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Angst um den Fischbestand

Niedriger Wasserstand am Burggraben: Schadet das den Fischen?

Niedriger Wasserpegel: Grüne befürchten Öko-Schaden am Burggraben in Stade

tp. Stade. Die Kreis- und Touristenstadt Stade hat mit der Anlage von neuen Stegen und Bootsanlegern die Aufenthaltsqualität am Schwinge-Ausläufer Burggraben am Rand der Altstadt gesteigert. Für die Bauarbeiten wurde der Wasserspiegel des historischen Gewässers abgesenkt (das WOCHENBLATT berichtete). Zudem wurde Wasser wegen der anhaltenden Regengüsse abgelassen. Nun bringt die Grünen-Chefin im Stadtrat, Biologin Dr. Barara Zurek, ihre Bedenken über die Maßnahme in die politische Diskussion ein.
In einer Anfrage fordert sie die Verwaltungsspitze der Stadt dazu auf, "den Sachverhalt zu klären". Laut Zurek sei "das Ausspülen des Fischbesatzes über die Schwinge in Richtung Elbe eine mögliche ökologische Konsequenz dieser Wasserregulierung, sodass möglicherweise die Zahl der Brutfische mindestens in diesem Jahr deutlich reduziert sein wird".
Zurek will wissen, mit welchen Konsequenzen die Verwaltung rechnet und ob Maßnahmen erforderlich sind, um das ökologische Gleichgewicht zu regulieren. Weiter fragt Zurek, ob es eine Stelle gibt, bei der ökologische Daten über den Burggraben gesammelt werden und ob der für die Hege und Pflege des Fischbesatzes mitverantwortliche Stader Angelverein (SAV) über den Sachverhalt aufgeklärt wurde.
"Wir kooperieren seit Jahren eng mit dem Angelverein, der das Gewässer von der Stadt gepachtet hat", sagt Stades Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms. Stadt und Sportfischer seien gleichermaßen an einem möglichst hohen Wasserspiegel interessiert. Viele Altstadtbauten sind auf Holzpfählen gegründet, die aus Stabilitätsgründen nicht trocken fallen dürfen.
Eine Statistik über den Fischbestand werde bei der Stadtverwaltung nicht geführt, räumt Schröder-Doms ein: "Dazu fehlt uns die Kompetenz." Fisch-Schäden seien soweit nicht bekannt. Wohl aber ranke sich um die Nutzung des Burggrabens und der Schwinge seit Jahrhunderten ein Konflikt zwischen der Stadt und den Landwirten, die ihre Felder am Oberlauf des Flüsschens zwischen Fredenbeck und Stade haben. Nach ergiebigen Niederschlägen wie in den vergangenen Tagen klagen die Bauern über Staunässe auf den Äckern und fordern die Stadt dazu auf, das Wasser abzulassen. Kersten Schröder-Doms: "Wir versuchen, einen Mindestpegel von 90 Zentimetern über Normalnull einzuhalten, manchmal, etwa bei Bauarbeiten, müssen wir die Marke aber kurzzeitig unterschreiten."