Alle Bürgermeisterkandidaten kamen zu Wort
Podiumsdiskussion mit sechs Kandidaten
- Die Kandidaten auf dem improvisierten Podium wurden souverän vom Moderator geführt. Prof. Dr. Christian Berg (v. li.) führte durch den Abend, Dirk Hirsch (CDU), Max Ostermeier (AfD), Dr. Michael Riedel (parteilos), Bernhard Unger (parteilos), Grit Weiland (WfB) und Heike Werner (SPD)
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Eine Podiumsdiskussion ohne Podium und ein Einhorn, das eine Jungfrau suchte - der Abend in der Buchholzer Rathauskantine war ein gelungenes Format, informativ und kurzweilig.
Das Buchholzer Klimaforum organisierte die Podiumsdiskussion, zu der alle Kandidaten für das Buchholzer Bürgermeisteramt eingeladen waren. Schon vor Beginn der Veranstaltung wurde gegen die AfD demonstriert, ruhig und friedlich. Schnell stellte sich heraus, dass die Rathauskantine dem Ansturm der Besucher nicht gewachsen war, die mehr als 200 Besucher saßen auf Tischen, Mauern, Treppen und auf dem Boden. Gleich zu Beginn verlas Pressesprecher Oliver Sander ein Statement des amtierenden Bürgermeisters Jan-Hendrik Röhse, in dem dieser deutlich machte, dass das Klimaforum eine städtische Institution sei und damit für Neutralität stünde und es deshalb selbstverständlich sei, alle zur Wahl zugelassenen Bürgermeisterkandidaten zur Podiumsdiskussion einzuladen. Schon kurz danach wurde der erste Störer des Saales verwiesen, er ging nur widerwillig und laut pöbelnd, weitere Demonstranten verließen kurz danach die Rathauskantine.
Noch während der Begrüßungen schaute ein junger Mann in einem aufblasbarem Einhornkostüm in die Rathauskantine und fragte: "Gibt es hier eine Jungfrau?" Auf dem Parkplatz vor dem Rathaus wurde sein 30. Geburtstag gefeiert. Unter großem Gelächter aber erfolglos verließ er umgehend wieder die Versammlung.
Moderator Prof. Dr. Christian Berg (Mitglied des internationalen Club of Rome) führte souverän durch den Abend, dessen Schwerpunkt die Klimapolitik mit allen Facetten war. Für eine Fragestunde hatte jeder Kandidat eine rote und eine grüne Karte und konnte so sofort bei einer Fragestellung Zustimmung oder Ablehnung zeigen.
Bei der Frage zur Ostumfahrung war Grit Weiland die einzige, die kategorisch dagegen stimmte, Michael Riedel macht seine Zustimmung davon abhängig, wie viele neue Wohneinheiten in Zukunft gebaut würden. Unger begründete seine Zustimmung unter anderem damit, dass ein großer Faktor für den CO2 -Ausstoß die permanente Stausituation in der Stadt sei.
Dirk Hirsch, Grit Weiland, Michael Riedel und Bernhard Unger würden gern die Fußgängerzonen vergrößern, da unter anderem die Möglichkeit der persönlichen Begegnungen gut für das zwischenmenschliche Stadtklima sei. Alle Kandidaten wollen zukünftig mehr Geld für den Klimaschutz ausgeben, auch wenn es anderswo eingespart werden müsste. Ebenso wollen alle aktiv gegen Schottergärten vorgehen, Michael Riedel setzt weiterhin auf autonomes Fahren, Unger wünscht On-Demand-Shuttles, die die Zeit vom Ende des Buchholz-Busses bis zum morgendlichen Wiederbeginn überbrücken, Grit Weiland sieht die geplante Bebauung der Rüttgersfläche als Lösung zum fehlenden (bezahlbaren) Wohnraum und Max Ostermeier möchte keine weiteren Windräder um Buchholz herum bauen, er sieht das Potential der nachhaltigen Energie vielmehr in Photovoltaik-Anlagen, die auf Dächern installiert werden.
Auf die Frage, was sie als Bürgermeister umgehend im ersten Jahr in Angriff nehmen würden, antwortete Dirk Hirsch: Die alten Zeiten des Buchholz-Busses sollten zurückkehren und PV-Anlagen auf allen Dächern von öffentlichen Gebäuden installiert werden. Max Ostermeier würde sofort mit der Entsiegelung von gepflasterten Flächen beginnen, Michael Riedel 15 Euro pro Einwohner pro Jahr in den Ausbau des Radverkehrsnetzes investierten, Bernhard Unger würde die Innenstadt weiter begrünen, Grit Weiland möchte erst einmal jedes Projekt genau überprüfen und nichts versprechen und Heike Werner will mehr Sitzgelegenheiten in der Fußgängerzone schaffen und mehr resistente Bäume.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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