Tankstellenbetreiber zieht nicht ins Canteleu Quartier in Buchholz / Planungen gehen weiter
Absage von Jet "bringt uns nicht aus der Ruhe"

Die derzeitige Planung sieht bis zu 240 Wohneinheiten im Canteleu Quartier vor
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  • Foto: Grafik: Schenk & Waiblinger / Bearbeitung: MSR
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os. Buchholz. Die Absage kam kurzfristig per E-Mail, nachdem die Bild-Zeitung bereits über die Entscheidung berichtet hatte: Schriftlich teilte die Geschäftsführung des Tankstellenbetreibers Phillips 66 mit, dass die Deutschlandzentrale ihrer Tochterfirma Jet in Hamburg bleibt und nicht ins Canteleu Quartier in Buchholz umzieht. "Wir waren leider nur zweiter Sieger", erklärt Andreas Tietz von der Firma "terra Real Estate", die mit dem Canteleu Quartier ein modernes Stadtquartier mit Wohnen, Kleingewerbe und Dienstleistungsgebäude an der Bahnhofstraße in Buchholz erstellen möchte.
Er habe "sehr deutlich" per Telefon seine Meinung über die späte Absage mitgeteilt, erklärt Tietz. Auf die Frage, ob das Canteleu Quartier von Jet als Druckmittel gegenüber der Hansestadt Hamburg genutzt wurde, um dort bessere Konditionen bei einem Verbleib zu bekommen, erklärt Tietz: "Am Ende des Tages sieht es leider danach aus." Es bringe aber nichts, jetzt im Groll zurückzuschauen. "Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen und haben das Canteleu Quartier zuletzt ja unabhängig von einem möglichen Umzug der Jet-Zentrale geplant", betont Tietz. Die Absage von Jet stelle das Canteleu Quartier nicht in Frage.
Genau mit der angesprochenen Planung haben "terra Real Estate" und das Hamburger Partnerunternehmen Köhler & von Bargen genug zu tun. Zuletzt hatten die Projektplaner im Mai mit neuen Plänen überrascht, die mit der Ursprungsplanung aus dem Jahr 2014 nichts mehr zu tun haben. Statt Hotel, Brauhaus oder Pflegeeinrichtungen sind jetzt 240 Wohneinheiten mit Ein- bis Dreizimmerwohnungen und Mikroappartements vorgesehen. Andreas Tietz ist nicht verborgen geblieben, dass zuletzt die Kritik an der geänderten Planung lauter geworden war. Damit meinte er die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Mai, als u.a. Christoph Selke, Ratsherr der Buchholzer Liste, von einer "Kehrtwende" gesprochen hatte. "Die Politik hatte offenbar ein anderes Konzept erwartet", erklärt Tietz.
Für das neue Konzept liege eine genehmigte Bauvoranfrage vor, betont er. Man befinde sich mit der Verwaltung in Detailabstimmungen. Dabei geht es primär um die Frage, wie die Parkplätze in dem Plangebiet dargestellt werden können. "Wir arbeiten an alternativen Parkkonzepten", erklärt Andreas Tietz. Bereits in den Ursprungsplanungen hatte es Kritik an den vorgesehenen Parkhäusern an der Canteleubrücke gegeben. Klar ist: Mit jetzt 240 Wohneinheiten wird sich das Parkplatzproblem noch einmal erheblich verschärfen. Es ist nicht davon auszugehen, dass jeder potenzielle Bewohner des Canteleu Quartiers auf ein Auto verzichtet. Der Verkehr aus dem Quartier wird zwangsläufig auf die Canteleubrücke geführt, die schon heute teilweise stark überlastet ist.
Teile der Politik sehen Gesprächsbedarf zu den Plänen. CDU-Ratsherr Ralf Becker etwa fragte in der vergangenen Sitzung des Stadtrates die Verwaltung, ob diese die Stimmung in der Politik zum Canteleu Quartier abfragen wolle. "Ich habe diese Frage ganz wertungsfrei gestellt", erklärt Becker auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Der Stadtrat habe in den vergangenen Jahren "unheimlich vielen Kompromissen und Veränderungen" zugestimmt. Natürlich sei man daran interessiert, die Bahnhofstraße aus ihrem jetzigen Zustand herauszuholen. "Wir sollten aber einmal abfragen, ob wir zu Beginn die Planungen wollten, die uns jetzt vorliegen", erklärt Becker. Bei einigen Ratsmitgliedern könne die Erkenntnis reifen, dass das nicht der Fall sei. Becker: "Das ist aber meine ganz persönliche Meinung."

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