Absurdistan - nur schlimmer!

Die merkwürdig anmutenden Einengungen sollen‘s richten: Auf der B3 bei Buchholz-Sprötze dürfen jetzt nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht fahren
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Neue Bahnbrücke an der B3 in Buchholz soll erst Ende 2018 (!) fertig sein

Moment mal

Was ist eigentlich die Steigerung von Absurdistan? Als ich im April 2013 über die Planungen zum Neubau der maroden Bahnbrücke an der Bundesstraße 3 zwischen Buchholz-Sprötze und Welle schrieb - damals wurde der Verkehr erstmals einspurig über die Brücke geleitet -, fragte ich ob der prognostizierten Planungs- und Bauzeit von viereinhalb Jahren: „Ja, leben wir denn in Absurdistan?“ Jetzt, zweieinhalb Jahre später, steht fest: Es wird alles noch viel schlimmer!
Dirk Möller von der Landes-Straßenbaubehörde in Lüneburg rechnet mit der Fertigstellung der neuen Brücke jetzt nicht vor Ende 2018. Wenn alles glatt läuft und niemand gegen den Planfeststellungsbeschluss klagt.
Für mich sind die Planungen für die neue Brücke ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn Bürokraten keinen Sinn für Pragmatismus haben. Und wenn sich der Herr der Bundesstraßen, Bundes-Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), einen feuchten Kehricht um den Zustand seiner Hauptverkehrswege kümmert. Er hatte mit seinem Prestigeprojekt Pkw-Maut aber auch alle Hände voll zu tun. Merke: Akute Probleme kann man nicht nur aus den Amtsstuben und mit den Buchstaben von Gesetzen lösen.
Wenn bei mir daheim etwas kaputt geht, versuche ich es schnell von Experten reparieren zu lassen. Wenn eine Brücke über eine vielbefahrene Bundesstraße marode ist, muss ein Planfeststellungsverfahren angeschoben werden. Nicht, dass sich noch ein Anwohner von der neuen Brücke gestört fühlt. Nicht, dass Flora und Fauna, die womöglich an der vielbefahrenen Bahnstrecke Bremen-Hamburg heimisch geworden sind, von dem Neubau Schaden nehmen.
Das Planfeststellungsverfahren war laut Dirk Möller schon im April 2013 weit fortgeschritten, jetzt, im November 2015, ist es immer noch nicht fertig! Was wurde eigentlich in den vergangenen zweieinhalb Jahren gemacht? Na ja, eben der Plan und seine Alternativen festgestellt. Die Straßenbaubehörde wollte den gesamten Verkehr über Tostedt ableiten. Dagegen gab es aus Tostedt berechtigten Widerstand. Also wurde Plan B aus der Tasche geholt: Jetzt wird auch noch eine Behelfsbrücke an der B3 geplant. Dirk Möller rechnet mit dem Baubeginn Mitte 2016 und mit der Fertigstellung Ende 2016. Wie gesagt: Für die Behelfsbrücke, nicht für den Neubau an sich. Eine Sperrpause für die Deutsche Bahn ist für November 2016 beantragt. Übrigens: Die Bundesrepublik Deutschland hält alle Aktien-Anteile an der Deutschen Bahn. Herr Dobrindt, wie wäre es mit einer kurzen Anweisung an Bahnchef Grube? Inhalt: „An einem bestimmten Termin werden wir die neue Brücke auf die Träger legen. Der Bahnverkehr muss in diesen Stunden ruhen, bereiten Sie sich darauf vor und erstellen Sie einen Ersatzfahrplan.“
Um der maroden Brücke nicht den Rest zu geben, wurde die Höchstlast über 20 Tonnen auf jetzt 3,5 Tonnen gesenkt. Dafür wurden in dieser Woche abenteuerlich anmutende Verkehrshindernisse installiert. Und auch die Ampel für die einspurige Verkehrsführung bleibt bestehen. Und der Lkw-Verkehr fließt jetzt doch durch Tostedt. Experten befürchten, dass die erst 2006 grundsanierte Bahnhofstraße Schaden nehmen wird.
Dass Deutschland Probleme bei der Planung und Umsetzung von Großbauprojekten hat, dürfte jeder mitbekommen haben. Dass die Behörden jetzt schon mit vergleichsweise kleinen Baumaßnahmen wie dem Neubau einer nur rund 200 Meter langen Bahnbrücke überfordert sind, hat eine neue Qualität. Eben Absurdistan, nur schlimmer! Oliver Sander

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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