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Stader Schullandschaft wird kräftig durcheinander gewürfelt

Die Pestalozzi-Grundschule zieht wahrscheinlich um (Foto: archiv)
bc. Stade. Stade ist eine wachsende Stadt. Dementsprechend entwickeln sich auch die Schülerzahlen. Eine Arbeitsgruppe (AG) aus Politik und Verwaltung hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der Neustrukturierung der Schullandschaft auseinandergesetzt. Das Ergebnis wird im kommenden Schulausschuss am Mittwoch, 11. Januar, vorgestellt (19 Uhr, Realschule Camper Höhe). Die Sitzung ist öffentlich und dürfte viele Eltern interessieren. Denn es wird sich einiges ändern, wenn die Ausschuss-Mitglieder den Vorschlägen der AG zustimmen.
Einer der wesentlichen Knackpunkte liegt an der Pestalozzi-Grundschule am Sandersweg. Die aktuell vorgesehene Erweiterung wird nämlich nicht ausreichen, um die prognostizierten Schülerzahlen aufnehmen zu können. Eine vierzügige Grundschule ist an dem Standort aber unmöglich. Daher soll der geplante Anbau und die Sanierung der Grundschule gestoppt werden.
Stattdessen soll die Schule in das jetzige Gebäude der benachbarten Hauptschule Thuner Straße umziehen und dort zu einer vierzügigen Grundschule als Ganztagsschule erweitert werden. So wäre auch das Sporthallen-Problem der Grundschule gelöst, da die Hauptschule über eine größere Halle verfügt.
Die Hauptschule wiederum soll an einem noch zu findenden Standort, für den die Verwaltung demnächst Vorschläge unterbreiten wird, in einer neuen fünfzügigen Sekundar-I-Schule aufgehen, die ebenfalls als Ganztagsschule geplant wird. Möglich ist eine Oberschule oder eine Integrierte Gesamtschule.
Schon jetzt platzt die Hauptschule aus allen Nähten und auch die Realschule Camper Höhe hat zwei Züge zu viel, die sie unterbringen muss. Nach dem Umzug der Pestalozzi-Grundschule kann die Realschule Camper Höhe das freie Altgebäude am Sandersweg vorübergehend als Außenstelle nutzen, bis deren sogenannter C-Trakt saniert ist. Die Realschule darf laut Schulgesetz maximal vier Züge haben, derzeit hat sie sechs.
Für eine Übergangszeit sollen ferner auf dem Gelände der Hauptschule in Absprache mit der Schulleitung vier mobile Klassenräume aufgestellt werden, das gleiche gilt für die Pestalozzi-Grundschule. An der Grundschule Campe sollen ebenfalls zwei Betreuungsräume und zwei Klassenzimmer neu gebaut werden. Der Einzugsbereich an der Camper Schule wie auch an der Grundschule am Burggraben soll so angepasst werden, dass die Zweizügigkeit erhalten bleibt.
Alle geplanten Maßnahmen werden jedoch nicht ausreichen, die erwarteten Schülerzahlen unterzubringen. Deswegen soll die Verwaltung alle notwendigen Schritte einleiten, möglichst bald in der neuen Heidesiedlung Riensförde eine zweizügige Grundschule - mit Option für einen dritten Zug - errichten zu können - als Ganztagsschule.
Das alles kostet die Stadt eine Menge Geld. Allein für die Planung sollen zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von drei Mio. Euro in 2017 eingeplant werden. Die eigentlichen Baumaßnahmen werden zwischen 20 und 30 Mio. kosten, was die geplante Verschuldung (das WOCHENBLATT berichtete) deutlich nach oben treiben würde.


Schülerzahlen steigen rapide an

Die Schülerzahlen steigen rapide an. An der Hauptschule Thuner Straße sind sie von 2010 mit 253 Schülern auf heute 370 gestiegen. Die Prognose sieht ein Wachstum auf mehr als 400 Schüler vor. An der Realschule Camper Höhe sind es im Jahr 2010 insgesamt 603 Schüler gewesen, im aktuellen Schuljahr wurden 780 Schüler aufgenommen. In der Spitze werden die Zahlen auf über 880 Schüler steigen.
An den Grundschulen werden die Zahlen zunächst etwas sinken, dann aber von derzeit 1.799 ab 2024 auf über 1.860 ansteigen. Neue Baugebiete sind in dieser Prognose noch nicht berücksichtigt. An der Pestalozzi-Grundschule sind die Auswirkungen besonders extrem. In der Spitze werden über 360 Schüler diese Grundschule besuchen. Jetzt sind es 237.