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Baustopp durch Rotmilan - Bringt ein gefährdeter Greifvogel den Bau eines ganzen Windparks zu Fall?

thl. Winsen. "Wir fordern, dass der Landkreis Harburg die erteilte Baugenehmigung für den Windpark bei Pattensen sofort zurücknimmt", sagt Jürgen Hülskämper, Vorsitzender der NABU-Gruppe Winsen. Grund sei der Nachweis eines Brutplatzes des stark gefährdeten Rotmilans in unmittelbarer Nähe der geplanten Windenergieranlagen. "Dadurch besteht für die brütenden Paare ein signifikantes Tötungsrisiko", so Hülskämper weiter. Bringt der etwa Mäusebussard große Greifvogelart aus der Familie der Habichte ein Millionen-Projekt zu Fall?
Der NABU habe sich im Rahmen des Beteiligungsverfahrens bereits deutlich gegen die Ausweisung der Flächen südwestlich von Pattensen als Vorranggebiet für Windenergieanlagen ausgesprochen, sagt Hülskämper. Doch sämtliche Hinweise des Naturschutzbundes auf Brutplätze seien vom Landkreis lediglich durch Auflagen in der Baugenehmigung berücksichtigt. "Dabei gibt es nicht nur ein Rotmilan-Paar in dem Gebiet", sagt der NABU-Vorsitzende. Mit Unterstützung von dort wohnenden Bürgern habe man über einen längeren Zeitraum die Flüge aufgezeichnet. Die Unterlagen seien den Fachabteilungen des Landkreises zur Verfügung gestellt worden. Hülskämper: "Es ist zwingend erforderlich, eine Raumnutzungsanalyse zu erstellen. Alle Windräder, d. h. die bereits jetzt schon vorhandenen und die geplanten, liegen im Kollisionsrisiko für den Rotmilan von 1.500 Metern."
Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald bestätigt den Eingang der Unterlagen. "Nach Bekanntwerden des Brutplatzes haben wir uns sofort mit den Betreibern der Windenergieanlagen in Verbindung gesetzt und für eine Anlage, die in 150 Metern Entfernung zum Brutplatz gebaut werden sollte, einen Baustopp vereinbart." Derzeit laufe auch das geforderte Raumnutzungsanalyseverfahren. Freudewald: "MIt einem Ergebnis rechnen wir Ende Juni, Anfang Juli." Danach werde man über weitere Schritte beraten. Und diese könnten tatsächlich zur Rücknahme der Baugenehmigung führen.