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Werden die Platanen in Horneburg gefällt?

Bei einer Ortsbegehung machten sich die Mitglieder des Bauausschusses ein Bild vom Zustand des Gehweges und kamen mit Anwohnern ins Gespräch Fotos: lt
lt. Horneburg. Was passiert mit den Platanen in den "Kalkwiesen" in Horneburg? Insgesamt 14 Bäume säumen seit ca. 40 Jahren die Straße und sind den Anwohnern schon lange ein Dorn im Auge - und das nicht nur, weil die flachwurzelnden Bäume an vielen Stellen den Gehweg bereits stark beschädigt und gefährliche Stolperfallen hervor gerufen haben.
Bei einer Ortsbegehung des Bauausschusses des Flecken Horneburg klagten u.a. Harald und Helga Krupski sowie Ingrid Kirschnick den Lokalpolitikern ihr Leid. Sobald die Bäume Blätter tragen, hätten die Anwohner mit allergischen Reaktionen wie Husten, tränenden Augen und einer Schnupfnase zu kämpfen. Den Garten könnten sie so gut wie gar nicht mehr nutzen.
Und tatsächlich: Wie Torsten Milter aus dem Bauamt bestätigte, sind junge Blätter, die Rinde der jungen Zweige und die Blütenstände der Platane "wollig mit Sternhaaren bedeckt". Während der gesamten Vegetationsperiode könne das Einatmen des abfallenden oder abgestreiften Haarstaubs bei empfindlichen Menschen eine Reizung der Bronchien, den sogenannten Platanenhusten, auslösen.
Bürgermeister Hans-Jürgen Detje wies zudem darauf hin, dass die Platane inzwischen aufgrund dessen sowie aufgrund ihrer Wuchshöhe von bis zu 50 Metern nicht mehr als typischer Stadtbaum gesehen werde. Fairerweise müsse man aber sagen, dass es immer wieder Stress mit Bäumen gebe. Gleichwohl seien Bäume wichtig für den Ort, auch wenn sie Arbeit oder andere Unannehmlichkeiten verursachen.
In eine ähnliche Kerbe schlug bei der späteren Diskussion im Rathaus auch Wilfried Peters (FWG). Eine spontane Lösung für die Probleme sei nicht zu finden, man sollte die Bäume auf keinen Fall überstürzt fällen.
Der Ausschuss-Vorsitzende Frank Irmer (CDU) betonte, dass die Platane kein einheimischer Baum und zudem insektenunfreundlich sei, da die Bestäubung ausschließlich über den Wind funktioniere.
Torsten Milter schlug als Alternative zu den Platanen Sommer- oder Winterlinden in Verbindung mit Blumenwiesen statt Sträuchern im Unterholz vor. Das würde auch zur Aktion "Horneburg blüht auf" passen, bei der in diesem Jahr verstärkt Maßnahmen zum Schutz von Insekten umgesetzt werden sollen (das WOCHENBLATT berichtete).
Am Ende sprach sich der Ausschuss dafür aus, bei der nächsten Sitzung eine Entscheidung treffen zu wollen. Bis dahin soll die Verwaltung die genauen Kosten für die Baumfällung und die Ersatzpflanzungen ermitteln und auflisten, wo es im Flecken sonst noch Platanen gibt.