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"Seine Günstlinge sollten profitieren"

Edmund Hänel (li.) und Konrad Schmidt, Ex-Vize-Vorsitzende des Vereins "Technik- und Verkehrsmuseum"

Zoff um Vermächtnis des Technik-Museums: Vize-Vereinschefs melden sich zu Wort

tp. Stade. Im Streit um das Vermächtnis des Fördervereins des geschlossenen Technik- und Verkehrsmuseums in Stade melden sich nun die ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden, Edmund Hänel (66) und Konrad Schmidt (57), zu Wort. Sie kritisieren das Verhalten des Ex-Vereinschefs Walter Müller (76) am Ende der 30-jährigen Vereinsgeschichte.

Wie das WOCHENBLATT berichtete, löste sich bei der letzten, nicht-öffentlichen Sitzung im Oktober auf dem Museumsschiff "Greundiek" nicht nur der Verein auf. Es kam zum Zerwürfnis an der Vereinsspitze, weil der langjährige Vereinschef Walter Müller und seine Ehefrau Helga (73), Schriftwartin, andere Vorstellungen von der Verteilung des Restvermögens von rund 43.000 Euro hatten, als Hänel und Schmidt.

Obwohl der Betrag laut Satzung zwingend an kunst- und kulturschaffende Organisationen fließen müsse, habe Walter Müller zwei Kindergärten, einem Pastor des Hildesheimer Doms und ehrenamtlichen Frauen aus dem Museumsverein, die bei Veranstaltungen die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirteten, etwas zukommen lassen wollen, so Hänel und Schmidt. "Walter Müller hatte die Idee, über eine Notarin eine Satzungsänderung beim Amtsgericht einzureichen, damit seine Günstlinge profitieren. Vier von sechs Vorstandsmitgliedern lehnten das ab", so Hänel und Schmidt.

Bei der letzten Versammlung auf der "Greundiek" habe Müller vor Wut geschrien: "Wenn ich hier kein Recht kriege mit meiner Helga bei dieser Clique...", sagen Hänel und Schmidt. "Mit 'Clique' meinte er uns", so die beiden Ehrenamtlichen empört. Am selben Abend legte Müller sein Amt nieder.

Die Mehrheit der rund 45 anwesenden Mitglieder stimmte den Plänen von Hänel und Schmidt zu. Die größten Spendenanteile mit je 10.000 Euro - und damit doppelt so viel, wie von Walter Müller angedacht - erhalten demnach der Verein "Cicero", der die historische Museumsdruckerei weiter betreibt, und der "Förderkreis Alt Stade" für das "Baumhaus-Museum". Der Restbetrag verteilt sich auf die Vereine "Alter Hafen" in Stade, "Bäuerliches Hauswesen" in Bliedersorf und ein Hanomag-Museum bei Hildesheim.

Walter Müller fühlt sich weiter hintergangen, weil Hänel und Schmidt die Erhöhung der Anteile für "Cicero" und den "Förderkreis Alt Stade" angeblich hinter seinem Rücken vorgenommen hätten. Zudem ist Müller gegen eine Spende an das Hanomag-Museum, weil dieses nicht in der Stader Region liegt.

• WOCHENBLATT-Leser Dieter Quitmeyer aus Hademstorf im Heidekreis sagt in einem Leserbrief: Da die Mehrheit den Plänen von Hänel und Schmidt zugestimmt habe, könne deren Spendenkonzept ja nicht so schlecht gewesen sein. Und: "Viele Bürger der Stadt meinen, das Museum hätte eine Chance gehabt, wenn sich Müller gegenüber der Stadt kooperativer gezeigt hätte."

• Die Stadt ließ das Museum räumen und sucht für das Gelände an der Freiburger Straße per Ausschreibung einen Investor.