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"Muss es erst Tote in Bahlburg geben?"

Fordern Tempo 30 (v.li.): Gisela Morschhäuser, Herbert Ahrens und Dieter Roth (Foto: thl)
Immer wieder fahren in Bahlburg Autos in eine Gartenmauer / Stadt reagiert nicht

thl. Winsen. "Nicht schon wieder." Das war der erste Gedanke von Gisela Morschhäuser, Dieter Roth und Herbert Ahrens, als abends ein Pkw in ihre Gartenmauer an der Bahlburger Straße krachte und diese mitsamt Zaun auf einer Länge von rund fünf Metern zerstörte. "Zum Glück ist dem jungen Mann im Auto nichts passiert", sagt die Hauseigentümer-Gemeinschaft. "Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn auf dieser stark befahrenen Straße ein Auto entgegengekommen wäre."
Nicht schon wieder? "Seit mehreren Jahren ereignen sich mindestens zweimal pro Jahr solche Unfälle bei uns vor der Haustür", sagt Herbert Ahrens. "Es ist ein Wunder, dass es noch keine Toten gab." Grund sei nach Meinung des Trios eine überhöhte Geschwindigkeit, mit der die Autos in den Ort hinein fahren. "Dann kommt die scharfe Kurve vor unserem Haus, aus der die Fahrzeuge dann herausgeschleudert werden", erklärt Morschhäuser die Unfallhergänge. Bereits mehrfach hat die Eigentümer-Gemeinschaft die Mauer wieder aufbauen lassen. So soll es auch diesmal sein. Die Kosten dafür - diesmal rund 7.000 Euro - hat bisher immer die Versicherung des Verursachers getragen. "Es gab aber auch kleinere Unfälle, bei denen die Verursacher abgehauen sind. Da sind wir auf den Kosten sitzen geblieben", so Ahrens.
Was das Trio besonders ärgert: Seit Jahren ist es mit der Stadt und dem Landkreis in Kontakt, um Abhilfe zu schaffen und die Autos auszubremsen. Zumal auch das Wohnhaus relativ dicht hinter der Mauer steht und es keinen Bürgersteig gibt - Gesamtabstand von Straße zum Haus: drei Meter. Morschhäuser ist sich deswegen sicher: "Wenn hier mal ein Lkw reinfährt, steht der im Haus." Doch die Hilferufe verhallten bisher ungehört. "Von der zum Landkreis gehörenden Betriebsgemeinschaft Straßenbau bekamen wir zu hören, wir hätten nicht als einzige ein Haus, das dicht an der Straße stehen würde", sagt Roth. "Und die Stadt teilte uns mit, dass ein Tempolimit oder der Bau einer neuen Verkehrsführung nichts bringen würde, weil sich die Autofahrer sowieso nicht daran halten würden", ergänzt Herbert Ahrens. "Das kann nur ein Witz sein. Muss es hier erst einen Toten geben, bevor etwas getan wird?", fragt Gisela Morschhäuser und weist darauf hin, dass der Verkehr auf der Bahlburger Straße erheblich zugenommen hat und auch Lkw und landwirtschaftliche Gespanne immer größer werden.
Die Stadt widerspricht der Darstellung der Anwohner. Man habe über die Situation dort gesprochen und sei guter Dinge auseinander gegangen. "Solche Sätze wurden uns dabei nicht gesagt", meint Stadtsprecher Theodor Peters.
Ironie des Schicksals: Bei den Nachbarn von Herbert Ahrens, Dieter Roth und Gisela Morschhäuser sind oftmals Autos, die in Richtung Bahlburger Kreuz unterwegs waren, in den Zaun gefahren. Ahrens: "Ich habe jahrelang dafür gekämpft, dass dort eine Leitplanke hinkommt, weil dort auch die Schulkinder zur Bushaltetstelle gehen." Das hat dann auch irgendwann geklappt. Nur fahren die Autos eben seitdem bei Ahrens in die Mauer.