Erst Freude, dann Frust

Kann sich die Stadt dieses Projekt leisten? Der Mühlentunnel-Ausbau droht deutlich teurer als kalkuliert zu werden
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  • hochgeladen von Oliver Sander

Stadt Buchholz blickt auf das Jahr 2018 zurück: Auch der Mühlentunnel-Neubau ist ein Thema

os. Buchholz. Die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau der Waldschule starteten, Parken mit dem Handy wurde eingeführt, Buchholz feierte 60 Jahre Stadtrechte, der Haushalt wurde gläsern (s. Artikel auf S. 2): Das Jahr 2018 war aus Sicht der Buchholzer Stadtverwaltung um Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse sehr ereignisreich. Im Jahresrückblick lässt die Verwaltung die vergangenen zwölf Monate noch einmal Revue passieren.
• Unter der Überschrift "Tunnelblick" wird der Mühlentunnel-Neubau thematisiert. Im April gibt es gute Nachrichten aus Hannover: Das Land Niedersachsen sagt in Person des Wirtschaftsministers Dr. Bernd Althusmann zu, 60 Prozent der zuschussfähigen Kosten aus Mitteln des Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) zu fördern. Im Dezember weicht die Freude purem Frust: Die Ergebnisse der Ausschreibung liegen vor, das günstigste von drei Angeboten liegt bei 36 Millionen Euro und damit doppelt so hoch wie die kalkulierten Baukosten. Folge: Bürgermeister Röhse ruft alle Beteiligten dazu auf, Alternativszenarien zu entwickeln. Auch Einsparpotenziale zu alternativen Bauverfahren und -abläufen müssten auf den Tisch. Wenn alle Fakten bekannt seien, werde man gemeinsam mit der Politik beraten, wie es weitergeht. "Oberste Maxime ist und bleibt: Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt muss in jedem Fall gewährleistet sein", betont Röhse. Er werde kein Verfahren vorschlagen, das diese in Frage stelle. Nach WOCHENBLATT-Informationen will die Stadt im ersten Schritt die Bindefrist der Angebote verlängern, um in Ruhe entscheiden zu können und nicht bis Ende Januar den Auftrag vergeben zu müssen.
• Das Wildschweinproblem im Steinbachtal in Buchholz ist nach wie vor nicht gelöst. Zwar erschießt ein von der Stadt beauftragter Jäger Anfang des Jahres drei Tiere, doch im November zerwühlen Wildschweine erneut Grundstücke rund um den Seppenser Mühlenweg.
• Der Startschuss für eine der derzeit größten Baumaßnahmen fällt im Februar: Baudezernent Stefan Niemöller informiert Nachbarn über die anstehenden Rodungsarbeiten für den Anbau an der Grund- und Oberschule Waldschule. Bis 2020 soll an der Parkstraße ein Erweiterungsbau mit 18 Klassen-, jeweils sechs Funktions- und Gruppen- sowie drei Besprechungsräumen entstehen. Kosten für den Bau: rd. 8,4 Millionen Euro.
• Die am 20. Juni vom Land beschlossene Gebührenfreiheit für die Kita-Betreuung reißt tiefe Löcher in den Buchholzer Haushalt. Die Stadt muss jedes Jahr 800.000 Euro aus dem eigenen Etat beisteuern. Hintergrund ist die besondere Angebotsstruktur in Buchholz mit langen Öffnungs- und Betreuungszeiten sowie flexiblen Buchungsmöglichkeiten für die Eltern. "Das wird in den Erstattungsbeträgen des Landes leider nicht berücksichtigt", kritisiert Erster Stadtrat Dirk Hirsch.
• Beim achten Benefizlauf "Run 4 Help" des Lions Clubs Buchholz-Nordheide kommen 36.000 Euro für die Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg zusammen. Die Anmeldungen für die neunte Auflage am 5. Mai 2019 laufen schon jetzt unter www.run-4-help.de.
• Hunderte Buchholzer feiern im August mit beim Tag der offenen Tür anlässlich "60 Jahre Stadtrechte Buchholz". Besonders die Ausstellung mit den Aufnahmen aus dem alten Buchholz kommt so gut an, dass sie Anfang 2019 noch einmal gezeigt wird.
• Im Jahresrückblick der Stadt nicht textlich erwähnt, doch für die WOCHENBLATT-Redaktion eines der prägendsten Entwicklungen in der Nordheidestadt ist das Projekt "Buchholz 2025plus". Nach jahrzehntelangen Diskussionen um den Ostring schien das Projekt, das die Planung einer Ostumfahrung und den Bau von bis zu 1.500 Wohneinheiten koppelt, auf gutem Weg. Im Laufe des Jahres wachsen aber die Zweifel, ob der Kompromiss hält. Die Stellungnahme von Gabriele Wenker, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, auf die WOCHENBLATT-Nachfrage zur Kostenexplosion beim Mühlentunnel-Neubau spricht Bände: Wenn der Tunnel gebaut sei, erledige sich womöglich die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße im Osten der Stadt, erklärte Wenker. Vielleicht muss sie sich die Verkehrsströme in Buchholz noch einmal genau anschauen, denn eines ist klar: Der Mühlentunnel wird die Stauproblematik auf den Hauptverkehrsachsen - gerade auf der Nord-Süd-Achse Hamburger Straße, Kirchenstraße, Soltauer Straße - nicht beheben.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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