sla. Buxtehude. Nach etlichen Vorfällen, über die das WOCHENBLATT berichtete, hat der Kirchenvorstand der St.-Petri-Kirchengemeinde die Kunstausstellung "Jesus und andere Gestalten" sowie die weitere Zusammenarbeit mit dem Künstler Erwin Hilbert vorzeitig beendet. Der Entschluss wurde durch Pastor Michael Glawion nach dem Druck der Wochenendausgabe bekanntgegeben. Die genauen Hintergründe, die zu dieser Entscheidung führten, werden in der nächsten WOCHENBLATT-Ausgabe am Mittwoch ausführlich erläutert. Der Konflikt hatte sich bereits kurz zuvor zugespitzt.  Dazu hier die Hintergrundinformationen:

Die Ausstellung von Erwin Hilbert in der St.-Petri-Kirche stieß auf reges Interesse. Insbesondere das provokante "Schwein des Anstoßes" (das WOCHENBLATT berichtete), das beim Kirchenvorstand nicht gerade zu den Lieblingswerken zählte, sorgte für regen Besucherstrom. "Ursprünglich hatten wir mit zehn bis zwanzig Leuten pro Tag bei der Ausstellung gerechnet, jetzt strömen pro Stunde so viele Touristen und Kunstfreunde sowie Gruppen mit 50 Personen in die Kirche", sagt Pastor Michael Glawion.
Eigentlich erfreulich für die Kirche, wäre da nicht das Hygienekonzept zur Corona-Pandemie, das für diesen Ansturm nicht ausgelegt ist, so Glawion. Statt einer Person müsse nun eine weitere Aufsicht auf Maskenpflicht, Abstandseinhaltung, Einbahnregelung und weitere Hygienevorschriften achten. Aufgrund von personellen Engpässen durch die momentane Urlaubszeit sei eine Verstärkung aber nur bedingt möglich. Daher wurde die bisherige Öffnungszeit von 10 bis 16 Uhr nun auf 11 bis 15 Uhr reduziert. Sogar eine kurzzeitige Schließung der Kirche sei letztlich nicht ausgeschlossen, so Glawion.
Für den Freigeist Erwin Hilbert war das Einschränkung und Ärgernis zugleich, zumal bereits Flyer und Karten mit der ursprünglichen Öffnungszeit drucken ließ. Zwischen Kirchenvorstand und Künstler gebe es zur Öffnung aber keine Vereinbarung und der Kirchenvorstand sei nun mal der Hausherr, der sich an die geltenden Kirchenregeln halte, so Glawion im Gespräch mit dem WOCHENBLATT.
Der Schlüssel zur Eingangstür der Kirche, den man Hilbert überlassen hatte, wurde ihm inzwischen wieder abgenommen. Für Hilbert "eine verlogene Kiste". In einer Mail an den Kirchenvorstand schrieb er: "Wenn ihr weiter die Zeiten beschneidet, dann kann es durchaus passieren, dass ich die Ausstellung abbreche." Ein vierstündiges Gespräch zwischen Hilbert und dem Kirchenvorstand sollte die Wogen glätten. Sogar eine Zusammenarbeit mit kunstinteressierten Kirchenvorstehern für ein gemeinsames Kunstobjekt habe man ihm angeboten, um die Lage zu entschärfen, so Glawion. Das Resultat: Zwei Stunden später postete Hilbert Beschimpfungen gegen den Kirchenvorstand, kündigte für den vereinbarten Termin an, eigene Werke mitzubringen. Ständig werde die Ausstellung durch den Künstler erweitert und man wisse nicht, was als nächstes passiert, beklagt Glawion. Der Kirchenvorstand sei jetzt dabei, eine Lösung zu finden. Doch auch bei der ehrenamtlichen Kirchenaufsichtsgruppe schwinde mittlerweile aufgrund der Situation die Lust, diese Ausstellung bei der Umsetzung der Hygienevorschriften weiterhin zu unterstützen.

Tierschutz-Demo verschoben
sla. Buxtehude. Das (Kunst)-Schwein von Künstler Erwin Hilbert in der St.-Petri-Kirche zieht weite Kreise. Vergangenen Sonntag war sogar eine Tierschutz-Aktion von zwei Tierschutzaktivisten vor der Kirche geplant, bei der auch Erwin Hilbert dabei sein wollte. Die Aktivisten hatten geplant, sich auf Vollspaltböden zu legen, um auf die Situation von Mastschweinen aufmerksam zu machen. Vollspaltböden werden in über 20.000 Vollmastbetrieben in Deutschland aufgrund der schnellen und kostengünstigen Stallreinigung verwendet. Für Mastschweine ist per Gesetz kein Auslauf vorgesehen. Die Tierschutz-Aktion wurde kurzfristig vom Buxtehuder Ordnungsamt abgelehnt.  Die Tierschutz-Demo wurde abgesagt. Die Demo soll nun am 19. August stattfinden.

Darf ein politisches Kunstschwein in die Kirche?
Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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