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Trotz wiederholtem Baustellenchaos - Niedersachsen lehnt Verkehrskoordinator ab

Für Pendler oft Alltag: Stau und Behinderungen im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen und Hamburg (Foto: Foto: PRILL Mediendesign / fotolia)
mi. Landkreis. Für Hamburg-Pendler - gerade auch aus den Landkreisen Harburg und Stade - ist es immer wieder der gleiche Ärger: Weil sich die Bundesländer Niedersachsen und Hamburg bei ihren Baumaßnahmen nur unzureichend abstimmen, kommt es zu Behinderungen und Staus. Um das Problem zu lösen, hat Hamburg jüngst eine Stelle für Verkehrskoordination geschaffen. Niedersachsen wird darauf wohl weiter verzichten.
Es ist Pendler-Alltag im Grenzgebiet Hamburg/Niedersachsen: Ausgerechnet die Straße, die für eine Baustelle als Umleitung dienen soll, wird ebenfalls durch eine Baumaßnahme blockiert. Absprache zwischen Land und Stadtstaat - Fehlanzeige. Das Ergebnis: Stau und Behinderungen. Wer auf die Bahn umsteigt, erlebt eine böse Überraschung, auch hier wird gebaut - „ein Schienenersatzverkehr“ ist eingerichtet.
Im Kreistag des Landkreises Harburg sprachen sich jüngst alle Fraktionen dafür aus, den „Verkehrsdialog“, ein überregionales Treffen mit dem Ziel, Baumaßnahmen in der Metropolregion Hamburg besser aufeinander abzustimmen, wiederzubeleben. Hier sei schon viel erreicht worden, so Landrat Rainer Rempe (CDU). Der Landrat stellte allerdings auch klar, dass man von der Landesregierung mehr Engagement erwarte. Damit spielte Rempe vor allem auf die Schaffung der Stelle eines Verkehrskoordinators auch für Niedersachsen an.
Doch die Forderung Rempes wird nach WOCHENBLATT-Informationen wohl weiter auf taube Ohren stoßen. Stefan Wittke, Pressestellenleiter im von Olaf Lies (SPD) geführten Verkehrsministerium, teilte auf WOCHENBLATT-Anfrage mit: Niedersachsen könne sich mit der Idee eines Verkehrskoordinators nicht anfreunden. „Es mag Verbesserungsbedarf geben, hier könne aber ein Baustellenkoordinator nicht helfen“, sagte der Pressestellenleiter. Demnach schlage das Ministerium ein jährliches Treffen der Fachleute vor, an denen auch die Minister und Senatoren teilnehmen. „Dann könnten die anstehenden Dinge beraten und auch gleich entschieden werden.“
Dass diese Ansicht in den betroffenen Landkreisen Stade und Harburg unpopulär ist, zeigt nicht nur die Forderung des Landrats des Landkreises Harburg. Auch Michael Roesberg, Landrat des Landkreises Stade, kritisiert die Haltung Hannovers: Roesberg: „Die Gleichgültigkeit, die das Verkehrsministerium gegenüber unseren speziellen Verkehrsproblemen als unmittelbare Nachbarn der Metropole Hamburg an den Tag legt, ist erschreckend. Wir werden einfach hängen gelassen! Im Übrigen ist die Entscheidung gegen den Verkehrskoordinator ein Musterbeispiel dafür, dass sich Hannover um unseren Landesteil zu wenig kümmert.“ Selbst in Olaf Lies`eigener Partei scheint der Verzicht auf die Schaffung einer Koordinationsstelle umstritten. So kündigte die SPD-Landtagsabgeordnete für den Landkreis Stade, Petra Tiemann, an, auch Niedersachsen werde einen Baustellenkoordination nach Hamburger Vorbild schaffen. Dem erteilte das Ministerium jetzt allerdings eine Absage.