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Nach 30 Jahren Trennung im Bösen

Im Februar war vom Streit zwischen Museums-Chef Walter Müller (re.) und Vize Edmund Hänel (li.) nichts zu spüren. Damals begutachteten Bernd Lange (2. v. re.) und Dieter Görg "Eilers"-Förderverein die Stader Exponate

Streit ums Geld: Vorsitzender des Fördervereins "Technikmuseum" tritt bei letzter Sitzung zurück

tp. Stade. Trauriges Ende für den Förderverein des seit Anfang des Jahres geschlossenen Technik- und Verkehrsmuseums in Stade: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat sich bei der letzten, nicht-öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 10. Oktober, auf dem Museumsschiff "Greundiek" nicht nur der Verein aufgelöst. Es kam zu einem Eklat: Der langjährige Erste Vorsitzende, Walter Müller (76), trat kurz vor Ende der Versammlung, an der 45 Mitglieder teilnahmen, überraschend zurück.

Müller, der den Verein vor 30 Jahren mitbegründete und seit 2003 leitete, nennt Zerwürfnisse an der Spitze als Grund für den Schritt. Streit habe es um die Verteilung des Restvermögens gegeben, das Müller auf rund 43.000 Euro beziffert.
Der Satzung zufolge fließt die Summe an kunst- und kulturschaffende Organisationen. Bedacht werden sollen laut Walter Müller unter anderem eine Stader Schule, in der die ehemalige Museumsdruckerei untergebracht wurde, der Verein "Alter Hafen" und das "Baumhaus"-Museum.

Doch Walter Müller und seine Ehefrau Helga (73), die dem Vorstand angehört, hatten andere Vorstellungen von der jeweiligen Höhe der verteilten Beträge als Müllers Erster Stellvertreter Edmund Hänel. Der habe mit drei weiteren Mitgliedern bei der Versammlung ein eigenes Konzept für die Mittelvergabe vorgestellt, berichtet Müller. Die Mehrheit habe Hänels Plänen zugestimmt.

"Ich war sauer, dass Hänel und die drei Mitstreiter die Pläne ohne mich gemacht haben. Ich mag die nicht mehr sehen", gibt sich Walter Müller enttäuscht. Weil er sich hintergangen fühlte, habe er sich zu dem plötzlichen Rücktritt entschlossen, nach gutem Zureden einiger Mitglieder die Versammlung dann aber noch zu Ende gebracht.

Rund ein Dutzend Versammlungsteilnehmer sollen das Schiff vorzeitig verlassen haben.

Edmund Hänel will zu der Angelegenheit keine Stellung beziehen.

• Wie das WOCHENBLATT mehrfach berichtete, verließ der 127 Mitglieder starke Verein Anfang dieses Jahres nach zähen Auseinandersetzungen um den Museumsstandort sein Domizil, die städtische Halle am Kreisel Freiburger Straße. Ein Großteil der Sammlung ging an den Förderverein der "Eilers Werke - Mobile Welten" in Hannover.
Die Stadt sucht derzeit für das Museumsgrundstück einen gewerblichen Nutzer.