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Den Sieg zu teuer erkauft?

"Ein Straßenausbau hätte Strafcharakter": Kläger Andreas Bruck

Neue Runde im "Poller-Zoff": Ausbau des Stader Weges mit hoher finanzieller Anwohnerbeteiligung

tp. Wiepenkathen. Bei der Verwaltung der Stadt Stade spricht man schon von einem zu teuer eingekauften "Pyrrhus-Sieg": Nachdem das Verwaltungsgericht in Stade im September der Klage eines Anwohners gegen die umstrittene Verkehrsregelung am Stader Weg in Wiepenkathen stattgegeben hatte, muss die Stadt nun eine rechtmäßige Verkehrsregelung schaffen. Entgegen der Wünsche der Anwohner, zur Verkehrsberuhigung die Sackgassenregelung wiederherzustellen, will die Stadt die Straße ausbauen.
Laut dem Ersten Stadtrat Dirk Kraska peilt die Verwaltung einen vorgezogenen Start des Ausbaus im Jahr 2015 an. Auf die Anrainer kommen Belastungen zu: An den Ausbaukosten in noch unbekannter Höhe sollen die Grundstückseigentümer zu 75 Prozent beteiligt werden. Den kleineren Anteil übernimmt die Stadt. Überdies sollen die Anwohner die zum Teil in den Straßenraum hineinragenden, selbst gebauten Grundstückseinfahrten rückbauen.

Wie berichtet, hatte Anwohner Andreas Bruck (57) mit Rückendeckung der Nachbarschaft erfolgreich dagegen geklagt, dass die Stadtverwaltung zwei als Absperr-Poller dienende Blumenkästen am Ende der Anliegerstraße Stader Weg/Einmündung Dahlienweg im Jahr 2010 entfernt hatte. Dadurch entwickelte sich nach Beobachtungen der Anwohner die ruhige Sackgasse zu einer in Stoßzeiten stark befahrenen "Raser-Piste". Doch die schmale und zudem schadhafte Fahrbahn ist nach Ansicht der Anwohner und auch des Gerichtes dieser Belastung nicht gewachsen.

Kläger Andreas Bruck begegnet den jetzt bekanntgegebenen Ausbauplänen der Stadt mit Skepsis: "Wenn das stimmt, hat die Maßnahme Strafcharakter und ist nicht akzeptabel. Ich vermisse total das Bestreben nach einer gemeinsamen Lösung". Bruck befürchtet, dass ein Ausbau der Straße Bleifuß-Chauffeure dann erst recht zum Rasen animiert. "Unser erstes Ziel bleibt eine Sperrung mit Sackgassenregelung", sagt Bruck. Im Falle eines Ausbaus, auf den der Stader Weg aufgrund der dichten Wohnbebauung seiner Ansicht nach aber gar nicht ausgerichtet ist, fordert er zumindest verkehrsberuhigende Maßnahmen.

Bruck kritisiert die aus seiner Sicht mangelhafte Kommunikation der Stadt. Mit Hilfe seines Rechtsanwalts hatte er die Verwaltung dazu aufgefordert, die Anwohner bis Ende November schriftlich über das Ausbauvorhaben zu informieren. "Doch bislang ist bei uns kein Schreiben eingegangen", so Bruck. Bei der Stadt will man zunächst die Ratssitzung am Montag, 16. Dezember, um 18 Uhr im Rathaus abwarten, bei der das Thema auf den Tisch kommt. Bruck hat den Eindruck, dass die Stadt die Angelegenheit "auf die lange Bank schiebt".

Bruck und sein Anwalt wollen die Entwicklungen "juristisch genau beobachten".