Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Schlechte Markierung und Enge

ACE-Profi Pascal Kasch bemängelt einen Papierkorb, der im Parkhaus "Am Sande" in einer Kurve steht
 
Carola von Salzen bemängelt die Knappheit an Familienparkplätzen in der Anlage "Am Sande"

Parkhaus-Check des Autoclubs: Parkpalette am Bahnhof schneidet am schlechtesten ab

tp. Stade. Zwei Mal die Bestnote "gut", drei Mal "befriedigend" vergab der Auto Club Europa beim großen Parkhaus-Check in der Kreisstadt Stade. Am schlechtesten schnitt die städtische Parkpalette am Bahnhof mit 67 von erreichbaren 150 Punkten ab. In den Sparten Kundenfreundlichkeit/Sicherheit/Helligkeit verteilten die ACE-Experten Eckhard Peter (75) und Pascal Kasch (43) gleich mehrfach die schlechteste Note "Mangelhaft". Hier Überblick:

• Parkpalette am Bahnhof, 67 Punkte, gerade noch "befriedigend": Bemängelt wurden steile Rampen, schmale Fahrbahnen, das dunkle Treppenhaus, schlechte Kennzeichnung der Fuß- und Fluchtwege, fehlendes Personal vor Ort und fehlende Information über die Belegung der 540 Stellplätze. Und: "Im Treppenhaus riecht es streng nach Urin", kritisiert Pascal Kasch. Dass die Anlage im Gesamtergebnis ein knappes "befriedigend", erhielt, liegt an dem reichlichen Angebot an Frauen- und Behindertenparkplätzen und den Öffnungszeiten rund um die Uhr.

• Parkhaus "Kaufland, 88 Punkte, "befriedigend": Pluspunkte gab es für "sehr gute" Verkehrsführung, helle Wände und die ständige Präsenz von Ansprechpartnern vor Ort. "Gut" kam das 520 Stellplätze umfassende Parkhaus bei der Bauausführung der Ein- und Ausfahrt und bei der Beleuchtung weg. Nachbesserungsbedarf meldet der ACE etwa bei der Anzahl der Notruftasten und bei der Stellplatznummerierung.

• Parkhaus "Rathaus, 90 Punkte, "Befriedigend": Die Einzelnote "sehr gut" verteilte die ACE-Experten unter anderem bei der Beschilderung, der Lichtdurchflutung durch Fenster und der Sauberkeit. Schlecht kam die Anlage u. a. bei der Weg-Markierung und der Belegungs-Information weg.

• Parkhaus "Am Sande", 99 Punkte, "gut": Positiv bewerteten die ACE-Profis den einfachen Zugang zum Aufzug, die Präsenz eines Ansprechpartners vor Ort und die Treppenhausbreite. Schlechte Noten bekam die Anlage, die über 450 Stellplätze verfügt, wegen ihrer engen Fahrbahnen und der abgenutzten Wege-Markierung.
Beim WOCHENBLATT-Ortstermin im Parkhaus "Am Sande" klagte Stammnutzerin Carola von Salzen (54) die Knappheit an Familienparkplätzen. Die Tagesmutter hat nach eigenen Angaben regelmäßig Probleme, für ihren mit Tageskindern besetzten Kleinbus eine geeignete Parklücke zu finden. Nur in den frühen Morgenstunden gebe es ausreichend Familienparkplätze, so von Salzen.

• Parkhaus "Krankenhaus", 100 Punkte, "gut":
Die 460 Stellplätze umfassende Anlage punktete in Sachen Helligkeit, Sauberkeit, Größe des Treppenhauses, Beschilderung und Zuschnitt des Parkraums weitgehend ohne einengende Pfeiler. Es gibt ausreichende Behindertenparkplätze. Die Garage ist täglich 24 Stunden geöffnet.

Die Parkhäuser "Am Sande" und am Krankenhaus wurden mit Urkunden prämiert.

Wo bleibt das ganze Gebührengeld?

145.000 Euro Bewirtschaftungskosten für Parkpalette am Bahnhof / Teure Treppenhausreinigung
tp. Stade. Bei seinem großen Parkhaus-Check in Stade (das WOCHENBLATT berichtete) hat der Autoclub Europa (ACE) die städtische Parkpalette am Bahnhof mit knapp "befriedigend" am schlechtesten bewertet. Für die Bewirtschaftung der Anlage gibt die Stadt jährlich rund 145.000 Euro aus. Angesichts des hohen Betrages fragen sich die zahlenden Nutzer, wo das ganze Geld bleibt.

Die Summe setzt sich laut dem Ersten Stadtrat Dirk Kraska aus der Kamera-Fernüberwachung durch den Parkwächter "Am Sande", Reparatur und Instandhaltung, Reinigung - insbesondere der Treppenhäuser - zusammen. Für die Erneuerung des Belags auf dem oberen Parkdeck gab die Verwaltung jüngst 60.000 Euro aus. In den kommenden Jahren stünden Ausgaben von mehreren 100.000 Euro für die Sanierung der "alternden Immobilie" ins Haus.

Zur Deckung eines Teils der Kosten bittet die Stadt seit 1. April auch Dauerkarteninhaber für Züge des "Metronom" und der Deutschen Bahn zur Kasse, für die bislang "frei parken" galt. Über die zwischenzeitlich eingeführte Gebührenregelung informierte die Stadt mit Infozetteln, die "Park-Sheriffs" unter die Scheibenwischer klemmten, und mit einem Schild an der Parkhaus-Einfahrt. Das führte schon zu Irritationen bei den Nutzern: Ein Student aus Kehdingen verließ sich versehentlich auf die Angaben seines Freipark-Scheins, nach denen er seinen Pkw in der Parkpalette noch bis Jahresende gratis abstellen darf. Nun kassierte er ein Zehn-Euro-Knöllchen. Die Stadt hat die Forderung inzwischen zurückgezogen.