Berufssoldat aus Buchholz im Corona-Einsatz: "Ich freue mich, helfen zu können"

Bootsmann Sean Heimbold führt jeden Tag zahlreiche Telefonate mit Personen, die mit Coronainfizierten Kontakt hatten   Foto: Bundeswehr
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thl. Buchholz. Nicht nur im Landkreis Harburg sind Soldaten der Bundeswehr zur Unterstützung im Kampf gegen die Corona-Pandemie in der Verwaltung eingesetzt, um die Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln, damit weitere Infektionen verhindert werden können. Deutschlandweit sind aktuell rund 7.700 Soldaten in 411 Landkreisen in vergleichbaren Einsätzen tätig.
Einer dieser Soldaten ist Sean Heimbold aus Buchholz. Der 30-jährige Bootsmann gehört dem 1. Korvettengeschwader aus Rostock an. Nach seinem Wehrdienst 2011 hat sich Heimbold, der auch als Mediaberater beim WOCHENBLATT tätig war, 2019 als Berufssoldat verpflichtet.
"Wir sind insgesamt 22 Soldaten, die hier in Bad Doberan eingesetzt werden", erzählt er. "Abhängig vom Infektionsgeschehen rufe ich etwa fünf bis zehn Personen pro Tag an. Das Infektionsgeschehen kann sich aber schnell ändern und dann ist es wichtig, dass wir sofort reagieren können und mit der Kontaktnachverfolgung eine weitere Ausbreitung rasch eindämmen." Ein Gespräch dauere im Durchschnitt ca. 20 Minuten, wobei auch Telefonate bis zu 45 Minuten keine Seltenheit seien.
"Meine Aufgabe ist, mögliche Infektionsketten nachzuverfolgen. Das Gesundheitsamt erhält von Menschen, die positiv auf COVID-19 getestet worden sind, Listen mit den Kontakten der vergangenen 14 Tage. Diese Kontakte rufen wir an und befragen sie nach dem letzten Treffen mit dem Erkrankten, um einschätzen zu können, wie hoch das Infektionsrisiko ist. Kontakte, die einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt waren, werden an das Gesundheitsamt weitergeleitet, welches dann die Betroffenen in eine Quarantäne versetzt", erklärt Heimbold seine Aufgabe. Und wie reagieren die Angerufenen? "Die meisten Angerufenen sind schon vom positiv Getesteten informiert und erwarten unseren Anruf bereits", so der Bootsmann. "Die Angerufenen sind meistens einsichtig und haben ganz praktische Fragen, was jetzt zu tun ist. Selbstverständlich gibt es auch mal schwierige Telefonate, dann müssen wir Überzeugungsarbeit leisten, warum eine Quarantäne sinnvoll ist. Sollten in den Telefonaten Schwierigkeiten auftreten, die wir selber nicht lösen können, so stehen uns zu jeder Zeit Fachleute aus dem Gesundheitsamt zur Verfügung."
Um darauf aber reagieren zu können, erhielten Heimbold und seine Kameraden über mehrere Tage umfangreiche Schulungen durch die Fachleute vom Gesundheitsamt. "Zum Abschluss der Schulungen wurden Übungsgespräche durchgeführt. Wir haben auch einen Leitfaden entwickelt, der uns die Gesprächsführung erleichtert und sicherstellt, dass wir alle Informationen, die benötigt werden, abfragen", so Sean Heimbold, der sich nach eigenen Angaben freut, helfen zu können.
Der Unterstützungseinsatz ist zunächst bis zum 4. Dezember geplant. Ob die Soldaten länger benötigt werden, muss jeder Landkreis für sich selbst entscheiden.

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Thomas Lipinski aus Winsen

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