Wohin mit den Familien? Apensens Probleme mit dem Familien-Nachzug

Peter Sommer vor den Containern am Apenser Rathaus
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jd. Apensen. Die Flüchtlingswelle ist derzeit spürbar abgeebbt. Damit hat sich, wie in vielen Kommunen, auch in der Samtgemeinde Apensen das Problem der Unterbringung entspannt. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise kaufte die Samtgemeinde Wohncontainer, baute Holzhäuser und errichtete am Rande des Beckdorfer Gewerbegebietes sogar eine kleine Halle mit Asylbewerberunterkünften. Diese Halle konnte bislang aufgrund von Baumängeln nicht genutzt werden. Bis Ende dieser Woche sollen die Mängel behoben sein.

Laut Ordnungsamts-Leiterin Tanja von der Bey waren unter anderem die Vorkehrungen für den Brandschutz unzureichend und die Wasserleitungen nicht fachgerecht ausgeführt. Wegen des fehlenden Rücklaufs konnte das Leitungswasser nicht zirkulieren. Damit hätte die Gefahr bestanden, dass sich im Wasser gefährliche Legionellen-Keime bilden. Sobald alles in Ordnung ist, können die ersten Asylbewerber ihre Zimmer in der Halle beziehen. Das Gebäude sei auf 50 Personen ausgelegt, so von der Bey.

Derzeit sind in der Samtgemeinde genau 139 Asylsuchende registriert. Laut Quote müsse Apensen bis zum Jahresende noch 71 Flüchtlinge aufnehmen, so Rathauschef Peter Sommer. Inzwischen sind davon 20 in Apensen angekommen. Dem stehen 250 Plätze gegenüber, die die Samtgemeinde für die Asylbewerber bereithält. Eigentlich sollte damit genug "Luft nach oben" sein. Doch das ist nur Theorie: "Wir stellen auch weiterhin Unterkünfte für diejenigen bereit, die mittlerweile ihre Anerkennung haben und eigentlich aus den Asylbewerberquartieren ausziehen müssten", so von der Bey. Da dieser Personenkreis aber auf dem freien Wohnungsmarkt nichts finden würde, springe die Kommune in die Bresche.

Die Halle in Beckdorf ist ursprünglich auf die Nutzung durch Einzelpersonen ausgelegt. Laut von der Bay könne es aber durchaus sein, dass dort auch Familien untergebracht werden müssen. "Dort liegt nämlich unser aktuelles Hauptproblem", erklärt die Ordnungsamts-Chefin: "Wer offiziell als Flüchtling anerkannt ist und einen Aufenthalts-Status hat, darf seine Familie nachholen." So habe ein Flüchtling aus Syrien kürzlich seine Ehefrau und vier Kinder nach Apensen geholt. Von der Bey weiß von drei Flüchtlingen, dass diese einen Antrag auf Familienzusammenführung gestellt haben. Zwei weitere hätten das ebenfalls vor.

Für diese Familien muss die Samtgemeinde dann ebenfalls Wohnraum bereitstellen, sofern sie nicht selbst etwas finden. "Das wird jede Menge Kopfzerbrechen bereiten", meint von de Bey. Das Angebot an günstigen Wohnungen ist äußerst knapp." Da könnte die Beckdorfer Halle in Bezug auf die Unterbringung von Familien zumindest eine Zwischenlösung darstellen.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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