Buxtehude: Eine dramatische Entwicklung

Geschockt von der Entwicklung um ihren Sohn Israfil: Vater Ismail, Bruder Ahmed, Schwester Stahra und Mutter Sara Talibi
2Bilder
  • Geschockt von der Entwicklung um ihren Sohn Israfil: Vater Ismail, Bruder Ahmed, Schwester Stahra und Mutter Sara Talibi
  • hochgeladen von Alexandra Bisping


Eltern verzweifelt: Zwölfjähriger Junge darf noch immer nicht zu seiner Familie

ab. Buxtehude. Eine neue gesetzliche Regelung zum Familiennachzug ist am 1. August in Kraft getreten. Liegen humanitäre Gründe vor, beispielsweise die Trennung von Eltern und minderjährigen Kindern, dürfen bis zu 1.000 Menschen pro Monat zu Angehörigen mit subsidiärem Schutz in Deutschland nachkommen. In der Praxis hakt es aber: Wie berichtet, wurde der jetzt zwölfjährige Israfil von seiner Familie auf der Flucht aus Afghanistan nach Deutschland vor zweieinhalb Jahren getrennt. Seitdem versuchen Sara und Ismail Talibi verzweifelt, ihren Sohn nach Deutschland zu holen. Bislang vergebens.

Eine glückliche Wende schien greifbar: Das WOCHENBLATT hatte einen Spendenaufruf gestartet, damit Israfil Talibi vom afghanischen Kundus aus in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen konnte. Dank der eingegangenen Spenden wurde dort in der Deutschen Botschaft ein DNA-Abgleich gemacht, der bewies, dass Israfil der Sohn von Sara Talibi ist. Ein Bekannter eines Onkels hatte den Zwölfjährigen bei sich aufgenommen und ihn auch in das 800 Kilometer entfernte Islamabad begleitet.

Jetzt die niederschmetternde Nachricht: Der Antrag auf ein beschleunigtes Verfahren wurde abgelehnt. Begründung: Für den Jungen bestehe in Afghanistan keine unmittelbare Gefahr. Eine Katastrophe für Israfil und seine Familie.

"Wir sind alle am Boden zerstört, mein Sohn in Afghanistan und wir hier in Buxtehude", erzählt Sara Talibi bedrückt. Nachdem die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen groß war, liegen jetzt die Nerven blank. Dem Jungen, der wieder in den Kundus zurückkehren musste und weiter in der Familie des Bekannten lebt, gehe es nicht gut. Wie sie erfahren habe, sei er krank, esse kaum noch und weine viel, berichtet die Mutter, die sich sehr um den gesundheitlichen Zustand des Sohnes sorgt. Was Sara Talibi außerdem beunruhigt: Der Bekannte habe angekündigt, Israfil maximal noch zwei Monate zu beherbergen. Dann müsse der Junge ausziehen.

Die Situation scheint ausweglos, das Kind so schnell wie möglich wieder mit seinen Eltern in Buxtehude zu vereinen. Gibt es andere Wege?
Das WOCHENBLATT hat beim Niedersächsischen Flüchtlingsrat in Hannover nachgefragt. "Eigentlich liegt bei dem Jungen eine Härtefallregelung vor", sagt Karim Alwasiti, Experte für Familiennachzug. Diese treffe seinen Schätzungen nach allein in Afghanistan auf 60 bis 120 Menschen pro Monat zu. "Es existiert aber kein Rechtsanspruch, sondern es müssen humanitäre und integrative Gründe greifen."

Alwasiti meint, dass das Verfahren selbst in Härtefällen sehr kompliziert sei. Die Bereitschaft es abzukürzen, sei kaum vorhanden. Der Experte befürchtet, dass es sich auch in diesem Fall noch in die Länge ziehen wird. Er empfiehlt, beim Auswärtigen Amt in Berlin um Beschleunigung zu bitten. 

Das WOCHENBLATT hat auch in Berlin nachgefragt. Dort hieß es, aus Datenschutzgründen könne man zu diesem Fall keine Auskünfte erteilen.


An alle Spender

Die Kirchengemeinde Borstel, die das Spendenkonto für Israfil verwaltet, hat eine Bitte: Wer seine Adresse nicht auf der Überweisung vermerkt hat, wird gebeten, sie per Mail an KG.Borstel@evlka.de oder telefonisch unter 04162 - 313 nachträglich mitzuteilen. Für alle Spenden unter 50 Euro reicht der Einzahlungsbeleg der Bank als Bescheinigung aus..

