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Höper: "Jetzt nimmt das Schicksal seinen Lauf!" - Hanstedt hat wegen Famila Klage eingereicht!

Verzögert sich der Traum vom Famila-Markt in Jesteburg um bis zu zwei Jahre? (Foto: oh)
 
Jesteburgs Samtgemeindebürgermeister Hans-Heinrich Höper: "Wir sind auf eine Klage gut vorbereitet"

Hanstedt lässt Jesteburger "Famila"-Bebauungsplan gerichtlich überprüfen / Auch Ramelsloh auf dem Prüfstand.

mum. Jesteburg/Hanstedt. Jetzt macht Hanstedt Nägel mit Köpfen! Bürgermeister Olaf Muus bestätigte auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass Hanstedt eine Klage gegen die Famila-Ansiedlung in Jesteburg beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingereicht hat. Nach intensiver Prüfung der Begründung des Bebauungsplanes "Am Brettbach", unter maßgeblicher Begleitung eines versierten Hamburger Fachanwaltes, werde nun ein Normenkontrollverfahren eingeleitet, so der Samtgemeinde-Bürgermeister und Gemeindedirektor. Diese Vorgehensweise werde im Übrigen einhellig von allen Fraktionen und Gruppen im Rat der Samtgemeinde und Gemeinde Hanstedt gebilligt.
Auch an anderer Stelle lässt Hanstedt die Muskeln spielen. Gegen die Pläne der Gemeinde Seevetal zur Erweiterung von Edeka-Knolle in Ramelsloh auf 3.000 Quadratmeter und der dortigen Ansiedlung eines Aldi-Marktes (1.000 Quadratmeter) hat die Samtgemeinde Hanstedt Einwendungen vorgetragen. Eine Klage ist auch hier nicht ausgeschlossen.
Muus geht davon aus, dass die Klageeinreichung das Verhältnis zwischen Hanstedt und Jesteburg belaste. Aber man arbeite an so vielen Stellen Hand in Hand mit Jesteburg, sodass man auch zukünftig einen professionellen Weg des Miteinanders finden werde.
"Ich hätte mir gewünscht, dass Jesteburg eher die Initiative zu Gesprächen sucht und nicht erst dann, wenn mit dem Beschluss des Bebauungsplanes vollendete Tatsachen geschaffen wurden", so Muus. In der Sache gehe es nicht darum, dass sich Hanstedt gegen einen weiteren Vollsortimenter in Jesteburg stelle. "Es gibt nun einmal allgemeingültige städtebauliche Spielregeln, die nach Beurteilung Hanstedts und auch der Industrie- und Handelskammer nicht eingehalten wurden", so Muus. Dazu gehöre unter anderem, dass ein Vollsortimenter in der angestrebten Größe nicht in ein Grundzentrum wie Jesteburg gehöre, da dessen Sogwirkung weit über die Grenzen Jesteburgs hinausreiche.
"Für die Kunden mag das im ersten Moment ein tolles Angebot sein, wenn man nicht mehr nach Buchholz oder Winsen zu Famila fahren muss", erklärt Muus. "Aber man möge sich die Auswirkungen auf die zurzeit noch vorhandenen kleinen und mittleren, inhabergeführten Geschäfte ausmalen, die gegen die Fleischerei oder die Buch- und Zeitschriftenabteilungen von Famila konkurrieren müssen."
Genau diese Regelung für Grundzentren sei im aktuellen Entwurf des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms für den Landkreis Harburg aufgenommen worden.
"Mein Ziel und das der Politik ist es, unsere örtlichen, vielfältigen Geschäftsstrukturen möglichst zu erhalten und Rahmenbedingungen zu schaffen, die Neuansiedlungen eine realistische Chance bieten. Denn genau diese Vielfalt macht doch den Charme unserer Dörfer aus“, so Muus.
"Das ist für uns als Schützen keine gute Nachricht", sagt Norbert Viedt. Er gehört als Schriftführer dem Vorstandsteam des Jesteburger Schützenvereins an. Er gehe davon aus, dass, so lange die Klage nicht abgeschlossen ist, die Bauarbeiten am neuen Schützenhaus ruhen. "Jetzt ist Stillstand angesagt."
Jesteburgs Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper sieht der Klage entspannt entgegen: "Wir sind auf eine Klage gut vorbereitet. Hanstedt hofft vielleicht, dass Famila aufgibt. Das Gegenteil ist der Fall. Das Unternehmen steht zu dem Vorhaben." Höper vermutet, dass zwischen sechs Monate und zwei Jahren vergehen können, bis die Bauarbeiten beginnen. "Solange das Normenkontrollverfahren nicht abgeschlossen ist, wird der Landkreis auch keine Baugenehmigung aussprechen", so Höper. "Jetzt nimmt das Schicksal seinen Lauf", sagt der Samtgemeinde-Bürgermeister.