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"Fachkräfte weiter dringend gesucht": WOCHENBLATT-Gespräch mit Experten von Arbeitsagentur und Jobcenter über aktuelle Lage

Informierten über die Arbeitsmarkt-Lage (v. li.): Klaus Jentsch, Marc Bleimeister und Fred Nippert vor der Winsener Agentur
ce. Winsen. "Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Harburg ist 2014 nachhaltig zurückgegangen. Die Unternehmen in der Region haben viele Arbeitsplätze geschaffen, und Fachkräfte werden weiter dringend gesucht." Das ist der Tenor eines Rück- und Ausblicks, den Fred Nippert und Marc Bleimeister, Teamleiter der Arbeitsagenturen Buchholz und Winsen, sowie Klaus Jentsch, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Harburg, jetzt in Winsen gaben. WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann sprach mit den Experten über den Stand der Dinge und die Prognosen für die Zukunft.
WOCHENBLATT: Wie lässt sich die positive Arbeitsmarkt-Bilanz für das vergangene Jahr mit Zahlen untermauern?
Fred Nippert: Im Landkreis Harburg gab es 2014 mit durchschnittlich 4,7 Prozent die geringste Arbeitslosenquote seit 1993. Im Jahr 2013 waren es noch 4,8 Prozent gewesen. Im Durchschnitt wurden 2014 im Kreis pro Monat 6.143 Erwerbslose registriert - 90 Personen weniger als im Vorjahr. Davon waren 3.470 Männer und Frauen, die vom Jobcenter unter anderem als Langzeitarbeitslose betreut werden.
WOCHENBLATT: Wie sah es bei den sogenannten Unterbeschäftigten aus, also bei Umschülern und Teilnehmern an Arbeitsförderungsmaßnahmen?
Nippert: Es gab 2014 im Landkreis insgesamt 7.653 Unterbeschäftigte, 2013 waren es noch 7.850 gewesen.
WOCHENBLATT: Gilt der positive Trend auch für die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen im Landkreis?
Marc Bleimeister: Ja, auch hier ist ein Aufwind zu beobachten. Im vergangenen Jahr gab es 54.684 sozialversicherungspflichtige Jobs - 2,7 Prozent mehr als 2013 - im Landkreis. 93.036 Kreisbewohner waren beschäftigt - allerdings zum Teil in Hamburg oder anderen Nachbarregionen. 2013 lagt diese Zahl noch um 2,5 Prozent niedriger. Die meisten Arbeitsplätze gab es in den Bereichen Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Handwerk und Industrie sowie Logistik.
WOCHENBLATT: Wie ist es denn um die Fachkräfte bestellt?
Bleimeister: Durchschnittlich waren in 2014 monatlich gut 1.260 freie Jobs für Fachkräfte gemeldet - 3,9 Prozent mehr als 2013. Die Stellenangebote blieben in der Regel 119 Tage unbesetzt, während es 2013 noch 102 Tage waren. Spitzenreiter: die Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe mit 242 Tagen.
WOCHENBLATT: Wie will die Arbeitsagentur dem Fachkräftemangel Einhalt gebieten?
Klaus Jentsch: Die betriebliche Ausbildung hat Vorrang, Ausbildungsabbrüche müssen vermieden werden. Wir setzen sowohl auf die schnelle und konsequente Beratung von Arbeitslosen als auch auf die Qualifizierung von Beschäftigten. Außerdem nimmt die Arbeitsagentur an einem Bundesprogramm zur Integration von Langzeitarbeitslosen teil.
WOCHENBLATT: Welches Budget steht der Agentur zur Verfügung?
Nippert: Wir haben einen Gesamtetat von 20,7 Millionen Euro, mit dem wir unter anderem Weiterbildungen, Qualifizierungen und Eingliederungszuschüsse finanzieren.
Jentsch: Hinzu kommt ein Budget von 5,2 Millionen Euro für den Jobcenter, das in Eingliederungsleistungen investiert wird.
WOCHENBLATT: Wie sind die Arbeitsmarkt-Aussichten für 2015?
Nippert: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert für unseren Agenturbezirk einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um 2,9 Prozent. Die Zahl der Menschen, die in dieser Region sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, wird demnach gleichzeitig um 2,1 Prozent steigen.
WOCHENBLATT: Vielen Dank für das Gespräch.