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Kahlschlag am Bahndamm in Stade

Neben dem Bahndamm an der Gartenstraße wurde eine Weißdornhecke gekappt: Anwohnerin Karin Wichel ist empört

Hecke "niedergemetzelt": Beschwerde wegen radikaler Gehölzpflege in Stade

tp. Stade. Die Serie von Beschwerden wegen radikal anmutender Gehözpflege im Stadtgebiet von Stade hält an: Nachdem eine Bürgerin erst kürzlich in einem WOCHENBLATT-Bericht massiven Grünschnitt auf einem Kinderspielplatz im Ortsteil Ottenbeck kritisierte, schlägt nun Naturfreundin Karin Wichel (65) wegen der Kappung einer mehr als 50 Meter langen Hecke am Bahndamm Alarm.

Die Weißdornhecke an der Gartenstraße wurde nach ihrer Beobachtung "brutal niedergemetztelt". Wichel warnt vor Folgen für die Natur und sieht spielende Kinder in Gefahr, die nun freien Zugang zu den Gleisen haben.

An der Wohnstraße stand laut Karin Wichel seit rund 30 Jahren die schöne alte Weißdornhecke, in der Insekten und Singvögel lebten. Seitens des Naturschutzes werde immer wieder darauf hingeweisen, Gärten und Grünflächen naturnah zu gestalten, sagt Anwohnerin. Doch das gelte offenbar nicht für die Stadt Stade, die kürzlich die Hecke komplett rodete, statt sie - wie in den Vorjahren - zu einer "kompakten Wand" zu stutzen. Wichel bemängelt den Verlust eines "wunderbaren Lärm- und Staubschutzes" für die Anwohner.

Überdies beklagt sie einen negativ-Effekt der Pflegemaßnahme, durch die der Zugang zu den Schienen geöffnet wurde: "Jetzt laufen noch mehr Menschen illegal über die Gleisanlagen."

Bei der Stadt rechnet man allerdings damit, dass die Hecke nachwächst. Sprecherin Myriam Kappelhoff: "Es handelt sich in der Gartenstraße um eine schmale Strauchreihe. Durch den jährlichen Zuwachs ragten die Zweige in den Verkehrsraum und berührten die Autos. Um die Strauchreihe zu verjüngen, wurde nach einigen Jahren nun das 'Auf-den-Stock setzen' angewendet. Die Sträucher haben eine hohe Regenerationsfähigkeit und treiben erneut aus."

Karin Wichel glaubt nicht an eine vollständige Regeneration der Weißdornhecke: "Somit bleibt der radikale Rückschnitt eine Umwelt-Sauerei."

Unterdessen warnt eine Bahnsprecherin vor dem Betreten der Gleise. Bei Zuwiderhandlung verhängt die Bundespolizei hohe Bußgelder.