Buchholz
Schaf-Idyll statt Deponie

Überzeugten sich von der erfolgreichen Rekultivierung der ehemaligen Deponie: Martin Ehlers von der DB Netz (v.li) und Dr. Christian-Peter Kisten von der DB-AG mit Schäfer Marcus Fiske 
und Border Collie "Cap" im Hintergrund
  • Überzeugten sich von der erfolgreichen Rekultivierung der ehemaligen Deponie: Martin Ehlers von der DB Netz (v.li) und Dr. Christian-Peter Kisten von der DB-AG mit Schäfer Marcus Fiske
    und Border Collie "Cap" im Hintergrund
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  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Buchholz. Auf dem weitläufigen Grün herrscht pure Idylle, die grasenden Schafe strahlen eine Ruhe aus, die nur gelegentlich durch vorbeifahrende Züge auf den benachbarten Gleisen der Strecke Hamburg-Bremen gestört wird. Nichts erinnert mehr daran, dass auf dem fünf Hektar großen Gelände zwei Jahrzehnte lang Schotter lagerte und aufbereitet wurde. Die frühere Deponie der Deutschen Bahn, eine der größten im Norden, wird seit Ende 2015 von "tierischen Angestellten" - den Schwarzkopfschafen sowie weiß gehörnten Heidschnucken und Moorschnucken von Hobbyschäfer Marcus Fiske aus Buchholz-Suerhop - gepflegt.
Marcus Fiske hält 67 Schafe, die mit ihren 43 Lämmern auf Flächen in Asendorf, Kakenstorf, Trelde, Wenzendorf und auf der früheren Deponie grasen. "Die Fläche hier ist ideal eingezäunt. Und wir müssen nicht viel Arbeit hineinstecken, um die Schafe zu versorgen", sagt er. Für Mutterschafe eigne sich das Gras auf dem nährstoffarmen Boden allerdings nicht. "Der Boden aus Sandkuhlen braucht viele Jahre, bis sich ein Oberboden etabliert", erläutert Dr. Christian-Peter Kisten vom Sanierungsmanagement der Bahn.
Denn das Gelände war früher eine Sand- und Kieskuhle, bevor es für zwei Jahrzehnte an eine Firma verpachtet wurde, die Reststoffe aus der Instandhaltung der Gleise aufbereitete. 2010 begann die vom Sanierungsmanagement der Bahn betreute Rekultivierung, die vier Millionen Euro kostete, u.a. wurde ein Plateau geformt, das sich dem Landschaftsbild anpasst, und die Wiese mit Magerrasen und Kräutern angelegt.
Bei der naturnahen Wiederherstellung des Geländes musste zudem für den Grundwasserschutz eine Lösung gefunden werden, weil bei einer Untersuchung Belastungen des Bodens und des Grundwassers mit Herbiziden festgestellt worden waren. Um zu verhindern, dass Niederschlagswasser Schadstoffe in den Untergrund spült, wurde eine Kunststoffdichtungsbahn aufgebracht, die wiederum mit einem Meter Boden aufgefüllt wurde. Das Wasser, das die damals jungen Pflanzen nicht aufnahmen, wurde über zwei Entwässerungsgräben abgeführt. Eine Umweltbelastung habe aber nie bestanden, hatte 2015 ein Ingenieur für Geotechnik und Umweltmanagement bei einem Ortstermin betont.
"Es werden keine Schadstoffe mehr ins Grundwasser eingetragen", so Kisten zu den aktuellen Ergebnissen des regelmäßigen Monitorings. Dank der Wasseraufnahme durch die Pflanzen und Verdunstung blieben die Gräben inzwischen trocken. Es gebe keine großen Kosten für die Nachsorge, die Grünpflege übernehmen die Schafe, und der Bewuchs habe sich etabliert, so sein positives Fazit.

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