So etwas darf nicht passieren
Stadttaubenhilfe Buxtehude nach Fund einer toten Taube entsetzt
- Die Taube war in dem Hohlraum eingeschlossen und ist verendet, neben ihr liegen zwei Eier
- Foto: Susanne Nübel
- hochgeladen von Nicola Dultz
Eine tote Stadttaube hinter einer verschlossenen Deckenverkleidung sorgt bei der Stadttaubenhilfe Buxtehude für Entsetzen. Der Verein hat Anfang August Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Aus Sicht der Tierschützer hätte der Tod des Tieres verhindert werden können.
Für Susanne Nübel von der Stadttaubenhilfe Buxtehude e.V. ist der Fall nur schwer zu ertragen. Nach Darstellung des Vereins wurde Anfang Juli in einem Gebäude in Buxtehude eine Deckenöffnung verschlossen, obwohl dort zuvor Brutaktivität von Stadttauben festgestellt worden war. Hinter der Verkleidung wurde später eine verendete Taube entdeckt.
„Es macht mich fassungslos, dass so etwas passieren konnte“, sagt Nübel. Besonders bitter sei aus Sicht des Vereins, dass es im Vorfeld Absprachen gegeben habe, um genau einen solchen Fall zu verhindern.
Bereits seit Monaten stand die Stadttaubenhilfe wegen geplanter Bauarbeiten mit dem Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Stade sowie den Verantwortlichen vor Ort in Kontakt. Vereinbart worden sei, Öffnungen erst dann zu verschließen, wenn sich dort keine Tiere oder Gelege mehr befinden. Die Stadttaubenhilfe sollte die betreffenden Stellen zuvor kontrollieren.
Wärmebildkamera schlägt an
Dann jedoch erhielt der Verein den Hinweis, dass eine Öffnung geschlossen worden sei, obwohl sie zuvor wegen dort festgestellter Brutaktivität markiert worden war. Susanne Nübel fuhr zu dem Gebäude und kontrollierte den Bereich mit einer Wärmebildkamera. Nachdem sich auf dem Monitor hinter der Verkleidung ein auffälliger Wärmebereich gezeigt hatte und Nübel den Mitarbeiter des Veterinäramtes nicht erreichen konnte, verständigte sie die Polizei.
Die betreffende Stelle wurde geöffnet und der Hohlraum gefilmt. Zunächst hätten die Anwesenden auf den Aufnahmen keine Taube erkannt. Erst bei einer späteren Sichtung des Videos entdeckten die Vereinsmitglieder, dass gleich vornean ein regloses Tier lag. Am nächsten Morgen fotografierte Nübel die verendete Taube, die neben zwei Eiern lag.
"Wenn vorher bekannt ist, dass Tiere in einem Raum brüten, darf die Öffnung nicht geschlossen werden", ist Susanne Nübel entsetzt. "Verhungern und Verdursten ist ein qualvoller Tod - auch für eine Taube." Für den Verein ist es besonders erschütternd, dass zuvor viel Zeit und Mühe investiert worden sei, um gemeinsam eine tierschutzgerechte Lösung zu finden.
Strafanzeige gegen Unbekannt
Daher erstattete die Stadttaubenhilfe Buxtehude Strafanzeige und Strafantrag gegen Unbekannt. Der Verein sieht den Verdacht eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und hat seine Unterlagen der Staatsanwaltschaft Stade übermittelt.
Der Landkreis Stade bestätigt, dass der Fall dem Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz bekannt ist. Ein Mitarbeiter sei mehrfach vor Ort gewesen und habe mit Beteiligten gesprochen. Den Verantwortlichen für die Bauarbeiten sei mitgeteilt worden, dass Arbeiten erst erfolgen dürften, wenn die Nester nicht mehr bewohnt seien.
„Wir wollen nicht, dass so etwas noch einmal passiert“, sagt Nübel und hofft, dass bei künftigen Bauarbeiten noch genauer hingeschaut wird, wenn Tiere betroffen sein könnten.
Bei Bauvorhaben berät beim Landkreis mit Blick auf Wildtiere das Amt Naturschutz, mit Blick auf Haustiere das Amt Veterinärwesen und Verbraucherschutz. In Buxtehude steht darüber hinaus die Stadttaubenhilfe mit Rat und Tag zur Verfügung: stadttauben.buxtehude@gmx.de.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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