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"Das ist eine Lachnummer"

Sind sauer wegen der Kindergartenplatzvergabe: Jörn und Saskia Weselmann mit ihren Kindern (v. li.) Julia, Joey und Till
thl. Winsen. "Von wegen familienfreundliches Winsen - das ist doch eine Lachnummer", sagt Saskia Weselman aus Borstel. Die dreifache Mutter und ihr Mann Jörn sind stinksauer auf die Stadt Winsen und die Kirche. Grund: Direkt nach der Geburt im April 2011 hatten sie ihre Tochter Joey für einen Vormittagsplatz im Borsteler Kindergarten (die Kirche ist Träger der Einrichtung) angemeldet. Die Einrichtung ist nur etwa 100 Meter vom Haus der Familie entfernt.
Jetzt sollte Joey in den Kindergarten kommen. Doch daraus wird nichts. Grund: Durch die Umwandlung mehrerer Vormittagsplätze in Ganztagesplätze (das WOCHENBLATT berichtete), hat der Kindergarten keine freien Kapazitäten. "Erfahren haben wir davon aber erst Anfang Juni. Obwohl die Platzvergabe eigentlich im April stattfinden sollte. Doch auf Nachfrage wurden wir immer wieder vertröstet", sagt Saskia Weselmann. Was sie besonders ärgert: "Die Stadt weist bei uns gegenüber ein Neubaugebiet aus, um junge Familien in das alternde Winsen zu holen, schafft es auf der anderen Seite aber nicht, jedem Kind einen Kindergartenplatz im Dorf zu stellen." Hinzu komme, dass niemand die Schuld für "dieses Desaster" übernehmen wolle. "Die Kirche sagt, durch die Umstrukturierung, die die Stadt vorgenommen hätte, wären nur Ganztagsplätze frei geworden. Die Stadt hingegen behauptet, dass der Kindergarten nur Ganztagsplätze vergeben hat, liege nicht in ihrer Hand."
Saskia und Jörn Weselmann haben für ihre Tochter mittlerweile in einem anderen Kindergarten einen Platz gefunden. "Aber wir sind nicht die einzigen Betroffenen. Andere Eltern suchen noch immer", so das Ehepaar.