Berührendes aus einem Künstlerleben
Wolfgang Niedecken begeisterte 500 Konzertbesucher in Buchholz
- Wolfgang Niedecken (re.) und Pianist Mike Herting auf der Bühne der Buchholzer Empore
- Foto: ce
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Den außergewöhnlichen Lauf eines Künstlerlebens konnten rund 500 Besucher in der Buchholzer Empore verfolgen, als BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken dort jetzt im Rahmen der Tour mit seinem Solo-Programm "Niedecken/Zwischen Start & Ziel" auftrat. Am Piano kongenial begleitet wurde er von Mike Herting.
Den Auftakt der gut dreistündigen Mischung aus Solo- und BAP-Songs sowie Erzählungen bildete - quasi als Klammer des Programms - das Lied "Alles relativ", in dem Niedecken den Bogen spannt von der behüteten Kindheit im Nachkriegs-Köln bis in die Gegenwart, wo er sich auf dem "dünner werdenden Eis der Zivilisation" schon mal fragt: "Dat ess nit mieh ming Welt, hührt mir noch einer zo?" Letztere Befürchtung erwies sich in Buchholz wie auch an den übrigen Tourstationen als unbegründet. Das Publikum hörte ihm begeistert zu - von den Erinnerungen an denkwürdige Begebenheiten rund um den "Chippendale Desch" im Elternhaus, über "Verdamp lang her" als immer wieder berührenden Gruß an den verstorbenen Vater bis zur Liebeserklärung "Zusamme alt" an Ehefrau Tina. Zum Gedenken an die langjährige, 2005 verstorbene BAP-Sängerin Sheryll Hackett hat er deren Lieblingslied "Dir allein" auf die Setlist genommen
Dass er nicht nur ein Mensch mit einem großen Herzen, sondern auch mit Haltung ist, bewies Wolfgang Niedecken an diesem Abend einmal mehr mit seiner Rock-gegen-Rechts-Hymne "Arsch huh - Zäng ussenander". "Die AfD ist genauso wenig eine Alternative für Deutschland, wie die DDR demokratisch wahr - alles Etikettenschwindel", stellte der unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Musiker klar.
Zum Finale gab es schließlich mit "Noh all dänne Johre" noch einen musikalischen Blick in den Rückspiegel des Lebens und als - vom Publikum stimmgewaltig begleiteten Rausschmeißer "Jraaduss". Mit dem Refrain kann man Wolfgang Niedecken, der im März 75 wird und demnächst mit BAP auf große "Zielgerade"-Tour geht, nur wünschen: "Bliev su, wie de wohrs - jraaduss!"
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Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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