Express-Brücke für die Bendestorfer Straße
Landkreis ist unter massivem Zeitdruck

Wenn die Fugen und Risse in der Brücke größer werden, ist absolutes Chaos angesagt. Die neue Brücke muss dringend her | Foto: os, Montage: olb
  • Wenn die Fugen und Risse in der Brücke größer werden, ist absolutes Chaos angesagt. Die neue Brücke muss dringend her
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Die fast 70 Jahre alte, marode, Bahnbrücke im Verlauf der K54/Bendestorfer Straße hat massive Mängel, das WOCHENBLATT berichtete bereits ausführlich. Da sich der Kreistag jüngst auf den Bau einer Express-Brücke geeinigt hat, wurde das Projekt nun in einer öffentlichen Informationsveranstaltung den Anwohnern vorgestellt.
60 Tage statt 21 Monate - das ist das große Ziel des Landkreises. Und die Ersparnis von 19 Monaten Verkehrs- und Umleitungschaos muss der Landkreis mit drei Millionen Euro bezahlen, soviel ist die Express-Brücke teurer als eine Brücke in konventioneller Bauweise. Aber nicht nur die Buchholzer werden dem Landkreis diese Investition danken, auch die Bewohner in Klein Vaensen, in Klecken und in Eckel  - durch diese Dörfer wird die 14 Kilometer lange Umleitung für den gesamten Verkehr inklusive Lkw und Busverkehr führen. Selbst diese angestrebten zwei bis drei Monate werden schwierig für die Nebenstraßen, aber immernoch ein Vorteil von rund eineinhalb Jahren.

Markante Schäden an den Arbeitsfugen - niemand weiß, wie es im Inneren aussieht

Die Brücke, die im Jahr 1956 gebaut wurde, hat markante Schäden an den Arbeitsfugen. Durch diese kann Feuchtigkeit in den Beton eindringen und der Stahl im Inneren könnte rosten. Da man nicht hineinsehen kann, was dort wirklich vor sich geht, könnten - theoretisch - die Betonspannköpfe rosten, zerfallen und ohne Vorwarnung reißen. Damit ist nicht nur der Verkehr auf der Brücke gefährdet, sondern auch die Bahn darunter. Daher werden die markanten Stellen engmaschig überprüft, in diesem Fall bedeutet das, dass einmal jährlich geprüft wird, ob die Risse größer werden. 
Aber abgesehen von neuen oder alten Rissen oder Fugen, die Brücke war vor siebzig Jahren für ganz andere Belastungen geplant, Autos waren kleiner und leichter und an Schwerlastverkehr mit 40 Tonnen war noch gar nicht zu denken.
Die neu geplante Brücke wird breiter werden. Die Fahrbahnen werden breiter inklusive eines Schutzstreifens für Radfahrer, auch die Fußwege auf beiden Seiten werden breiter.

Eile ist geboten, sonst sind die Firmen ausgebucht

Die größte Herausforderung für das Bauvorhaben ist jetzt allerdings, alles kurzfristig fertig zu planen. Noch gibt es keinen verbindlichen Förderbescheid des Landes. Ohne Förderung kann sich der Landkreis das Bauwerk schlicht nicht leisten. Sobald der aber vorliegt, muss umgehend die Ausschreibung zu Beginn des kommenden Jahres starten. Zwar hat der Landkreis im Vorwege schon mit Firmen gesprochen, ob sie das Projekt leisten können und wollen, aber unterschrieben ist nichts. Und da der Bund gerade eine Menge Geld in die Infrastruktur des gesamten Landes pumpt, ist die Buchholzer Brücke nicht die Einzige, die erneuert werden wird. Die wenigen Firmen, die diese Express-Brücken bauen können, sind in den nächsten Monaten sehr gefragt. Und das Zeitproblem liefert die Bahn: Nur im Februar 2028 kann für vier Wochen die Bahnstrecke gesperrt werden, das nächste Baufenster wäre erst im Jahr 2031 - keine Option für diese Brücke.
Gemischte Gefühle haben die Bürger noch bei der Verkehrsführung der Radfahrer: Hier soll es den sogenannten Mischverkehr geben, Autos und Fahrräder zusammen. Die Radfahrer, die aus Richtung Innenstadt zum Schwimmbad wollen, müssen sich also gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr auf der Linksabbiegerspur einfädeln. Auf den Hinweis, dass gerade hier oft sehr schnell gefahren wird, versprach der Landkreis, auch schon vor Baubeginn dort häufiger Verkehrskontrollen mittels Blitzer durchzuführen.

Redakteur:

Stefanie Hansen aus Tostedt

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