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„Mehr Sensibilität erwartet“ - Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper kritisiert FDP-Chef Philipp-Alexander Wagner

Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper
 
FDP-Chef Philipp-Alexander Wagner
mum. Jesteburg. „Ich war entsetzt, dass Herr Wagner ohne vorherige Prüfung der Sachlage die Unterbringung von Flüchtlingen in der Festhalle in Erwägung zieht“, so Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper. FDP-Chef Philipp-Alexander Wagner habe sich bei der Verwaltung nach der Situation der Festhalle erkundigt. „Das ist völlig in Ordnung und er hat auch eine Antwort erhalten. „Gerade bei einem solchem Thema hätte ich allerdings mehr Sensibilität erwartet. Offensichtlich hat er nicht die Antwort abgewartet, sondern ist gleich an die Presse gegangen.“ Wagner hatte vorige Woche im WOCHENBLATT angeregt, die alte Festhalle nicht abzureißen. „Wenn wir jetzt die baulichen Reserven der Gemeinde vernichten, werden wir möglicherweise kurzfristig schlechtere und erheblich teurere Alternativen als Unterbringungsmöglichkeiten anschaffen müssen“, so Wagner.
Höper hat nun auf der Internetseite der Samtgemeinde (www.jesteburg.de) Bilder von der Festhalle eingestellt. „Jetzt kann sich jeder einen Eindruck verschaffen, ob dort Flüchtlinge untergebracht werden können“, so der Verwaltungschef. „Ich habe andere Wertvorstellungen von einer menschenwürdigen Unterbringung und würde mich schämen, wenn man in solchen Einrichtungen Flüchtlinge unterbringen wollte.“
„Die FDP hat nie vorgeschlagen, dass Flüchtlinge im jetzigen Zustand der Halle dort einziehen sollen. Vielmehr möchte ich wissen, ob in der Schützenhalle mit vertretbaren finanziellen Mitteln eine Unterbringung von Flüchtlingen über diesen Winter erreicht werden kann“, so der FDP-Chef.
Hintergrund des Vorschlags sei, dass Jesteburg diesen Winter noch erheblich mehr Flüchtlinge, teilweise werde von bis zu weiteren 200 Personen gesprochen, unterbringen muss. „Ich sehe auf uns das Problem zukommen, dass wir nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten haben, die auch menschenwürdig sind.“ Eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingen in der Halle am Sandbarg werde nicht ausreichen. Höper hatte Mitte Oktober im WOCHENBLATT angekündigt, dass der Abriss der Schützenhalle vorbereitet wird. „Wenn wir uns die Möglichkeit der ehemaligen Schützenhalle nehmen, dann sollten wir sicher sein, dass wir andere und menschenwürdige Alternativen haben.“ Zum Einwand, dass man noch Geld in eine Halle stecken müsste, die später abgerissen wird, entgegnet Wagner: „Geld werden wir für jede weitere Unterkunft investieren müssen. Die Frage ist nur, was kosten die Alternativen?“ Zu den Fotos im Internet entgegnet Wagner: „Fotos von einer desolaten Halle ersetzen keine ergebnisoffene Prüfung und die steht nach meiner Kenntnis weiterhin aus.“

Kommentar

Der Zustand der Festhalle ist peinlich für Jesteburg!
Verwaltungschef Höper ist entsetzt, dass FDP-Chef Wagner in Erwägung zieht, Flüchtlinge in der alten Schützenhalle unterzubringen. Den katastrophalen Zustand der Halle dokumentiert der Samtgemeinde-Bürgermeister mit Bildern, die allerdings Fragen aufwerfen. Hätte die Verwaltung nicht verhindern müssen, dass Vandalen das Gebäude so stark verwüsten? Wer ist für die Zerstörungswut verantwortlich? Wer hat seine Aufsichtspflicht vernachlässigt?
Sind die Schützen verantwortlich, die sich von der Gemeinde jetzt für 1.527.500 Millionen Euro einen neuen Prachtbau finanzieren lassen und sich einen feuchten Kehricht scheren, was aus ihrem einstigen Domizil wird? Oder die Jesteburger Verwaltung? Tatsache ist, dass vor nicht einmal zweieinhalb Jahren die Festhalle noch so gut instand war, um dort mit allen Honoratioren zu feiern.
Es passt ins Bild, dass die Verwaltung erst das völlig verschmutze Außengelände (Kühlschränke rotteten unter freiem Himmel vor sich hin) durch den Bauhof aufräumen ließ, als das WOCHENBLATT auf den Miss-Stand hinwies.
Vor dem Hintergrund dringend benötigter Unterkünfte, ist es traurig, dass ein Gebäude dem Verfall so hemmungslos preisgegeben wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Abriss geplant ist oder nicht.
Sascha Mummenhoff

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