Race Across Germany
Buxtehuder fährt 1.100 Kilometer für krebskranke Kinder

Foto: Immanuel Buchholz
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Wenn Immanuel Buchholz am  Freitag, 3. Juli, um 8.54 Uhr an der Hafenkante in Flensburg zum „Race Across Germany“ auf sein Rennrad steigt, wird er die 1.100 Kilometer bis nach Garmisch nicht allein fahren. In Gedanken ist sein Sohn Gregor immer dabei.

Gregor starb an Krebs. Ein Verlust, der das Leben der Familie für immer verändert hat. Für den Buxtehuder Airbus-Ingenieur wurde das Rennrad in der Zeit der Trauer zu einem wichtigen Begleiter. „In der Trauerphase hat mir das Radfahren sehr geholfen“, sagt  der Mittvierziger.

Aus kurzen Ausfahrten wurden lange Touren. Aus langen Touren entwickelte sich die Leidenschaft für das Ultracycling – eine Disziplin, in der Ausdauer, mentale Stärke und Leidensfähigkeit oft wichtiger sind als reine Geschwindigkeit.

Jetzt verbindet Buchholz seine Leidenschaft erstmals mit einem Herzensprojekt: Beim extremen Langstreckenrennen „Race Across Germany“ sammelt er Spenden für den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg, der unter dem Namen „Knack den Krebs“ bekannt ist.

1.100 Kilometer quer durch Deutschland

Die Herausforderung ist gewaltig. Die Strecke führt von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen – 1.100 Kilometer und rund 8.800 Höhenmeter.
Buchholz startet „non-supported“. Das bedeutet, dass er keinerlei Begleitfahrzeug hat. Alles, was er unterwegs benötigt, führt er selbst mit. Energieriegel, Gels, Regenkleidung, Werkzeug und Ersatzmaterial finden Platz am Fahrrad.

Zeit zum Ausruhen gibt es kaum.

Alle 70 Kilometer plant der Buxtehuder lediglich eine fünfminütige Pause. Insgesamt will er während der gesamten Fahrt maximal zwei Stunden schlafen.

„Lange Pausen sind keine Option. Dann kommt man nicht mehr richtig in den Rhythmus“, sagt er.

Wie extrem die Belastung ist, zeigte bereits eine Testfahrt über 530 Kilometer. Dabei verbrannte Buchholz rund 15.000 Kilokalorien – mehr als das Siebenfache des täglichen Energiebedarfs eines Erwachsenen. Um während des Rennens genügend Energie aufzunehmen, setzt er auf Flüssignahrung.

Der Traum von weniger als 49 Stunden

Um offiziell gewertet zu werden, muss die Strecke innerhalb von 58 Stunden bewältigt werden.

Buchholz hat sich jedoch ein deutlich ambitionierteres Ziel gesetzt: Er möchte nach Möglichkeit unter 49 Stunden bleiben.

Damit würde er sich zugleich für das legendäre „Race Across America“ qualifizieren, eines der härtesten Radrennen der Welt.

„Ob ich tatsächlich nach Amerika fahren würde, ist eine andere Frage“, sagt er. Die aktuellen politischen Entwicklungen halten ihn derzeit davon ab. Reizvolle Ultrastrecken gebe es aber auch in Europa genug. Doch soll nach  Rade Across Germany erst einmal die Familie wieder im Vordergrund stehen. "Der Trainingsaufwand ist schon enorm und meine Familie kommt zu kurz", so Buchholz, der zur Zeit rund 18 Stunden pro Woche im Sattel sitzt.

Die Vorbereitung lief alles andere als perfekt

Zwischenzeitlich hat  Buchholz befürchtet, dass  er die Spendenfahrt verschieben müsse. 
Mehrere Infekte und ein Muskelfaserriss warfen ihn in den vergangenen Monaten immer wieder zurück. Hinzu kommen Probleme mit seinem neuen Rennrad, mit dem er sich noch nicht komplett verwachsen fühlt.

Besonders auf sehr langen Strecken machen sich kleinste Fehlstellungen bemerkbar. Trotz professionellem Bikefitting kämpft der Buxtehuder mit Schmerzen im unteren Rücken und dem sogenannten Hot-Foot-Syndrom – einer schmerzhaften Überhitzung der Füße.

