Seebären zwischen Sentimentalität und Stolz

Da ist sie wieder: die „Heide-Witzka“ auf der Elbe bei Brunsbüttel
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Das Ende der achtmonatigen Jubiläumstour: Segelkameradschaft Buchholz hieß die Crew der „Heide-Witzka“ auf der Elbe willkommen

os. Buchholz. Großer Bahnhof für ein kleines Schiff: Mehr als 60 Mitglieder der Segelkameradschaft Buchholz (SKB) haben am vergangenen Sonntag auf der Elbe die Crew der Yacht „Heide-Witzka“ nach achtmonatiger Jubiläumstour - die SKB feierte 2013 ihr 25-jähriges Bestehen - und mehr als 12.000 Seemeilen (rund 22.000 Kilometer) wieder in Hamburg begrüßt. WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander begleitete die SKB auf dem gecharterten ehemaligen Wasserschutzpolizei-Schiff „Elbe 1“.
Je näher wir uns Brunsbüttel nähern - dort soll die Begegnung mit der „Heide-Witzka“ stattfinden -, desto mehr geht die ausgelassene Vorfreude in Anspannung über. Wie hat die Crew um den Skipper - Buchholz‘ Ex-Bürgermeister Norbert Stein - die Strapazen der letzten, neunwöchigen Etappe überstanden? In welchem Zustand ist die Yacht?
Jeder auf der „Elbe 1“ spricht über den 8. April: An jenem Dienstag geriet die „Heide-Witzka“ in Seenot, als durch eine schwere Gewitter-Böe das Vorstak (Drahtseil von der Mastspitze zum Bug) brach. An Segeln war fortan nicht mehr zu denken. Später wird Norbert Stein haarklein erklären, wie seine Crew - allen voran Steins Tochter Lena Bischoff-Stein - und er bei sechs Meter hohen Wellen die herumflatternden Segel bändigten. In der stundenlangen Aktion trieb das Boot 60 Seemeilen in die falsche Richtung - weg vom eigentlichen Ziel, der Atlantik-Inselgruppe Azoren. Stein informierte dann per Satellitentelefon den SKB-Vorsitzenden Jens Weidling von der misslichen Lage. Es folgte eine beispiellose Rettungsaktion, an dessen Ende die „Juan de la Cosa“ stand. Das spanische Versorgungsschiff kam der „Heide-Witzka“ zu Hilfe. Ingenieure des 75-Meter-Schiffes stabilisierten die Yacht, versorgten die Crew mit Lebensmitteln und Diesel. Bis zu den Azoren blieb die „Juan de la Cosa“ in Sichtweite, auf der Hauptinsel Horta wurde die „Heide-Witzka“ dann fit gemacht für die Rest-Tour in Hamburg.
In Buchholz bangten die SKB-Mitglieder mit. „Die Rettung war für uns wie ein Sechser im Lotto“, sagt Johann „Jonny“ Sperhake. Dem SKB-Bootswart ging der Notfall besonders nah. „Ich habe nächtelang nicht geschlafen, weil ich immer gedacht habe: ‚Was hast du bloß falsch gemacht?‘“, berichtet Sperhake. Die Augen des Seebären werden feucht.
Plötzlich ein Aufschrei: Ein SKB-Mitglied hat auf der Elbe, zwischen 360 Meter langen Containerriesen, die „Heide-Witzka“ entdeckt. Sie ist es! Tatsächlich. Sie sieht gut aus, die Crew ebenso. Mit ihren Vollbärten sind Stein, Werner Seichter und Wilfried Dreyer kaum zu erkennen. Als Willkommens-Gruß schmettern die SKB-Kumpel das Vereinslied und schieben eine Magnum-Flasche Sekt auf die „Heide-Witzka“. In die Euphorie auf der Rückfahrt mischt sich Sentimentalität und Stolz. „Dass wir diese Fahrt als kleiner Verein gestemmt haben, ist der Wahnsinn“, sagt SKB-Mitglied Thomas Homann.
Kurz vor Hamburg warten zwei Überraschungen auf die Yacht-Crew: An der Schulauer Schiffsbegrüßungsanlage wird ihr zu Ehren die Nationalhymne gespielt - das ist sonst Containerschiffen mit mehr als 1.000 Bruttoregistertonnen vorbehalten. Anschließend gibt es von einem Feuerwehrschiff eine Begrüßungs-Fontäne.
Kurz darauf macht die „Heide-Witzka“ in Finkenwerder bei der Heuer-Werft fest. Dort wird sie jetzt auf Vordermann gebracht. Der Rest sind Umarmungen, Küsse und gute Laune pur. Das Fazit von Norbert Stein: „Ich würde die Tour nochmal machen - aber nicht sofort!"
Übrigens: Am Samstag macht sich Jonny Sperhake mit der "Heide-Witzka" wieder auf den Weg. Ziel ist die dänische Südsee.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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