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Tankstellenraub in Stade: Mutige Oma gibt dem Dieb Pfeffer

Renate H. lehrte den Täter das Fürchten (Foto: tp)

"Geld her!" Da sprüht Renate H.* (63) den Gauner in die Flucht / Schon der dritte Überfall

tp. Stade. Dreimal brüllt der Täter „Geld her!“ und lässt dabei bedrohlich die Messerklinge blitzen. „Mit mir nicht“, denkt sich die resolute Tankstellenverkäuferin Renate H.* (63) und schlägt den dreisten Ganoven, der am Freitagmorgen die Oil!-Tankstelle an der Harburger Straße in Stade überfällt, mit einem Hub Pfefferspray in die Flucht.

„Als er seine Ladung abbekommen hatte, zog er ohne Beute Leine“, sagt die couragierte Seniorin, und wundert sich im Nachhinein selbst über ihren Mut. Denn der ca. 20 bis 25 Jahre alte Gangster, der sich um 5.38 Uhr kurz nach Ladenöffnung in die Tankstelle schlich, wirkte Angst einflößend: Nur mit einem Auge blickte er durch das Loch in der dunklen Sturmhaube, die er sich kurz vor der Attacke feige über den Kopf gezogen hatte.

„Zum Glück habe ich immer mein Pfefferspray parat“, sagt Oma Renate, die die hinter dem Tresen deponierte Dose blitzschnell griff und dem bewaffneten Gauner direkt vor das Loch der Maske hielt und ihn in eine Tränengaswolke hüllte. Er habe vor Schmerz geschrien und sei „in Richtung Bahnhof getürmt“. An mehr kann sich Renate H. nicht erinnern. „Es ging ja alles ganz schnell.“

Die gelernte Einzelhandelskauffrau, die den Job vor zwei Jahren in der Tankstelle ihres Bruders Uwe Grossmann (53) antrat, hat nach eigenem Bekunden fast damit gerechnet: In den vergangenen drei Jahren ereigneten sich dort bereits drei Überfälle.

Jetzt macht Renate H. erstmal Urlaub bei einer Freundin in Kappeln an der Schlei. An ihren Arbeitsplatz wird sie danach ohne Furcht zurückkehren: „Ich lass‘ mir doch nichts gefallen!“ Sie habe in ihrem Leben schon Schlimmeres durchstanden, ihre drei Töchter, die ihr insgesamt sechs Enkelkinder schenkten, alleine großgezogen. Für ihre Enkel ist sie eine Heldin: „Omi, gegen dich hat das Böse keine Chance.“

*Name v.d. Redaktion gekürzt