Schulsozialarbeit: Der Bedarf wird immer größer

AEG-Schulleiter Hans-Ludwig Hennig mit den Schulsozialarbeiterinnen Silke Finndorf (li.) und Daniela Petruschke
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Buchholz: Albert-Einstein-Gymnasium kapitalisiert Lehrerstunden, um Arbeitsstelle mitzufinanzieren

os. Buchholz. "Der Bedarf nach Schulsozialarbeit ist da, keine Frage. Und er wird immer größer. Deshalb sind wir sehr froh, dass wir Silke Finndorf und Daniela Petruschke haben." Das sagt Hans-Ludwig Hennig, Leiter des Buchholzer Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG). Durch die beiden Schulsozialarbeiterinnen stehen den Schülerinnen und Schülern am AEG an 46 Stunden in der Woche kompetente Ansprechpartnerinnen zur Verfügung, wenn es Probleme gibt. Und die gibt es reichlich, wissen Finndorf und Petruschke aus ihrer täglichen Arbeit.
Das AEG war Vorreiter und führte im Jahr 2014 als erstes Gymnasium im Landkreis Harburg dauerhaft die Schulsozialarbeit ein. Mit dem Gymnasium Hittfeld teilte sich die Buchholzer Schule eine Stelle. Das führte auf Dauer zu Schwierigkeiten bei der Koordinierung der Arbeitszeiten, sodass sich das AEG entschloss, in diesem Jahr mehr Stunden für die Schulsozialarbeit zu schaffen. Dafür wurden Lehrerstunden kapitalisiert. Zudem finanziert der Landkreis Harburg die Arbeitsstelle, zumindest so lange, bis das Land einspringt. Wann das sein wird, steht derzeit nicht fest.
"Die Elternhäuser leisten nicht mehr die Erziehung wie früher, die Verantwortung wird immer mehr an die Schulen abgegeben", erklärt Schulleiter Hennig. Das führe dazu, dass die Auffälligkeiten in den Gymnasien zunehmen. Früher habe es im Schnitt ein verhaltensauffälliges Kind pro Jahrgang gegeben, heute seien es eher vier pro Klasse. Hier greifen Silke Finndorf und Daniela Petruschke ein: "Sie sind wichtig, weil sie das System Schule befrieden und ruhig halten", lobt Hennig.
Die Schulsozialarbeiterinnen haben immer ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler. "Viele Schüler leiden darunter, dass zu Hause zu viel Stress herrscht", berichtet Silke Finndorf. Auch nach der Trennung der Eltern und die damit verbundene Neuorganisation des Alltags hätten zahlreiche Schüler Gesprächsbedarf. Zudem helfen die Schulsozialarbeiterinnen den Gymnasiasten dabei, sich besser zu strukturieren wenn sie die Befürchtung haben, das Lernpensum nicht (mehr) zu schaffen. "Gerade habe ich zudem mit einer Klasse, die mit einem Lehrer nicht zurecht kommt, besprochen, wie es in Zukunft besser laufen kann", erklärt Silke Finndorf.
Auch die Landesregierung hat den Bedarf an Schulsozialarbeit mittlerweile erkannt. Bis zum Jahr 2021 werde man 150 weitere Stellen in Niedersachsen schaffen, erklärt Holger Petruschke, "Dezernent für soziale Arbeit in schulischer Verantwortung" bei der Landesschulbehörde in Lüneburg. Zuerst würden neue Stellen zum 1. Januar 2019 in Gymnasien und Grundschulen geschaffen, später auch in anderen Schulformen.
Auch andere Schulen profitieren übrigens von den Erfahrungen, die Silke Finndorf und Daniela Petruschke am AEG in Buchholz gesammelt haben und weiter sammeln: Silke Finndorf führt jetzt Beratungsstunden für andere Schulsozialarbeiter durch.

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