Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Baubeginn in 2020?

Projektmanager Jörg Ruschmeyer steht vor dem Gasthaus "Zum Hundertjährigen". Er möchte so schnell wie möglich mit der sanierung beginnen Fotos: Sulzyc
 
Ein Sturm hat das Dach der Scheune, die zum denkmalgeschützten Gasthaus-Ensemble gehört, beschädigt

"Zum Hundertjährigen": Investor will loslegen. Der Planentwurf der Gemeinde für den Ortskern Hittfeld birgt aber Konfliktpotentia

l

ts. Hittfeld.
Die Arbeiten zum Erhalt des leer stehenden Gasthauses "Zum Hundertjährigen" werden voraussichtlich im Jahr 2020 beginnen. Das Bebauungsplanverfahren erfordere diese Zeit. Das sagte Seevetals Bauamtsleiter Gerd Rexrodt dem Wochenblatt.
Projektmanager Jörg Ruschmeyer von dem Investor May & Co. Wohn- und Gewerbebauten aus Itzehoe möchte zwar möglichst schon in 2019 starten. Aber immerhin hat der Seevetaler Planungsausschuss das Vorhaben jetzt mit seinem einstimmigen Beschluss, den Bebauungsplan für die Überplanung des Ortskerns von Hittfeld aufzustellen, einen Schritt voran gebracht.
Seine Pläne hat Jörg Ruschmeyer bereits im Mai 2017 präsentiert. Was seitdem so viel Zeit gekostet hat, ist die nicht einfache Suche der Gemeindeverwaltung nach Lösungen für die Entwässerung und die Regelung des Verkehrs. "Es sind Projekte innerhalb eines Projekts zu regeln", sagte Planungsamtsleiter Fred Patzwaldt den Fraktionen im Planungsausschuss.
Mittlerweile haben die Planer den Geltungsbereich des Bebauungsplans ausgedehnt. Mit dem Umbau der Einmündung Harburger Straße/Jesteburger Straße soll der komplette Knoten einschließlich der Anbindung der Straße Hittfelder Quelle (früher: Eddelsener Straße) neu gestaltet werden.
Eine zumindest in Deutschland ungewöhnliche Radweglösung könnte bei der Öffentlichkeitsbeteiligung im Bebauungsplanverfahren zu Bedenken führen: Die Gemeinde will auf etwa 250 bis 300 Meter Länge an der Jesteburger Straße einen Radweg mit Gegenverkehr schaffen. Radfahrer hätten so freie Fahrt, müssten nicht auf die andere Fahrbahnseite wechseln.
Allerdings: Die Bundesanstalt für Straßenwesen empfiehlt, solche Zwei-Richtungs-Radwege möglichst zu vermeiden. Sie böten ein hohes Gefahrenpotenzial, weil weder die Rad- noch die Autofahrer in Einmündungen und auf Kreuzungen auf Begegnungen von links und rechts eingestellt seien, argumentiert die Bundesanstalt.
"Ich bewundere den Mut, einen Radweg zu bauen, der nicht gebaut werden darf", sagte deshalb auch Gerd Otto Kruse (Die Grünen). Die Gemeinde wird die Genehmigungsbehörden davon überzeugen müssen, dass der Zwei-Richtungs-Radweg sichererer sei als das Wechseln der Straßenseite.
Gegen den vorgesehenen Neubau der Harburger Straße auf gesamter Länge, damit ein Platz für Gastronomie am "Hundertjährigen" entstehen kann, könnten sich Anwohner wehren. Die Gemeinde will einen Kanal zur Entwässerung des Oberflächenwassers schaffen. Deshalb wird sie Anliegerbeiträge erheben, mindestens auf einem Teilabschnitt der Harburger Straße. Voraussichtlich mit 75 Prozent werden sich die betroffenen Anlieger an den Kosten beteiligen müssen.
Jörg Ruschmeyer hofft auf ein zügiges Verfahren. Er deutet auf ein Loch in dem Reetdach der Scheune, das von einem Sturm herrührt. "Der bauliche Zustand verschlechtert sich", sagt er. Scheune, das Gasthaus von 1707 und eine Destille bilden ein denkmalgeschütztes Ensemble.