Geschockt von der Entwicklung um ihren Sohn Israfil: Vater Ismail, Bruder Ahmed, Schwester Stahra und Mutter Sara Talibi
Ein harter Rückschlag für den zwölfjährigen Israfil, der seine Familie seit mehr als zwei jahren nicht gesehen hat
Panorama
Stramme Waden und äußerst fesche Dirndl: Die WOCHENBLATT-Leser zeigen, dass auch Norddeutsche im zünftigen Oktoberfest-Outfit eine sehr gute Figur machen. Zudem so originell wie dieses „O' zapft is!“-Foto
30 Bilder

Schöner geht es kaum
Das sind die Gewinner der Foto-Aktion im WOCHENBLATT: Zeigt uns eure Waden!

(tw). Was für eine überwältigende Resonanz: Sie, liebe WOCHENBLATT-Leser, haben uns wirklich sehr schöne Fotos von ihren "Wadln" geschickt und sind oftmals sogar extra in Dirndl und Krachlederne geschlüpft. Dies machte die Entscheidung so schwer, dass das WOCHENBLATT-Redaktionsteam den Lostopf aktivierte und die Gewinner daraus zog. Die drei zünftigen Oktoberfestpakete für je drei bis fünf Personen erhalten - - im Landkreis Harburg:  Uwe Kugel aus Buchholz, Maike Häcker aus Holm-Seppensen...

Panorama
"Inspirierender Abend": Auch Empore-Chef Onne Hennecke (li.) war beeindruckt vom Gastspiel des Filmproduzenten, Autors und TV-Moderators Hubertus Meyer-Burckhardt
3 Bilder

Interview mit dem Filmproduzenten, Autor und TV-Moderator
Hubertus Meyer-Burckhardt las in Buchholz aus neuem Buch

ce. Buchholz. "Seine NDR-Talkshow ist eine TV-Instanz wie die Tagesschau und der 'Tatort'": So fulminant kündigte Onne Hennecke, Geschäftsführer des Buchholzer Veranstaltungszentrum Empore, Hubertus Meyer-Burckhardt (64) an, als der dort am Mittwoch aus seinem neuen Buch "Diese ganze Scheiße mit der Zeit - Meine Entdeckung des Jetzt" (ISBN 978-3-8338-7037-8) las. Es war die erste Veranstaltung in der Empore nach halbjähriger Corona-Pause vor - wenn auch reduziertem - Publikum. Eine bei...

Politik
Klaus-Jörg Bossow, Geschäftsführer der kreiseigenen Rettungsdienstgesellschaft

Einstimmiger Beschluss
Unterversorgt: Landkreis Harburg will zusätzlichen Notarzt

(ts). Der Landkreis Harburg sieht den dringenden Bedarf für ein zusätzliches Notarztfahrzeug im 24-Stunden-Betrieb in seinem Gebiet. Die Kreisverwaltung wird deshalb in Verhandlungen mit den Krankenkassen treten, die die Kosten übernehmen müssten. Den Auftrag dazu hat der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Kreistags am vergangenen Dienstag einstimmig erteilt. Das politische Mandat, der Bedarfsfeststellungsbeschluss des Kreistags, gilt als hilfreich bei den Verhandlungen mit den...

Blaulicht

Prozess vor dem Amtsgericht Buxtehude
Versuchter Missbrauch und Kinderpornos: 1.500 Euro Strafe

tk. Buxtehude. Wenn der Richter eindringlich nachfragt, ob der Angeklagte viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, etwa als Jugendtrainer, und die Anklage auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornographie lautet, dann sollte der Mann auf der Anklagebank ahnen, dass eine Geldstrafe noch ein relativ milder Schlussstrich unter einem Verfahren ist. In Buxtehude wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes dieser Pornos zu 60 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt.   Bei dem Buxtehuder, der ohne...

Blaulicht

zehn tage Bauarbeiten
A7 im Horster Dreieck wird in Richtung Hamburg gesperrt

(ts/ce). Wegen Fahrbahnerneuerungsarbeiten wird die A7 im Bereich des Horster Dreiecks in Richtung Hamburg von Montag, 21. September, 7 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 30. September, 18 Uhr, voll gesperrt. Das teilt das Landesstraßenbauamt mit. Die Umleitung erfolgt innerhalb des Autobahnnetzes: Der Kraftfahrzeugverkehr wird für die Dauer der Bauarbeiten ab dem Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Bremen bzw. auf die Autobahn 39 und anschließend auf...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen