Bürgermeisterwahl Buchholz
Bernhard Unger: Buchholz wieder lebenswert machen!
- Bernhard Unger weiß, wovon er spricht: Er ist ein Buchholz, der den Kontakt mit den Bürgern nicht erst vor der Wahl sucht
- Foto: Gleis 11 / Jens Schierenbeck
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Es wird eine spannende Wahl zum Bürgermeister der Stadt Buchholz. Tendenzen zeichnen sich zwar ab, doch entscheidend ist der Wahltag, Sonntag, 13. September. Axel-Holger Haase, WOCHENBLATT-PR-Redaktionsleiter, sprach mit dem Buchholzer Bernhard Unger, der sich als Kandidat zur Wahl stellt.
WOCHENBLATT: Herr Unger, was hat Sie dazu bewogen, sich zur Wahl des Bürgermeisters in Buchholz aufzustellen?
Bernhard Unger: Ich bin Buchholzer. Mein Ziel ist es, Buchholz für alle Bewohner, Senioren und Jugendliche, Familien und Singles, Neu- und Altbuchholzer und für unsere Geschäftsleute lebenswert, bezahlbar und barrierefrei zu gestalten. In den vergangenen Jahren hat das Niveau der Stadt gelitten. Das hört man, wenn man mit den Bürgern spricht, immer wieder. Sei es die Verschmutzung oder auch die Kriminalität. Buchholz verdient es, wieder lebenswerter zu werden.
WOCHENBLATT: Dazu zählt auch das Thema Verkehr?
Bernhard Unger: Auf jeden Fall. Das Buchholzer Straßennetz wurde vor mehr als 100 Jahren angelegt. Damals fuhren täglich 200 Autos durch das dörfliche Buchholz. Heute sind es 20.000 Fahrzeuge am Tag, die die Canteleu-Brücke queren. Wenn wir Buchholz fahrradfreundlich gestalten wollen, dann müssen wir Platz schaffen für Radwege. Das schaffen wir nur, wenn weniger Autos in und durch die Innenstadt fahren.
WOCHENBLATT: Das bedeutet auf jeden Fall die Ortsumgehung, den Ostring.
Bernhard Unger: Auf jeden Fall! Mit der Ostumfahrung leiten wir den Autoverkehr um Buchholz herum und nicht in die Innenstadt. Damit schaffen wir mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt, weniger Lärm, weniger Kohlendioxid auf den Hauptverkehrsstraßen und mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.
WOCHENBLATT: Viele Städte, die an einer Hauptverkehrsstraße liegen, haben Ortsumgehungen gebaut und es ist zu sehen, dass die Zentren mit Ortsumgehungen besser gestaltet werden können und den Bürgern mehr Lebensqualität bieten.
Bernhard Unger: Zudem schirmt der Autoverkehr des Buchholzer Rings die Fußgängerzone ab. Es kommen weniger Kunden in die City, mit der Folge, dass Geschäfte schließen.
WOCHENBLATT: Wie sieht es mit der Sicherheit in der Innenstadt aus? Es finden öfter Gewalttaten statt.
Bernhard Unger: Die Buchholzer Bürger fühlen sich unsicher. Wenn die Geschäfte geschlossen haben und die Innenstadt nicht mehr so frequentiert ist, steigt das Unsicherheitsgefühl. Dazu kommt, dass Alkoholkonsumenten die Fußgängerzone bevölkern. Auch bestimmte Bereiche von Buchholz erscheinen den Bürgern als nicht sicher. Das werde ich zusammen mit dem Ordnungsdienst ändern.
WOCHENBLATT: Wie sieht es mit einer Kameraüberwachung aus?
Bernhard Unger: Es gibt mittlerweile die Möglichkeit der intelligenten Gefahrenfrüherkennung. Das heißt Ereigniserkennung statt Gesichtserkennung. Der Mensch entscheidet, wenn das Ereignis der Polizei oder den Sicherheitskräften gemeldet wird. Datensparsamkeit und kurze Speicherfristen und vor allem Transparenz, damit unsere Bürger wissen, wo, warum und nach welchen Regeln der Raum gesichert wird.
