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Klares Signal! CDU setzt auf Famila

Geht es nach der CDU, gibt es vorerst keine Entwicklung auf dem Areal am Sandbarg

Aber: Britta Witte möchte Tür für Osterberg offen halten.


mum. Jesteburg. Die Jesteburger CDU hat sich während einer Klausurtagung mit dem Für und Wider der Einzelhandelsprojekte „Famila auf dem ehemaligen Festhallengelände“ und „Sandbarg-Center“ befasst. Das Fazit fasst Britta Witte, Fraktionsvorsitzende der CDU, zusammen: „Wir setzen nach wie vor auf Famila als hochwertigen Vollsortimenter und halten das Festhallen-Areal aufgrund seiner Nähe zu allen Sporteinrichtungen, Schulen, zu den bestehenden und künftigen Wohngebieten sowie seiner guten Anbindung an Straße und ÖPNV für den besten Standort in Jesteburg. Außerdem würden wir bei realistischer Betrachtung nur dort die für unseren Ort so dringend benötigte Nahversorgung in Kürze erreichen können.“
Ausführlich habe man sich mit dem vorgestellten Alternativ-Projekt des Architekten Ulrich Salvers und des Investors May & Co. befasst. „Wir sind uns einig, dass diese Idee zwar auf den ersten Blick einen gewissen Charme hat, jedoch mit so vielen unbekannten oder noch zu belegenden Größen und Annahmen arbeitet, dass bestenfalls langfristig in zehn bis 20 Jahren mit einer Realisierung zu rechnen wäre“, so die CDU-Vorsitzende Heide Nemitz.
Die wichtigsten Widersprüche erkennt die CDU bei den Aussagen der Planer zum Landesraumordnungsprogramm. Dieses werde weder mit dem Standort (Integrationsgebot) noch mit der geplanten Größenordnung von über 6.000 Quadratmeter Verkaufsfläche (Kongruenzgebot) eingehalten. „Entgegen der Aussagen ist der Ankauf bei mindestens zwei Grundeigentümern keinesfalls gesichert“, so Witte weiter. „Eine Erschließung kann nur mit Hilfe einer Straße entlang der Bahnlinie gesichert werden, eine Anbindung an die Landesstraße nur durch den Abriss des Jesteburger Hofes erreicht werden.“ Laut Aussage der Planer sei man sich mit der Hoteliers-Familie bereits einig und die Finanzierung der Straße werde zu 75 Prozent über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert. „Beide Aussagen wurden uns nicht bestätigt.“
„Wir stehen zu den Verträgen, die zwischen der Gemeinde und Famila bestehen. Auf Grundlage des Gerichtsurteils und der nun gültigen Änderung der Landesraumordnung haben wir den Bebauungsplan angepasst und einen Vorentwurf mit den Trägern öffentlicher Belange besprochen. Am 31. Mai werden die Ergebnisse im Bauausschuss vorgestellt“, so Witte. Nach der öffentlichen Auslegung könnte der Bebauungsplan nach der Sommerpause verabschiedet werden. Parallel läuft bereits ein neuer Bauantrag von Famila“, so Witte.
Eine endgültige Absage zu Planungen für den Osterberg will die CDU zum jetzigen Zeitpunkt jedoch trotzdem nicht erteilen. Sie sieht durchaus die langfristigen Entwicklungschancen für dieses Gebiet, sowohl im Bereich der Wohnbebauung als auch für den Einzelhandel. Eine Kernentlastungsstraße - dann aber bereits vom Gewerbegebiet entlang der Bahnlinie bis zur Bahnbrücke - favorisierte die CDU schon vor 15 Jahren.
• Wie schnell die Ansiedlung eines Famila-Marktes umgesetzt werden kann, zeigt ein Blick nach Stade. In der neuen Heidesiedlung Riensförde soll bereits im Frühjahr 2018 ein Markt des Unternehmen eröffnen. Laut Famila-Sprecherin Bärbel Hammer ist eine Verkaufsfläche von 3.000 Quadratmetern geplant. Famila will 60 bis 70 neue Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit schaffen. Das Unternehmen rechnet mit einer Investitionssumme von etwa neun Millionen Euro.