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"A20 ohne Verzögerung"

Zu teuer, zu gigantisch: Kritiker demonstrierten auf dem Platz "Am Sande" vor dem Stader Kreishaus gegen die geplante Küstenautobahn

Regionalkonferenz Küstenautobahn: Wirtschaft und Politik beschließen "Stader Erklärung" / Protestler bieten Alternativen

tp. Stade. Bei der "Regionalkonferenz Küstenautobahn" am Mittwoch im Kreishaus in Stade waren die Interessengruppen in zwei Lager gespalten: Drinnen im großen Saal tagten drei Dutzend Entscheidungsträger aus Norddeutschland, um mit der "Stader Erklärung" geschlossen für das millionenschwere Fernverkehrs-Bauvorhaben A20 (früher A22) zu werben. Draußen protestierten rund 50 Naturschützer mit Trommeln, Trillerpfeifen und Transparenten gegen das aus ihrer Sicht zu gigantische und überteuerte Projekt.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, hatte Stades Landrat Michael Roesberg Amtskollegen und hohe Vertreter der Industrie-, Handels- und Handwerkskammern aus der Region zwischen Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) und dem niedersächsischen Westerstede zu der Konferenz eingeladen. Roesberg setzte dabei den mit großer Mehrheit gefassten Beschluss des Stader Kreistages um, sich geschlossen hinter die A 20 zu stellen.
"Unser Ruf richtet sich an die Länder und an den Bund, die Planungen ohne Verzögerung und mit Nachdruck zum Abschluss zu bringen und seitens des Bundes die Finanzierung sicher zu stellen", so Roesberg. Auch Olaf Lies, neuer SPD-Landeswirtschaftsminister, hatte kürzlich in einem Brief an Landrat Roesberg die zentrale Bedeutung des Projektes für die Entwicklung der Küstenregionen Niedersachsens bestätigt.
Die Konferenz tagte nicht öffentlich, die "Stader Erklärung" lag für die Presse bereits in gedruckter Form vor. Das Papier enthält bekannte Kernforderungen von Autobahn-Lobbyisten, wie die Berücksichtigung der A20 als Bauprojekt mit höchstem Vorrang im Bundesverkehrswegeplan, der 2015 neu aufgestellt wird. Die Fertigstellung der A20, die durch den Kreis Stade verlaufen und mit einem Tunnel bei Drochtersen die Elbe queren soll, müsse spätestens 2025 fertig sein, so die Befürworter.
Sie unterstützen ihre Forderung mit Argumenten, wie: Durch den verbesserten Anschluss der Region werde die Wirtschaft gestärkt und würden sich weitere Betriebe ansiedeln. Die A20 steigere die Attraktivität der Region und wirke einer Abwanderung von Fachkräften entgegen. Mit der Küstenautobahn würden die stauanfälligen Autobahnen A1 und A7 entlastet.
Die Gegner forderten in einem "Norddeutschen Manifest" unter anderem den Stopp aller Verkehrsprojekte, die den Transport von Gütern auf die Straße verlegen, die grundsätzliche Abwicklung von Langstrecken-Gütertransporten auf Schiene oder Schiff, die Instandhaltung und den bedarfsgerechten Ausbau vorhandener Straßen sowie die Förderung kleiner Produktions- und Handelskreisläufe zur Stabilisierung der regionalen Wirtschaft.