WOCHENBLATT: Nochmals zur Verkehrssituation. Wie sehen Sie den Fortschritt beim Mühlentunnel?
Bernhard Unger: Der Mühlentunnel und der Straßenabschnitt vom Tunnel zur Bremer Straße sind das größte Nadelöhr und die gefährlichste Radfahrstrecke für Kinder in Buchholz. Der schmale Bürgersteig im Tunnel und die Einordnung der Radfahrer nach links auf den Radweg der Bremer Straße zum Schulzentrum II sind hochgefährlich. Nach Auffassung der Stadtverwaltung müssen wir noch zehn Jahre auf den Tunnelbau warten. Dann hätten wir das Jahr 2036. Das ist für die Buchholzer nicht tragbar! So ambitionslos kann man die größte Stadt im Landkreis Harburg nicht entwickeln. Meine Meinung: Der neue Mühlentunnel muss 2031 in Betrieb gehen. Das erfordert Gemeinsinn und Solidarität aller Buchholzer, denn wir werden einen Teil der Investition durch Sparmaßnahmen gegenfinanzieren müssen. Aber: Je länger wir warten, desto teurer wird der Tunnel und desto größer werden unsere Verkehrsprobleme. Wir können froh sein, dass am Mühlentunnel noch niemand zu größerem Schaden gekommen ist.
WOCHENBLATT: Buchholz wächst. In den vergangenen Jahren sind viele Wohnungen entstanden. Wie sehen Sie die Zukunft auf diesem Sektor?
Bernhard Unger: Momentan gibt es die Bebauungsplanung für circa 3.000 Neubürger mit der Rütgersfläche in der Südstadt und mit der neuen Oststadt hinter dem Finanzamt. Diese Projekte sind aber nur umsetzbar, wenn wir die Verkehrssituation und die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen im Vorfeld beschließen und auf den Weg bringen.
WOCHENBLATT: Wie kann das funktionieren?
Bernhard Unger: Ich setze mich für diese Ziele ein. Als Bürgermeister sehe ich meine vordringliche Aufgabe darin, mit einem starken Team in der Stadtverwaltung alle Ratsfraktionen zu mehr Miteinander zu motivieren. Wir können Buchholz nur gemeinsam voranbringen und die Lebensqualität erhöhen.
WOCHENBLATT: Herr Unger, wir danken für das Interview.
Ein Buchholzer für Buchholz:
"Für eine Stadt oder Region kann sich am besten einsetzen, wer dort seine Wurzeln hat" – so lautet eine Aussage. Mit Bernhard Unger hat Buchholz einen solchen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Seit 59 Jahren ist Buchholz seine Heimatstadt. "Als Familienmensch und Unternehmer liegt mir Buchholz am Herzen", sagt Bernhard Unger. Er geht mit offenen Augen und Ohren durch Buchholz und spricht mit den Bürgern, wo immer er mit ihnen in Kontakt kommt.
Als Ortsbürgermeister von Holm-Seppensen weiß Unger, was ein Ehrenamt bedeutet. Er motiviert die Bürger, sich für ihren Ort oder ihre Stadt einzusetzen. Dabei geht Bernhard Unger stets voran. Während der Pandemiezeit gab es zum Beispiel in Holm-Seppensen kein Testzentrum. Bewohner des Ortes mussten erst nach Buchholz, um sich dort testen zu lassen. Unger sorgte dafür, dass Holm-Seppensen im damals geschlossenen Galloway ein Testzentrum mit einem Arzt erhielt.
Regelmäßig werden in Holm-Seppensen Müllsammelaktionen, Weihnachtsbeleuchtung oder Feste für die ganze Bevölkerung mit vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen durchgeführt. Bernhard Unger ist stets dabei: "Sauberkeit und Sicherheit sind für Bürger wichtige Themen."
Bereits sein Vater setzte sich als Kommunalpolitiker für die Stadt Buchholz ein.
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