Doch aufgeben kommt für ihn nicht infrage.

So absolvierte er trotzdem eine 540-Kilometer-Tour entlang der Elbe innerhalb von 24 Stunden. Dazu kamen mehrere 200-Kilometer-Ausfahrten, Nachtfahrten zum Test der Beleuchtung und Trainingsrunden mit voller Gepäckausrüstung.

Jeder Kilometer für den guten Zweck

Denn der eigentliche Antrieb sitzt jedoch tiefer als jeder sportliche Ehrgeiz.

Mit seiner Fahrt möchte Buchholz Spenden für Familien sammeln, die wie seine eigene mit der Diagnose Krebs bei einem Kind konfrontiert wurden.

Gespendet werden kann über den persönlichen QR-Code des Fahrers unter dem Stichwort „Team Gregorized“. Die Beträge gehen direkt an den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg „Knack den Krebs“ und können dort eindeutig der Aktion zugeordnet werden.  (Erst vor wenigen Wochen hatte auch das Buxtehuder Modehaus Stackmann mit einem Aktionstag Geld für denselben Verein gesammelt.)

So können Sie helfen

Wer die Spendenaktion von Immanuel Buchholz unterstützen möchte, kann unter dem Stichwort „Team Gregorized“ für den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg „Knack den Krebs“ spenden. Die Spenden gehen direkt an den Verein.

Interessierte können die Fahrt beim Race Across Germany zudem live verfolgen. Buchholz startet mit der Startnummer 126.

https://raceacrossgermany.de/

Mit dem Rennrad von Buxtehude in die Schweiz
Wer ist Immanuel Buchholz und warum startet er beim Race Across Germany?

Immanuel Buchholz ist ein Airbus-Ingenieur aus Buxtehude, der beim Race Across Germany für den guten Zweck an den Start geht. Mit seiner Teilnahme sammelt er Spenden für den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg „Knack den Krebs“ und erinnert dabei an seinen an Krebs verstorbenen Sohn Gregor.

Wie lang ist die Strecke des Race Across Germany?

Das Race Across Germany führt über rund 1.100 Kilometer und etwa 8.800 Höhenmeter von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen. Die Strecke zählt zu den anspruchsvollsten Ultracycling-Rennen Deutschlands.

Was bedeutet es, dass Immanuel Buchholz „non-supported“ fährt?

Als „non-supported“-Teilnehmer verzichtet Immanuel Buchholz auf ein Begleitfahrzeug. Er transportiert Verpflegung, Kleidung, Werkzeug und Ersatzmaterial selbst am Fahrrad und muss die gesamte Strecke eigenständig organisieren und bewältigen.

Welches sportliche Ziel hat Immanuel Buchholz beim Race Across Germany?

Um offiziell gewertet zu werden, muss die Strecke innerhalb von 58 Stunden absolviert werden. Buchholz hat sich jedoch das ambitionierte Ziel gesetzt, möglichst unter 49 Stunden zu bleiben. Damit könnte er sich für das legendäre Race Across America qualifizieren.

Wie bereitete sich Immanuel Buchholz auf das Race Across Germany vor?

Trotz mehrerer Infekte, eines Muskelfaserrisses und Problemen mit seinem neuen Rennrad absolvierte der Buxtehuder umfangreiche Trainingseinheiten. Dazu gehörten eine 540-Kilometer-Tour entlang der Elbe in 24 Stunden, mehrere 200-Kilometer-Ausfahrten sowie Nachtfahrten und Trainingsrunden mit voller Ausrüstung.

Wie können Unterstützer die Spendenaktion „Team Gregorized“ verfolgen und unterstützen?

Spenden können unter dem Stichwort „Team Gregorized“ direkt an den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg „Knack den Krebs“ überwiesen werden. Zudem lässt sich die Fahrt von Immanuel Buchholz beim Race Across Germany live verfolgen. Er startet mit der Startnummer 126.

Foto: Immanuel Buchholz
Das für das Rennen bepackte Rennrad | Foto: I. Buchholz
Der QR-Code zur Spende | Foto: I. Buchholz
Foto: I. Buchholz
Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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