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Politik für Bebauung auf Camper Höhe: Güldensterner enttäuscht

Es gibt Bürger in Stade, die die Camper Höhe als "grüne Lunge" der Stadt bezeichnen Fotos: bc
 
Dennis Drechsel setzt sich für den Erhalt der Camper Höhe ein
bc. Stade. Mit großer Mehrheit - wie fast schon erwartet - hat der Sport-Ausschuss des Stader Stadtrates am Mittwochabend genau das empfohlen, wovor vielen alten Güldensterner Sportlern graute. Die Verwaltung soll beauftragt werden, den Nutzungsvertrag mit dem VfL Stade für die in die Jahre gekommene und stark sanierungsbedürftige Sportanlage Camper Höhe zum Ende 2020 zu kündigen, um dann auf dem Gelände eine innenstadtnahe Bebauung zu ermöglichen. Das letzte Wort hat zwar der Rat, die Entscheidung scheint aber festzustehen.
Normalerweise finden Sitzungen des Sport-Ausschusses im kleineren Ratssaal im historischen Rathaus statt, diesmal zog man in den großen Königsmarcksaal um, damit alle rund 70 Zuschauer einen Platz finden konnten. Die meisten hatten einen Bezug zum ehemaligen TuS Güldenstern Stade, der im vergangenen Jahr mit dem VfL Stade fusionierte.
Nun steht also das Aus der Camper Höhe bevor, die traditionelle Heimat der Güldensterner auf der Königshöhe. Enttäuscht äußerten sich frühere Mitglieder nach der Abstimmung in der Einwohnerfragestunde. „Für viele Bürger ist die Camper Höhe mehr als eine Sportanlage, sie ist eine grüne Lunge Stades. Man sollte nicht immer nur die Kosten sehen“, sagte Fußballer Dennis Drechsel.
Wie berichtet, soll die Sanierung der Camper Höhe laut einer gutachterlichen Stellungnahme etwa drei Millionen Euro kosten. Viele Güldensterner bezweifeln die Schätzung, halten sie für intransparent und vorgeschoben, um die Entscheidung für eine Aufgabe der Camper Höhe zu erleichtern. Frank Speer fragte die Verwaltung, ob möglicherweise eine zweite Meinung eingeholt werden soll. Der Erste Stadtrat Dirk Kraska stellte klar: „Nein, das ist nicht geplant.“ Eine Antwort, die für Unverständnis im Publikum sorgte.
Hintergrund: Der Antrag, den Nutzungsvertrag zu kündigen, kommt von der CDU, SPD und der Wählergemeinschaft (WG). Der Plan dahinter: Mit dem Geld aus der Vermarktung der Grundstücke auf der Camper Höhe soll die Sportanlage des VfL Stade am Stadtrand in Ottenbeck ausgebaut werden. Einzig ein Kunstrasenplatz soll in Campe für den Schulsport erhalten werden. Auf Hinweis der Grünen soll die Verwaltung zusätzlich prüfen, ob auch Freizeitsportler künftig die übrig gebliebenen Sportanlagen nutzen dürfen.
CDU-Mann Karsten Behr: „Ich kann die Enttäuschung der Güldensterner nachvollziehen, aber auch den Mitgliedern des VfL Stade ist es damals schwer gefallen, den Horst-Sportplatz aufzugeben“, so Behr. Positiv sei, dass das Angebot in Ottenbeck verbessert werde. Viele Kommunen würden sich nach einem solchen Angebot sehnen. SPD-Ausschuss-Mitglied Bernhard Augustin, selbst mal Trainer bei Güldenstern, ergänzte: „Ich habe mich für diesen Antrag entschieden, weil er der Beste für die Stadt ist.“
Das sehen viele Ex-Güldensterner eben anders. Es müssten auch innenstadtnahe Sportmöglichkeiten geben, und nicht nur welche am Stadtrand. Nach WOCHENBLATT-Informationen denken Kritiker bereits über die Gründung einer Bürgerinitiative nach.
Mehr zum Thema „Camper Höhe“ lesen Sie am kommenden Mittwoch in Ihrem WOCHENBLATT.