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Kindergärtnerinnen mit Kohle ködern

Michael Meyer (CDU) (Foto: archiv)

Einzigartiger Vorstoß: Geest-Gemeinde will Stipendien für Erzieher ausloben

tp. Himmelpforten. Darf eine Kommune Personal mit einem Stipendium locken? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Jugend- und Sozialausschuss der Gemeinde Himmelpforten nach einem kreativen, in der Region wohl einzigartigen Vorstoß des CDU-Ratspolitikers Michael Meyer (46).

Wie berichtet, hatte der Fraktions-Chef die Verwaltung entsprechend Möglichkeiten prüfen lassen, um den drohenden Personal-Engpass bei Erzieherinnen in den öffentlichen Kindergärten, Krippen und im Hort gegenzusteuern. Nun steht fest: Die Gemeinde darf den "Kohle-Köder" auswerfen, es gelten aber strenge Spielregeln. Die Politik meldet weiteren Beratungsbedarf.

"Ich hatte es kürzlich nach einem schwierig verlaufenen Erzieher-Einstellungsgespräch spontan im Verwaltungsausschuss angeregt", sagt Michael Meyer. Seine clevere Idee: Nach dem Vorbild vieler Arbeitgebern aus der freien Wirtschaft, leistet die politische Gemeinde Extra-Lohnzahlungen an Azubis. Bestimmt ein willkommenes Zubrot für angehende Erzieherinnen, die während der vierjährigen Ausbildung nur schmal vergütetet werden. Im Gegenzug bindet sich der Stipendiat anschließend für einige Jahre an den kommunalen Arbeitgeber.

Die erste Prüfung durch die Samtgemeindeverwaltung habe ergeben, "dass das nicht geht", so Michael Meier, von Beruf Banker. "Doch ich wollte den Gedanken nicht aufgeben."

Einem gemeinsamen Antrag der CDU und der SPD folgend, recherchierte die Verwaltung weiter: Zur jüngsten Sitzung des Fachausschusses präsentierte die Personalverantwortliche, Erste Samtgemeinderätin Ute Kück, eine ergänzende Tischvorlage, nach der doch Chancen für das Stipendium bestehen: Wegen der offenbar auch andernorts bestehenden Dringlichkeit befasst sich in Kürze die Geschäftsführerkonferenz der Vereinigung Kommunaler Arbeitergeberverbände (VKA) mit der „übertariflichen Förderung von schulisch Ausgebildeten“, z.B. Erzieherinnen.

Parallel dazu könne eine Kommune einen Antrag auf Zustimmung zur Leistung von über- bzw. außertariflichen Zahlungen beim Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) sowie beim Innenministerium stellen. In diesem Antrag muss laut Kücks Erkundigung "sehr detailliert und überzeugend dargelegt werden, warum die Kommune besondere berechtigte Sorge hat, entsprechendes Personal für einen Bereich zu finden und nur durch Leistung eines Stipendiums oder Ähnliches die Wahrscheinlichkeit erhöht werden könnte". Es müssten „sehr gute Gründe“ vorliegen, die eine Genehmigung der Gewährung von weiteren Zahlungen - in welcher Form auch immer - nach sich ziehen könnte.

Im Ausschuss verständigte man sich darauf, den voraussichtlich Anfang Juli vorliegenden Bericht der VKA abzuwarten. "Ich denke, wir sind auf einem richtigen Weg", Michael Meyer ist erleichtert, dass sich seine Beharrlichkeit wohl schon bald buchstäblich auszahlen wird.