Dort gibt es einem supermodernen Kuhstall zu bestaunen.

"Transparenz ist in der Landwirtschaft mittlerweile ganz wichtig", meint Hans Martin Vogt, der gemeinsam mit seinem Sohn Martin Hinrich den Hof bewirtschaftet. Die beiden möchten, dass sich die Verbraucher selbst ein Bild davon machen können, wie die Milch erzeugt wird. "Die moderne Landwirtschaft wird allzu gern verteufelt", so Vogt: Er lädt dazu ein, sich ausführlich darüber zu informieren, wie die Tiere in seinem Betrieb gehalten werden. Der Landwirt hofft auch, mit Kritikern ins Gespräch zu kommen, um diese über die Erfordernisse einer wirtschaftlichen Betriebsführung aufzuklären.

Für die Familie Vogt ist der Neubau des Kuhstalls eine wichtige Investition in die Zukunft. Mit dem Prinzip des sogenannten "freien Kuhverkehrs", das ganz auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichtet ist, zählt der Vogtsche Hof zu den innovativsten Betrieben im Kreis Stade. "Die Kühe entscheiden selbst, wann sie zum Melkroboter gehen, wann sie den Futtertrog aufsuchen und wann sie sich in die Box legen", erläutert Junior Martin Hinrich.

Beim "Tag des offenen Hofes" bekommen die Besucher den neuesten Stand der Technik zu sehen: Ein Mikrochip am Hals der Kuh registriert nicht nur, wann sie gemolken wird, sondern auch, wann sie frisst oder wiederkäut. Ein Computer speichert alle wichtigen Daten. "Am Monitor habe ich den vollen Überblick über die Milchleistung und den Gesundheitszustand jeder Kuh", erläutert Martin Hinrich Vogt. Das Melken per Roboter bedeute allerdings nicht, dass es im Stall nichts mehr zu tun gebe: So werde alle zwei Stunden das Futter nachgeschoben.

Wer ganz genau erfahren will, wie der Tagesablauf auf dem Vogtschen Hof aussieht, sollte sich am kommenden Sonntag auf den Weg nach Ahlerstedt machen. "Wir freuen uns auch über Familien, die den Tag für einen Sonntagsausflug aufs Land nutzen möchten", ergänzt Ehefrau Irene Vogt. Mit den Kindern ein paar Stunden in ländlicher Atmosphäre zu verbringen, sei doch toll. Es werde sogar eine Hüpfburg aufgebaut. Außerdem lockt das benachbarte "Seminarhaus Stücken" mit einer kunsthandwerklichen Ausstellung. Gezeigt werden kreative Arbeiten, die bei verschiedenen Kursen entstanden sind.

• Der "Tag des offenen Hofes" wird am Sonntag, 15. Juni, zwischen 10 und 16 Uhr ausgerichtet.
Im Landkreis Stade beteiligen sich folgende Betriebe:
Hof Vogt in Ahlerstedt, Großer Damm 33; Hof Rathjens in Oldendorf, Blumenthaler Weg 2; Bio-Energie Geest in Apensen, Grundoldendorf 50
• Infos: tag-des-offenen-hofes-niedersachsen.de