Berufsorientierung und Bewerbungen
Gemeinsames Projekt von Waldschule Buchholz und VerAplus
- Die Ansprechpartner für die Jugendlichen
- Foto: VerAplus
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Viele Jugendliche verbringen ihre Freizeit in den Sozialen Medien und vor der Spielekonsole und verbringen ihre Zeit mit Leuten ab, die das auch tun. Dann muss der Jugendliche sich plötzlich entscheiden, was er im kommenden Sommer nach der 9. Klasse eigentlich machen will. Wer gut in der Schule ist, kann sich weiter qualifizieren und den nächst höheren Schulabschluss anstreben. In der Regel sind die Jugendlichen noch schulpflichtig und können entweder ihre Schulpflicht an einer allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schule erfüllen oder eine Berufsausbildung antreten. Davor aber stehen die Entscheidung für einen Beruf und das Bewerbungsverfahren.
Arbeitgeber klagen nach Bewerbungs- und Auswahlverfahren immer wieder über unzureichend informierte und kaum vorbereitete Jugendliche. Ganz offensichtlich erreichen die Angebote zur Berufsorientierung viele Jugendliche nicht mit dem gewünschten Erfolg.
Die Waldschule in Buchholz ist deshalb in diesem Jahr einen neuen Weg gegangen: ihr in den 9. Klassen durchgeführtes Bewerbungsplanspiel führte sie mit Unterstützung von ehrenamtlichen Mentoren des SES Programms VerAplus durch. Die Schüler informierten sich vorab für das Planspiel im April über Berufe, wurden zu ihrer Berufswahl beraten und für das Bewerbungsverfahren fit gemacht. Für die Schüler sollte dieses Planspiel eine erste Übung sein. Die beteiligten Unternehmen lernten die Schüler und somit potentielle Auszubildende kennen. In diesem Jahr beteiligten sich am Planspiel die Firmen AHD-Ambulanter Hauspflege Dienst, Bäckerei Weiß, Hoth Tiefbau, Ostfriesische Teegesellschaft, Autohaus Kuhn + Witte, Obi Baumarkt, Regenbogen Kindergarten, Fritsche, Gartengestaltung Mark Casson und Möbel-Kraft.
Das ergibt ein breites Angebot an Ausbildungsberufen.
Der aktuelle 9. Jahrgang in der Waldschule umfasst drei Klassen. Im Rahmen des Projektes sollten alle Schüler ihre kompletten Bewerbungsunterlagen erarbeiten und sich mit ihren beruflichen Möglichkeiten und Neigungen auseinandersetzen. Neben der Anfertigung von Lebenslauf und Bewerbungsmappe fanden in Gruppengesprächen wie auch im direkten Dialog eine intensive Beratung durch die Mentoren und Lehrkräfte statt. Sie halfen den Schülern, sich mit der Berufswahl auseinanderzusetzen, eigene Stärken und Neigungen zu erkennen und einen Ausbildungsweg zu finden. Vieles wurde auch einfach mal praktisch geübt, wie z. B. das Telefonieren, ein Bewerbungsgespräch führen, sich auf Fragen vorbereiten oder sich eigene Fragen zu überlegen und zu stellen.
Für die Schüler war das alles neu, für die VerAplus-Mentoren war es Teil ihres beruflichen Lebens. So fiel es ihnen leicht, den Schülern die richtigen Tipps für ihre Bewerbungen zu geben. Wesentlicher war aber der direkte Kontakt mit berufserfahrenen, fremden Menschen aus einer ganz anderen Generation, die die Rolle eines zukünftigen Arbeitgebers bzw. Ausbilders kompetent einnehmen konnten. Solche Erfahrungen sind vielfach prägend und brachten den Schülern für ihre eigene Bewerbung mehr Sicherheit und Motivation.
Dank einer großzügigen Spende der Hoth Stiftung konnte die im Planspiel aufgebaute Motivation zum Ende der Veranstaltung noch einen schönen Höhepunkt erreichen. Schüler, Lehrkräfte und Mentoren fanden sich in den Klassenverbänden zu einer friedlichen „Kuchenschlacht“ zusammen.
Wenn die am Bewerbungsplanspiel beteiligten Firmen sich am Ende über „selbstsichere und besser informierte Schülerinnen und Schüler“ freuen, ist das Ziel der diesjährigen Berufsorientierungstage erreicht. Die Schülerinnen und Schüler treten freier auf, kennen sich im Bewerbungsverfahren besser aus und zeigen sich insgesamt motivierter und sicherer.
Wichtige Erfahrungen weitergegeben
Die VerAplus Mentoren waren sich nach den drei Schultagen einig: Wir haben das gute Gefühl, wichtige Erfahrungen weitergegeben zu haben. Der intensive Austausch mit den Jugendlichen forderte und machte Spaß und kann trotz der umfassenden berufsorientierenden Maßnahmen an der Waldschule in dieser sehr individuellen Eins-zu-Eins-Situation von Lehrkräften nur schwer geleistet werden. Den engagierten Lehrkräften der Waldschule mit ihren Schülern unterschiedlichster Herkunft und individuellen Förderbedarfen brachten wir eine besondere Achtung entgegen.
Alle Schüler sind um eine Erfahrung reicher, egal, ob sie nun weiter zur Schule gehen oder in eine Berufsausbildung wechseln möchten - jeder hat jetzt mal die Rolle des sich Bewerbenden eingenommen und das gesamte Verfahren mit wirklichen Akteuren aus der Praxis erlebt. Auch den eher Passiven ist bewusst geworden, dass persönliche Entscheidungen jetzt getroffen werden müssen - ob man es mag oder nicht.
Unterstützung von Jugendlichen
Die VerAplus-Mentoren gibt es im Landkreis Harburg seit zwei Jahren. Sie unterstützen junge Menschen in der Berufsorientierung und bei Problemen in der beruflichen Ausbildung kostenlos mit ehrenamtlichen Profis im Ruhestand. Dazu gehören Schulprojekte wie dieses, oft mit anschließender individueller und kostenloser Begleitung der Jugendlichen ins Berufsleben oder während der Berufsausbildung (Kontakt Buchholz@vera.ses-bonn.de)
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