1200 neue Wohneinheiten auf Rütgersfläche
Verkehrskollaps vorprogrammiert?
- So könnte der Blick in das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Rütgersgelände aussehen
- Foto: Visualisierung: Jens Heitmann Architekturbüro
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Auf mehr als 15 Hektar Fläche soll in Buchholz auf dem ehemaligen Rütgers-Gelände das Neubaugebiet Lerchenfeld entstehen. 1200 Wohneinheiten, eine kleine neue Stadt in der Stadt, ungefähr so groß wie Dibbersen. Dass Wohnraum notwendig ist, daran zweifelt niemand. Aber inwieweit funktioniert das Großprojekt ohne Ostumfahrung? Verkehrsgutachter und Planer sind sich grundsätzlich einig, dass dieses ohne Ostumfahrung nicht funktioniert. Allerdings wurde eingeschränkt, dass möglicherweise der erste Bauabschnitt, das sogenannte Bahnhofsquartier, noch ohne Ostumfahrung realisiert werden könnte. Dafür könnten dann an den Buchholzer Knotenpunkten die Ampelschaltungen so optimiert werden, dass der Verkehr weiter fließen könnte. Der parteilose Bernhard Unger stellt sich dann aber offen die Frage, warum die Ampelschaltungen nicht schon jetzt optimiert werden könnten, wenn dies offensichtlich möglich sei, denn auch jetzt würden erhebliche Verkehrsprobleme in Buchholz herrschen. "Eine Verdichtung der Wohnbebauung in der Innenstadt ist toll, aber verkehrspolitische Planungen müssen dann fertig sein", so Unger. Auch Ausschussvorsitzender Jan Bauer (CDU) betonte, dass eine Realisierung ohne Ostumfahrung nicht möglich sei. Das allerdings sieht unter anderem die Buchholzer Liste anders, einige Ausschussmitglieder waren gar der Meinung, dass es in Buchholz keine Staus gebe.
Drei Bauabschnitte und Nahversorgung
Insgesamt soll das Lerchenfeld in drei Bauabschnitten realisiert werden: Das Bahnhofsquartier, Quartier am Park und Südquartier. Der Fachausschuss hatte einige Verbesserungen vorgeschlagen, es müsse mehr auf die Nahversorgung geachtet werden wie Bäcker, Pflegedienste oder Ärzte. In einem nächsten Schritt werden nun die Planer den Entwurf anpassen und bei der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Mai vorstellen.
Wann ein Baubeginn stattfinden könnte, kann nur ganz vorsichtig prognostiziert werden. Vor 2028/2029 wird das ganz sicher nicht passieren. Zuvor müssen die Altlasten aus dem Boden der Rütgersfläche entsorgt werden und niemand weiß ganz genau, ob da noch unangenehme Überraschungen warten.
Ein Aspekt geriet fast völlig in Vergessenheit: Der Lkw-Verkehr für die Sanierung der Fläche vor Baubeginn. Der Boden muss mit Schwerlast-Lkw abtransportiert werden, geplant sind 60 (!) Lkw am Tag. Hält das die Canteleu-Brücke langfristig aus?
Redakteur:Stefanie Hansen aus Tostedt |
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