Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

„Ein Tick zu viel“

Fast fertig: Endlich, nach Monaten der Verspätung, wird Der Kreisverkehr in Nenndorf fertig gestellt. Der Gewerbeverein will nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen

Vom Kreiselbau in Nenndorf betroffene Betriebe sollten bei Eröffnung fürs Gratis-Catering sorgen

mi. Nenndorf. Der Kreisel in Nenndorf ist endlich fertig. Am Donnerstag, 28. August, von 16 bis 18 Uhr wird das Bauwerk gemeinsam mit Landrat Joachim Bordt und Vertretern der Gemeinde Rosengarten eröffnet. Die Feier ist öffentlich und es soll ein kleines Rahmenprogramm geben.
Den Feierlichkeiten fern bleiben werden aber wohl viele Gewerbetreibende. Hintergrund: Für viele Betriebe und Geschäfte an der B75, die direkt von den Bauarbeiten betroffen waren, ist deren Ende in erster Linie ein Grund zum Aufatmen. Sie freuen sich, für ihre Kunden endlich wieder uneingeschränkt erreichbar zu seien. Zum gemeinsamen Feiern mit dem Landkreis ist ihnen aber weniger zumute, wie der Gewerbeverein Rosengarten jetzt in einem Rundschreiben mitteilte.
Hintergrund: Im Zuge der Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier animierte der Landkreis Harburg die Unternehmen, sich und ihr Gewerbe bei der Veranstaltung zu präsentieren und gleichzeitig die Besucher mit Speis und Trank zu verwöhnen.
Das sah man bei den Unternehmen aber ein bisschen anders. Viele Firmen hätten während des Kreiselbaues sehr gelitten: Keine Parkplätze, weniger Durchgangsverkehr und vor allem eine um mehrere Monate verlängerte Bauzeit hätten ihren Umsatz stark belastet. Der Vorschlag des Kreises, diese betroffenen Betriebe sollten jetzt auch noch die Feierlichkeiten ausrichten, sei den Unternehmen daher „ein Tick zu viel“, kommentiert der Gewerbeverein Rosengarten den Landkreis-Vorschlag in einem Schreiben an seine Mitglieder.
Konsequent: Die Gewerbevereinsmitglieder lehnten den Vorschlag aus dem Kreishaus auf einer außerordentlichen Versammlung einstimmig ab. Auch der Gewerbeverein selbst werde aus Solidarität mit seinen Mitgliedern keinen Infostand für die Veranstaltung ausrichten.
Die Gastronomiebetriebe um den Kreisel herum seien aber gerne bereit, für die Feierlichkeiten ein Angebot für ein bezahltes Catering abzugeben, teilte der Vorstand den Verantwortlichen im Kreishaus mit.
Der Vorstand bekräftigte auch, dass Mitgliedsunternehmen, die bereits zugesagt haben, ihr Unternehmen am Kreisel vorzustellen, dieser Weg weiterhin offen stehe. Sie werden gebeten, sich direkt an die Gemeinde oder den Kreis zu wenden.

Kommentar

(K)ein zynischer Scherz

Warum eigentlich nicht das Catering zur Eröffnungsfeier des Nenndorfer Kreisverkehrs von den Gewerbetreibenden vor Ort bezahlen lassen? Der Kreisel war schließlich mit rund 700.000 Euro teuer genug. Und auf dem Schild an der Dauerbaustelle stand auch klipp und klar: „Wir bauen für Sie“. Da kann man doch ein bisschen Dankbarkeit erwarten. Was hier wie ein zynischer Scherz klingt, meint man im Kreishaus offenbar ernst. Ein krönender Schlusspunkt für ein Dauerbauprojekt, das Autofahrer um den Verstand und einige Betriebe fast um die Existenz gebracht hat. Mitja Schrader