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"Wir dürfen nicht nachlassen": Krankenhaus-Geschäftsführer Norbert Böttcher über das neue Notfall- und Diagnostikzentrum in Winsen und über sein 25-jähriges Dienstjubiläum

Leitet seit 25 Jahren die Krankenhaus-Geschicke: Geschäftsführer Norbert Böttcher (Foto: Thomas Müller)
ce. Winsen/Buchholz. Er leitet seit 25 Jahren die Geschicke der Krankenhäuser Buchholz und Winsen und schlägt mit der Eröffnung des Notfall- und Diagnostikzentrums (NDZ) in Winsen am Mittwoch, 6. April, ein neues Kapitel in der Krankenhaus-Geschichte auf: Geschäftsführer Norbert Böttcher (60). Mit WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann sprach Böttcher über die Bedeutung des Neubaus sowie über die Zukunftsperspektiven der beiden Krankenhäuser und des Gesundheitszentrums in Salzhausen.
WOCHENBLATT: Die Eröffnung des NDZ ist der bisherige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Baumaßnahmen und Investitionen, die Sie in den vergangenen Monaten und Jahren in den Krankenhäusern in Buchholz und Winsen vorangetrieben haben.
Norbert Böttcher: Das ist richtig. Erst im vergangenen Jahr haben wir in Buchholz den Anbau an das Bettenhaus West eröffnet, der wie das NDZ die strukturellen Voraussetzungen für die weitere Verbesserung der medizinischen Versorgung sichert. Außerdem haben wir zwei Hubschraubersonderlandeplätze errichtet, was ein Sicherheitsplus für die gesamte Bevölkerung im Landkreis Harburg darstellt.
WOCHENBLATT: Ist moderne Medizin wirklich so anspruchsvoll?
Böttcher: Ja, in den vergangenen Jahren ist es zu einem grundlegenden Wandel in der Medizin gekommen. Krankheiten, die früher nur in Universitätskliniken behandelt werden konnten, werden jetzt bei uns vor Ort auf höchstem Niveau therapiert. Ein Beispiel: Schlaganfallopfer werden in der neurologischen Stroke Unit in Buchholz und in der internistischen Stroke Unit in Winsen fachgerecht und zeitnah versorgt, so dass die Folgeschäden bei den Erkrankten gering bleiben. Ein weiteres Beispiel: Jemand, der einen Herzinfarkt erlitten hat, profitiert von unserem Zentrum für Gefäßmedizin in Buchholz, wo Verengungen der Herzkranzgefäße mit einem Kathetereingriff beseitigt werden können. Und Krebspatienten haben in unserer Strahlenabteilung mit zwei Linearbeschleunigern eine zusätzliche Therapieoption.
WOCHENBLATT: Da muss man also gar nicht mehr nach Hamburg?
Böttcher: Richtig, Patienten müssen nur noch in Ausnahmefällen in Hamburger Häuser ausweichen.
WOCHENBLATT: Trotz der vielen Investitionen sind die Krankenhäuser wirtschaftlich erfolgreich. Wie schaffen Sie das?
Böttcher: Gerade wegen der vielen Investitionen sind wir so erfolgreich. Diese sind ein Baustein unseres Erfolges, genauso wie die Zusammenarbeit mit starken Kooperationspartnern und auch die Leistung unserer Mitarbeiter.
WOCHENBLATT: Was zeichnet diese aus?
Böttcher: Unsere Mitarbeiter sind hoch motiviert. Wir haben eine sehr geringe Fluktuation.
WOCHENBLATT: Woher kommt dieser positive Unternehmensgeist? Sie selbst feiern gerade Ihr 25-jähriges Amtsjubiläum.
Böttcher: Das mag in meiner Position etwas Besonderes sein, unter der Mitarbeiterschaft wird die 25-jährige Zugehörigkeit zu unserem Unternehmen häufiger gefeiert. Die Mitarbeiter wissen sehr wohl zu schätzen, dass sie in einem Betrieb arbeiten, dessen Leistungen der Bevölkerung unmittelbar zugute kommen.
WOCHENBLATT: Sie sind also für die Zukunft bestens gerüstet?
Böttcher: Ja, aber um weiter erfolgreich zu sein, dürfen wir nicht nachlassen. Schon während der Bautätigkeit haben wir neue Pläne geschmiedet. In Buchholz möchten wir eine weitere Station eröffnen, und in Winsen brauchen wir mehr Bettenkapazitäten. Denn darin teilen wir das Schicksal vieler Krankenhäuser: Kaum ist der Neubau fertig, ist er schon wieder zu klein.
WOCHENBLATT: In welchen Bereichen der Medizin sehen Sie Wachstumspotential?
Böttcher: In nahezu allen Bereichen. Allein in Winsen hatten wir im letzten Jahr ein Wachstum von zwölf Prozent. In Buchholz haben wir gerade die Geriatrie erweitert, auch die Urologie werden wir weiter ausbauen.
WOCHENBLATT: Die gemeinnützige Krankenhaus Buchholz und Winsen GmbH hat im vergangenen Jahr das Krankenhaus Salzhausen nach dessen Insolvenz übernommen und will es in ein ambulantes Gesundheitszentrum umwandeln. Wie ist dort der Stand der Dinge?
Böttcher: Wir werden das ehemalige Krankenhaus Salzhausen im Sinne eines Gesundheitszentrums mit interessanten Angeboten füllen. Dazu stehen wir mit Interessenten in engen Verhandlungen und hoffen auf einen baldigen Abschluss. Neben der vorhandenen internistischen Praxis geht es unter anderem um eine Tagespflege, eine Kurzzeitpflege sowie um Angebote im Bereich der Physio-, Ergo-, Logo- und Musiktherapie. Heilpraktiker, eine Hebammensprechstunde und eine Orthopädiewerkstatt könnten das Angebot abrunden.
WOCHENBLATT: Herr Böttcher, vielen Dank für das Gespräch.

- Zur Person:
Norbert Böttcher wurde in Kiel geboren und wuchs dort auf. Nach dem Studium an der TU Hamburg mit dem Abschluss Diplom-Wirtschaftsingenieur war er sechs Jahre Verwaltungsdirektor eines Krankenhauses in Schleswig-Holstein. Seit seinem 35. Lebensjahr ist er für die Gesamtleitung der Krankenhäuser Buchholz und Winsen verantwortlich. Norbert Böttcher wohnt in Buchholz. In seiner Freizeit leitet er den DRK-Kreisverband. Zum Klavierspielen und Reiten - seinen beiden Hobbys - kommt er nur selten.