++ A K T U E L L ++

Keine Corona-Notbremse im Landkreis Stade

Naturtalent als Komponist: "Mir fallen die Töne ein"

Mehr braucht Heiko Steffens nicht: Sein Uralt-PC und ein Programm zum Notenschreiben. Der Rest ist Intuition
  • Mehr braucht Heiko Steffens nicht: Sein Uralt-PC und ein Programm zum Notenschreiben. Der Rest ist Intuition
  • Foto: tk
  • hochgeladen von Tom Kreib

tk. Buxtehude. Heiko Steffens hat ein Talent, um das ihn viele Musiker beneiden. Obwohl er Autodidakt ist, fällt es ihm leicht, Musikstücke zu arrangieren. Auch für ein ganzes Orchester. Jetzt hat sich der Buxtehuder an ein gewaltiges Werk gemacht: Er arrangiert Stücke aus der "Beggar's Opera" neu. im Sommer wird das Werk, das im 18. Jahrhundert uraufgeführt wurde, in Jork gespielt. "So wie anderen Menschen Worte einfallen, die schließlich zum Text werden, so ist es bei mir mit Tönen", sagt Steffens.

Der 51-Jährige ist, obwohl leidenschaftlicher Musiker, in keinem Künstlerjob zu Hause. Steffens hat nach dem Abi die Verwaltungslaufbahn gewählt und arbeitet heute in der Planfeststellungsbehörde des Hamburger Senats. Einige Jahre hat er Akkordeonunterricht genommen und im Akkordeonorchester "Fliegende Finger" der Brüder Heinrich und Kornelius Reichert mitgespielt. Diese Musiker sind auch bei der "Beggar's Opera" mit dabei.

Schon als Mitglied in Akkordeonorchester hat Heiko Steffens sein Talent entdeckt, Stücke neu zu arrangieren. "Warum nicht Beethoven und Tschaikowsky für diese Instrumente umschreiben", hat er sich damals gesagt.
Die ernsthafte Beschäftigung mit Musik und Musiktheorie ging weiter, als er 2005 eine AG an der Grundschule seiner Kinder übernommen hatte. Heiko Steffens hatte damals Kinder für klassische Musik begeistern wollen und sich tief in die Materie eingearbeitet.

Und schon damals nutzte er die "Beggar's Opera", um mit den Grundschülern etwas eigenes auf die Bühne zu bringen. "Wir sind damit auch im Stadeum aufgetreten", erinnert sich Steffens. Die Wahl fiel auf dieses Werk, weil es relativ einfach kindgerecht umzusetzen sei.
Vom Kinderstück bis hin zur Aufführung mit Profis, sind aber viele Jahre ins Land gegangen. Sängerinnen, die er schon engagiert hatte, mussten aufgrund anderer Engagements absagen. "Verständlich, denn ich habe kein Budget, um viel zu bezahlen." Mit Ina Lubrich und Alexandra Popila hat er nun zwei Profisängerinnen gefunden, die seine Interpretation auf die Bühne bringen. Die beiden singen und spielen insgesamt neun Rollen! Mit der Sängerin Alexandra Popila ist Heiko Steffens auch als "Duo27" unterwegs. Ihre musikalische Mission: In Seniorenheimen mit Gesang und Akkordeon ein etwas anderes Programm bieten.

Die Stücke für die "Beggar's Opera" neu zu erfinden, sei gar nicht so schwierig, meint Steffens. Denn das historische Original sei kein komplett durchkomponiertes Werk. Und so hat Heiko Steffens seinen Uralt-PC Baujahr 2006 angeworfen und mit einem Programm zum Notenschreiben seine Version der "Beggars Opera" komponiert. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft. Auch Roger Daltrey, Sänger und Mitbegründer der Rockband "The Who", hat sich an dem Werk versucht. Eine Buxtehude Oper wird es aus der Feder von Heiko Steffens übrigens nicht geben. "Ich kann gut arrangieren, aber Melodien schrieben fällt mir schwer. Das hört sich nach ein paar Takten immer an wie geklaut."

Ein fester Aufführungstermin ist im Kulturforum am Hafen in Buxtehude am 15. Oktober um 17 Uhr.

