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"Jeder Tote ist einer zuviel" - Polizeiinspektion Harburg legte Verkehrsunfallstatistik für 2016 vor

Stellten die Statistik vor: Wilfried Reinke (li.) und Frank Waldhaus (Foto: Polizei)
thl. Buchholz. Insgesamt 6.538 Verkehrsunfälle erfasste die Polizei im Landkreis Harburg im vergangenen Jahr. Das sind 253 Unfälle mehr als im Vorjahr. Sieben Menschen wurden bei Unfällen getötet. Hier zeigt sich ein Rückgang um fünf - gemeinsam mit dem Jahr 2009 der niedrigste Stand der vergangenen zehn Jahre. "Gleichwohl ist jeder einzelne Verkehrstote schon einer zu viel", so Frank Waldhaus, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Harburg.
Schwer verletzt wurden im Jahr 2016 insgesamt 140 (Vorjahr: 136) Menschen, 783 (780) Unfallbeteiligte erlitten leichte Verletzungen. Insgesamt gab es somit 930 (928) Unfälle mit Personenschaden. Alle Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften.
Im Bereich der Autobahnen im Landkreis wurden 999 (1.038) Unfälle registriert. Bei zwei (fünf) Unfällen wurden Menschen getötet. 36 (27) Beteiligte erlitten schwere Verletzungen.
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit anschließender Fahrerflucht liegt mit 1.541 (1.590) etwas niedriger, als im Vorjahr. In 44,32 Prozent der Fälle konnte der Beteiligte ermittelt und die Straftat somit aufgeklärt werden. In Fällen der Verkehrsunfallflucht, bei denen auch beteiligte Personen geschädigt wurden (74, im Vorjahr 89) lag die Aufklärungsquote bei 59,46 Prozent.
Als häufigste Unfallursache wurde im Jahr 2016 der mangelnde Sicherheitsabstand erfasst. Hier gab es insgesamt 514 (661) Fälle. Für Wilfried Reinke, als Leiter Einsatz auch für den Bereich Verkehr zuständig, verbirgt sich hinter dieser Unfallursache auch ein weiterer Faktor: „Ablenkung während des Autofahrens scheint mehr und mehr eine Rolle zu spielen. Der Blick auf das Smartphone, die Suche nach passender Musik oder gar das Verfassen von Textnachrichten während der Fahrt sorgen häufig dafür, dass die Fahrer nicht schnell genug reagieren.“ Um diesem Phänomen zu begegnen, sensibilisiert die Polizei gerade junge Fahranfänger in einem Fahrschulprojekt sehr drastisch für die Folgen der Unachtsamkeit.
Bei 497 (469) Unfällen spielte überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle. Eine Alkoholbeeinflussung beim Unfallverursacher war in 85 (107) Fällen festzustellen. Eine Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente spielte in 16 (zwölf) Fällen eine Rolle.
In 2016 ermittelte die Polizei 380 (360) Verkehrsteilnehmer, die unter Alkoholeinfluss ihr Kraftfahrzeug geführt hatten. Fahrten unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss wurden 234 (203) mal festgestellt.
Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an 1.019 (1.055) Unfällen beteiligt. In 765 (756) Fällen waren sie auch die Unfallverursacher. Ältere Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren waren im vergangenen Jahr 2016 an 1.299 (1.280) Unfällen beteiligt und haben davon 1.007 (982) Unfälle verursacht.