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A1-Lärm: Petitionen an Verkehrsminister Olaf Lies

Hoffen auf ein Einlenken beim Lärmschutz (v. li.): Detlev Petersen, Bettina Gelse, Angelika Filip, Jörg Hanheide und Sabine Nadolny von der BI
bim. Hollenstedt. Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) muss sich auf eine ganze Flut an Petitionen aus Hollenstedt einstellen, wenn alle diejenigen, die seit dem sechsspurigen Ausbau der A1 unter dem Lärm leiden, ihm schreiben. Die Aufarbeitung des Informationsabends im März und das Formulieren einer Petition an den Landtag standen jetzt beim Treffen der Bürgerinitiative (BI) Lärmschutz A1 Hollenstedt auf dem Programm.
„Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Politik dieses Themas wirklich annimmt“, meinte BI-Mitglied Detlev Petersen. Er ist - wie viele seiner Mitstreiter - schon zum Experten in Sachen Lärmberechnung und Lärmschutz geworden. Wie berichtet, sind ein Ärgernis die Agglomeratstreifen, riffelige Markierungen, die beim Überfahren für zusätzlichen Krach sorgen. Deren Geräusche seien gar nicht in die vor dem Ausbau erfolgte Lärm-Berechnung eingeflossen.
Auch fordert Detlev Petersen einen Lärmaktionsplan ein. Nach Auffassung des Landes Niedersachsen muss der von Kommunen aufgestellt werden, wenn folgende Werte erreicht werden:
• Lärmbelastungen von mehr als 60 bzw. 70 dB(A) (Tag/Nacht),
• bei Betroffenheit von mehr als 50 Einwohnern,
• auf mehr als einem Quadratkilometer Fläche.
Insgesamt hat man bei der BI das Gefühl, dass die Landes- und Bundes-Politik den Protest der lärmgeplagten Anwohner aussitzen will.
Unverständnis herrscht bei den Grünen-Ratsmitgliedern aus Wenzendorf, Christiane Melbeck und Manfred Thiel. Denn obwohl das beim Infoabend vorgestellte Gutachten zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Planfestellungsverfahrens 2014 von den Gemeinden Hollenstedt, Appel und Wenzendorf in Auftrag gegeben wurde, liege ihnen das Gutachten bis heute nicht vor.
Außer dem CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke setzt sich auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler für die Hollenstedter ein. „Vom Lärmpegel an der Autobahn in Hollenstedt konnte ich mich wiederholt selbst überzeugen. Dass dort nicht wenigstens eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 möglich ist, kann auch ich nicht nachvollziehen“, so Stadler. Auf ihre Schreiben in dieser Sache an den Bundes- und an den Landesverkehrsminister seien nur wenig Hoffnung machende Reaktionen zurückgekommen. In einem Brief vom 17. März habe sie nun Olaf Lies um die Aufnahme des Streckenabschnitts der A1 in Höhe Hollenstedt in das Programm des freiwilligen Lärmschutzes gebeten.
Für die von Heiner Schönecke an Minister Lies ausgesprochene Einladung zur „Hörprobe“ an der A1 gibt es noch keinen Termin. Daher hat Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers diese Einladung mit einem Schreiben untermauert. „Die Zuständigen des Landes und des Bundes müssen herkommen und sich den Lärm anhören. Sie haben uns gegenüber eine Verantwortung. Wir sollten nicht locker lassen“, so Albers.
• Wer eine eigene Petition verfassen möchte, findet eine Vorlage zum Herunterladen und ergänzen unter bi-lärmschutz-hollenstedt.de/.

Michael Grosse-Brömer schreibt an Bundesverkehrsminister

CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Grosse-Brömer hat nach dem Infoabend Kontakt zu Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt aufgenommen. Grosse-Brömer bittet um eine Überprüfung der örtlichen Gegebenheiten und fragt:
• Welche Umstände müssen vorliegen, damit in dem Bereich der A1 eine Höchstgeschwindigkeit wg. Lärmschutz angeordnet werden kann?
• Besteht die Möglichkeit, die Lärmschutzwände zu begrünen und dadurch besseren Schutz zu erreichen?
• Gibt es ein Lärmgutachten über die auf diesem Teilstück angebrachten Agglomeratstreifen?
Außerdem bittet Grosse-Brömer den Minister darum, eine Begutachtung der aufgestellten Lärmschutzwände sowie eine Schallmessung zu veranlassen.