• "The Beggar’s Opera" ist ein 1728 in London uraufgeführtes Stück von John Gay (Text) und Johann Christoph Pepusch (Musik). Sie war eine Art der Gesellschaftssatire und setzte sich von den eher bombastischen Opern der damaligen barocken Zeit ab. Berthold Brecht hat die "Beggar's Opera" als Vorlage für seine "Dreigroschenoper" genutzt.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service

13. April: Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
72,71: Inzidenzwert deutlich höher

(sv). Der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Harburg ist am heutigen Dienstag, 13. April, wieder deutlich angestiegen: von 60,6 am Vortag auf aktuell 72,71. Über Ostern war die Inzidenz zurückgegangen, was laut RKI-Präsident Lothar Wieler unter anderem an weniger durchgeführten Tests lag (das WOCHENBLATT berichtete). Wieler betonte, dass sich erst im Laufe dieser Woche zeigen werde, wie sich die Corona-Zahlen nach den Osterferien tatsächlich entwickeln. Die Zahl der aktiven Fälle steigt...

Panorama
Dr. Hans-Dieter Trosse und seine Frau Heidi fühlen sich wohl in ihrer Wohnung im DRK-Zentrum in Hanstedt. Bei ihnen gilt, möglichst viel zu lachen.
2 Bilder

DRK-Zentrum Hanstedt
Heidi und Hans-Dieter Trosse sind froh, schon früh ins Betreute Wohnen gezogen zu sein

sv. Hanstedt. Sie lachen und scherzen gerne, reden genauso viel über das Heute und Morgen wie über das Gestern und sind vor allem eines: optimistisch im Angesicht ihres Alters. Heidi (80) und Hans-Dieter Trosse (86) leben bereits seit drei Jahren mit ihren zwei Zwergschnauzern in einer Wohnung im DRK-Zentrum "Haus am Steinberg" in Hanstedt. Obwohl sie das Glück haben, noch weitgehend fit für ihr Alter zu sein. Ihre Entscheidung für das Betreute Wohnen, bevor es notwendig wird, sehen sie nicht...

Service

Akute Corona-Fälle im Landkreis Stade durchbrechen 400er-Marke
Aktuelle Corona-Fallzahlen pro 10.000 Einwohner: Horneburg und Harsefeld an der Spitze

jd. Stade. Harsefeld ist wieder Corona-Spitzenreiter: Die Samtgemeinde weist bei den aktuellen Corona-Fällen erneut den höchsten Wert im Landkreis Stade auf. In der Geest-Kommune gibt es derzeit 78 Personen, die sich aufgrund eines positiven Corona-Tests in Isolation befinden. Erst danach kommen die beiden Städte: In Buxtehude gibt es 73 aktuelle Fälle und in Stade 60.  Die absoluten Zahlen sind allerdings nicht aussagekräftig, wenn man einen Vergleich zwischen den einzelnen Kommunen ziehen...

Panorama
Manfred Pankop zeigt die ärztliche Bescheinigung, dass er aus 
gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen muss

Neu Wulmstorfer fühlt sich aufgrund seiner Erkrankung diskriminiert
"Wo darf ich noch ohne Maske einkaufen?"

sla. Neu Wulmstorf. Manfred Pankop ist verzweifelt. Im vergangenen Jahr wurde der 65-Jährige wegen Verdachts auf Lungenkrebs an der Lunge operiert. Zum Glück bestätigte sich der Verdacht nicht, da es sich um einen gutartigen Tumor handelte, der ihm entfernt wurde. Dennoch ist der Neu Wulmstorf seitdem gesundheitlich stark beeinträchtigt und ausgesprochen kurzatmig. Insbesondere das Tragen der Corona-Schutzmaske verursache bei ihm regelrechte Atemnot, verbunden mit extremen Hustenanfällen. "Ich...

Panorama

Corona-Ausbrüche in vier Betrieben: Fälle hängen miteinander zusammen
Inzidenzwert im Landkreis Stade liegt drei Tage hintereinander über 100

jd. Stade. Drei Tage hintereinander eine Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 100er-Marke: Der Landkreis Stade gilt jetzt als Hochinzidenzgebiet. Welche Konsequenzen das haben kann, ist allerdings noch offen. Am Sonntag lag der Inzidenzwert erstmals in diesem Jahr über 100. Gemeldet wurden 113,0 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Am Montag war der Wert mit 112,0 Fällen pro 100.000 Einwohner nur unwesentlich niedriger. Für den heutigen Dienstag wird eine Inzidenz von 113,9...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen