Klimastreik
"Symbolpolitik wird uns nicht retten"

"Wir sind gestorben durch Dürre, Vermüllung, Luftverschmutzung": In Buchholz legten sich die Demonstranten symbolisch auf die Straße
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thl/os. Winsen/Buchholz. Dieser Protest hatte eine besondere Wucht: Die Klimademos am vergangenen Freitag waren die größten Demonstrationen der vergangenen Jahre im Landkreis Harburg mit insgesamt weit über 2.000 Teilnehmern. Mit Sprüchen wie "Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahren" oder "Weniger Asphalt, mehr Wald" forderten die Protestler mehr Engagement für einen wirksamen Klimaschutz.
In der Kreisstadt Winsen setzten sich zunächst zwei Demonstrationszüge mit Schülern von den beiden Gymnasien aus in Richtung Bahnhof in Bewegung und trafen dort auf Vertreter verschiedener Bündnisse, wie z.B. der Kirche, des NABU und der Grünen. Anschließend zogen rund 500 Personen weiter auf den Schlossplatz in der Innenstadt zur Abschlusskundgebung. "Wir sind bunt, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut", ertönte immer wieder aus der Menge. "Wir fordern den sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle und eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad. Nur dann können wir die Welt noch retten", machte eine Rednerin deutlich. Mit dem Slogan "Hoch für Klimaschutz, runter für die Kohle" wurde anschließend eine Art La Ola-Welle durchgeführt. Parallel dazu läuteten die Glücken der benachbarten St. Marien-Kirche. "Das war unser Beitrag zum Protest", so Pastor Markus Kalmbach.
Dass Klimaschutz nicht nur ein Thema für die Jugend ist, zeigte das bunt gemischte Alter der Teilnehmer. Sogar Senioren gingen mit auf die Straße und gaben sich eigene Namen wie "Uromi for Future" oder "Mumie for Future".
In Buchholz hatten die Organisatoren von "Fridays for Future", unterstützt von der jüngst gegründeten Ortsgruppe "Parents for Future" sowie Umweltschutzorganisationen, rund 1.500 Demonstranten mobilisiert. Gemeinsam zogen sie von der St.-Paulus-Kirche durch die Innenstadt zur zentralen Abschlusskundgebung auf dem Peets Hoff. "Es hat sich leider noch nicht viel geändert. Symbolpolitik, wie sie zuletzt in Berlin gemacht wurde, wird uns nicht retten", kritisierte Lena Brauer, Mitorganisatorin von "Fridays for Future".
In Tostedt setzten über 100 Bürger auf Initiative von Claudia Lembke vor dem Rathaus ein Zeichen für mehr Klimaschutz. In der Sache erhielten sie Unterstützung von Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam: "Im Verhältnis zu den Ankündigungen ist bei der CO₂-Einsparung sehr wenig passiert, sodass das Anliegen mehr als berechtigt ist."

Auf ein Wort

Einschränkung und Umstellung

Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren der Klimaschutzdemos für die kräftigen Zeichen, dass das Thema Klimaschutz mitten in der Gesellschaft angekommen ist. Jedem muss aber klar sein, dass es noch ein sehr weiter Weg ist, bis jeder von der Notwendigkeit zu handeln überzeugt ist.
Das zeigt sich nicht nur in der Handlungsweise von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU), die erst das Klimaschutzpaket anpreisen und dann mit zwei verschiedenen Flugzeugen an einem Tag in die USA fliegen. Es zeigt sich auch in Kommentaren im Internet. Dort werden die Organisatoren genauestens beäugt und z. B. kritisiert, dass die Plakate in Plastik eingeschweißt sind. Das mag sein, lenkt aber vom Grundproblem ab: Wenn nicht jeder seinen Beitrag zur Minderung des Klimawandels leistet, werden die nachfolgenden Generationen keinen lebenswerten Erdball mehr haben.
Der Weg wird lang, schwierig und ist mit Einschränkung und Umstellung der Lebensweise verbunden. Ihn nicht zu gehen, bedeutet den Anfang vom Ende der Menschheit.
Oliver Sander 

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