Sexueller Missbrauch und häusliche Gewalt
Weisser Ring: Bedarf an Opferhilfe deutlich gestiegen

Prävention ist ein wichtiges Aufgabenfeld des Weissen Rings - hier mit Siegfried Dalinger (Edeka Dalinger, v. li.), Vera Theelen (Weisser Ring) und Stephanie Jahnert (Polizei Seevetal) | Foto: Kropp
  • Prävention ist ein wichtiges Aufgabenfeld des Weissen Rings - hier mit Siegfried Dalinger (Edeka Dalinger, v. li.), Vera Theelen (Weisser Ring) und Stephanie Jahnert (Polizei Seevetal)
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(os). Diese Zahlen sind alarmierend: Im vergangenen Jahr haben im Landkreis Harburg deutlich mehr Menschen als im Vorjahr nach Straftaten um Opferhilfe beim Weissen Ring gebeten. Das teilt die Kreis-Außenstelle von Deutschlands größter Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität mit.
Demnach wandten sich im Jahr 2021 insgesamt 113 Opfer von Straftaten (2020: 77) an die ehrenamtlichen Helfer des Weissen Rings. Hauptgründe für die Hilfegesuche waren Körperverletzung (45 / 2020: 26), häusliche Gewalt (38/15) und sexueller Missbrauch (33/18). Erschreckend: Unter den Opfern sexuellen Missbrauchs befanden sich 18 Personen, die entweder in ihrer Kindheit oder erst vor Kurzem als Kind missbraucht worden waren. Auch bei Nachstellung/Stalking (11/9), Bedrohung/Nötigung (9/12) und versuchtem Tötungsdelikt (3/3) wurde Hilfe ersucht.
Etwa 80 Prozent der Opfer waren weiblich, die Täter waren in den allermeisten Fällen Ex-Partner. Das jüngste Opfer war vier Jahre alt, fünf Hilfesuchende waren älter als 60 Jahre. "Wer Opfer einer Straftat wird, leidet oft an den Folgen und braucht vielerlei Hilfe: menschliche, psychologische, rechtliche und auch finanzielle", erklärt Karl-Heinz Langner, Leiter der Außenstelle Harburg Kreis. Der Weisse Ring finanzierte u.a. 37 Erstberatungen von Opfern bei Rechtsanwälten sowie 29 Beratungen bei Psychologen oder Traumaambulanzen für insgesamt 12.540 Euro. Für finanzielle Notlagen stellte die Organisation in 34 Fällen 9.334 Euro zur Verfügung.
Neben der Opferhilfe ist die Prävention ein wichtiges Aufgabenfeld des Weissen Rings. In fünf Vorträgen und acht Veranstaltungen wurden Bürger zu den Themen "Sicherheit im Alter", "Trickbetrug am Telefon" und "Cybercrime" sensibilisiert.
Die Helfer vom Weissen Ring benötigen selbst Hilfe - und zwar personelle. Willkommen sind vor allem Frauen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Hintergrund: Die weiblichen Opfer fühlen sich in der Obhut von weiblichen Helferinnen oft wohler. Interessentinnen melden sich bei Karl-Heinz Langner unter Tel. 0151-55164733. Unter dieser Telefonnummer ist der Weisse Ring auch für Opfer von Kriminalität erreichbar. Zudem können sich Menschen in Not an das zentrale Opfer-Telefon unter 116006 wenden.

Redakteur:

Oliver Sander aus Buchholz

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