Protesttag zur Gleichstellung von Behinderten
Tempomachen für Inklusion

Auch ein Rollstuhlparcours war aufgebaut | Foto: Ute Küster
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Da war mächtig Stimmung auf dem Peets Hoff in Buchholz: Viele gutgelaunte Menschen ließen sich dort am Mittwoch über ein ernstes Thema informieren: die immer noch nicht vollständig vollzogene Einbeziehung von Menschen mit Behinderung in alle Alltagsbereiche, genannt Inklusion. Daher hatte das Netzwerk "barrierefrei leben" im Landkreis Harburg zu dem Protesttag für Gleichstellung von Menschen mit Behinderung eingeladen.

Den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde viel Musik geboten, u.a. von den "Bluetones", der Big Band des Gymnasiums Am Kattenberge, sowie drei inklusiven Musikbands. Menschen mit Behinderung, sie nennen sich Selbstvertreter, luden zu interaktiven Aktionen für Sensibilisierung und Selbsterfahrung ein, zum Beispiel dem Testen einer Rollstuhlrampe und eines Rollstuhlparcours sowie eines Leitsystems für Menschen mit Seheinschränkungen. Die Initiative Blickpunkt Auge hatte Brillen ausgelegt, die verschiedene Seh-Beeinträchtigungen simulieren. Auch gab es diverse informative Broschüren und die Ausstellung "Barrierefrei zum Nulltarif - geht das?".

Mischung aus Kultur,
Aufklärung und Begegnung

"Mit dieser Mischung aus Kultur, Aufklärung und Begegnung setzen wir ein starkes Zeichen für eine inklusive Gesellschaft und zeigen, dass Barrierefreiheit kein Sonderwunsch, sondern ein Menschenrecht ist", betont Ellen Kühn, Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe Lüneburg Harburg.

Mehr als zehn Millionen Menschen leben in Deutschland, die eine Behinderung haben, berichtete Christin Marquardsen von der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB). Im Rahmen des Protesttages werde auf die Barrieren hingewiesen, mit denen diese Menschen immer noch täglich konfrontiert sind. Und damits sind nicht nur die physischen Hindernisse gemeint, sondern auch die Barrieren in den Köpfen von Mitmenschen. Denn auch Menschen mit Beeinträchtigung möchten gleich behandelt werden.  

"Eine bunte und
inklusive Stadt"

Jan Bauer, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Buchholz und Schirmherr der Veranstaltung, würdigte die große Beteiligung der ehrenamtlich engagierten Menschen am Protesttag. "Buchholz ist eine bunte und inklusive Stadt", meinte Jan Bauer. Er weiß um die Bedeutung der Arbeit mit Menschen mit Handicap - einerseits durch seine Schwester, die eine Behinderung hat, andererseits als Vorsitzendender des Fördervereins des Freilichtmuseums am Kiekeberg, das sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung einsetzt, die im Museum mitarbeiten oder Bewohner des Wohnheims in Wennerstorf sind. 

• Zum "Netzwerk barrierefrei leben" gehören u.a. der Inklusionsbeirat des Landkreises Harburg, die Lebenshilfe, die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB), die Schule An Boerns Soll, das Netzwerk für Inklusion in Sozialarbeit und Assistenz (NISA), Fördern & Wohnen, Selbstvertretung.

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Barrieren in den Köpfen beseitigen
Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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