Neue Sitzinseln für Buxtehude
Studierende verwandeln die Bahnhofstraße

Die neue Sitzinsel gegenüber dem Stadthaus mit Büchertausch-Schrank. Platz genommen haben (v. li.) Hartmut Greiff, Bernd Hnke (beide Buxtehude im Wandel), Prof. Karsten Ley und Studentin Nina Garbers (beide hs21) sowie Andrea Gülstorf und Dr. Barbara Ruser (Buxtehude im Wandel)
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  • Die neue Sitzinsel gegenüber dem Stadthaus mit Büchertausch-Schrank. Platz genommen haben (v. li.) Hartmut Greiff, Bernd Hnke (beide Buxtehude im Wandel), Prof. Karsten Ley und Studentin Nina Garbers (beide hs21) sowie Andrea Gülstorf und Dr. Barbara Ruser (Buxtehude im Wandel)
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Hinsetzen, Pause machen, miteinander ins Gespräch kommen: Drei neue begrünte Sitzinseln laden seit dem Wochenende zum Verweilen in der Buxtehuder Bahnhofstraße ein. Entworfen und gebaut wurden sie von Studierenden der hochschule 21 unter Leitung von Prof. Karsten Ley. Hinter den ungewöhnlichen Stadtmöbeln stecken 34 Entwürfe,  ebenso viele engagierte Studierende, etwa 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden und jede Menge Gemeinschaftsgeist.

 Sie bieten einen Platz für die Mittagspause, eine Verschnaufpause beim Einkaufsbummel oder ein spontanes Gespräch mitten in der Stadt: Im Rahmen des Verkehrsversuchs Bahnhofstraße in Buxtehude sind drei neue Sitzinseln entstanden. Was jetzt im öffentlichen Raum steht, ist das Ergebnis eines besonderen Gemeinschaftsprojekts von Studierenden der hochschule 21, Buxtehude im Wandel,  Hansestadt Buxtehude und regionalen Unterstützern.

Unter Leitung von Prof. Karsten Ley entwickelten Studierende der hs21 zunächst insgesamt 34 Entwürfe. „Alle toll“, zeigt sich Ley von der Kreativität der jungen Planer begeistert.

Nach Kriterien wie Umsetzbarkeit, Sicherheit und Gestaltung fiel die Wahl schließlich auf die Entwürfe von Elina Quitzau, Jan Niklas Gerdau und Karla Pawlikowski. Anschließend formierten sich die Studierenden zu Gruppen und entwickelten die ausgewählten Ideen gemeinsam weiter.

Rund 30 Studierende bauen Sitzinseln selbst

Am vergangenen Wochenende, 29. und 30. August, wurde aus den Planungen schließlich Wirklichkeit. Rund 30 Studierende packten in der Werkstatt der hochschule 21 gemeinsam an und bauten die Sitzgruppen unter anderem aus gebrauchten Paletten zusammen.

Insgesamt stecken rund 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden in dem Projekt. Hinzu kommt das Material, das von regionalen Unternehmen gespendet wurde. Für die Verpflegung der fleißigen Helfer sorgten Mitglieder der Initiative Buxtehude im Wandel, die das Projekt angestoßen hatte.

Nach dem gemeinsamen Bau ging es für die Sitzinseln direkt in die Bahnhofstraße. Eine befindet sich auf Höhe des Restaurants Fidelio auf der linken Straßenseite in Richtung Altstadt mit einem integrierten Arbeitsplatz als Besonderheit. Eine weitere wurde gegenüber auf Höhe von Woolworth platziert. Die dritte - mit einem integrierten Büchertausch-Schrank - steht wieder auf der linken Straßenseite gegenüber dem Stadthaus.

„Richtig klasse“: Stadt lobt Engagement

Von so viel Einsatz zeigt sich auch Jan Meyer von der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung der Hansestadt Buxtehude beeindruckt.

„Richtig klasse“, lautet sein Urteil. Dass Buxtehude so engagierte Studenten und so engagierte Bürgerinnen und Bürger habe, mache ihn stolz.

Von 34 Ideen zum echten Stadtraumexperiment

Prof. Karsten Ley ordnet das Projekt in den Ansatz des sogenannten „Tactical Urbanism“ ein. Dieser bezeichnet seit etwa 2010 eine Form der Stadtentwicklung, bei der Veränderungen im öffentlichen Raum zunächst mit einfachen, temporären und schnell umsetzbaren Maßnahmen erprobt werden.

„Die studentischen Entwürfe für die Bahnhofstraße machen aus Ideen konkrete Stadtraumexperimente und zeigen, wie solche Versuche Impulse für die mittelfristige Entwicklung Buxtehudes geben können“, erläutert Ley.

Die Bahnhofstraße wird damit ein Stück weit zum Reallabor: Menschen können die neuen Angebote ausprobieren und Erfahrungen damit sammeln. So lässt sich unmittelbar erleben, wie zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten den Charakter einer Straße verändern können.

Sitzinseln sollen Menschen zusammenbringen

Die Idee geht auf den Verein Buxtehude im Wandel e.V. zurück. Nachdem der Verein im vergangenen Jahr sein Buch „Zukunfts(t)räume 2035“ vorgestellt hatte, wird mit den Sitzinseln nun ein erstes Projekt daraus praktisch umgesetzt.

Das Ziel: attraktive und frei zugängliche Orte schaffen, an denen Menschen aller Generationen verweilen und einander begegnen können.

„Wir wünschen uns, dass viele Menschen die begrünten Inseln für sich als schönen Platz entdecken und sie vielseitig nutzen“, sagt Dr. Barbara Ruser von Buxtehude im Wandel. Für die Betreuung der Pflanzen, unter anderem für das Gießen, sucht die Initiative noch Patinnen und Paten.

Begrünung, Sonnenschutz und Platz für Begegnungen

Neben Sitzgelegenheiten und Ablagemöglichkeiten gehören Sonnensegel zur Beschattung und naturnahe Bepflanzungen zum Konzept. Damit verbindet das Projekt gleich mehrere Themen: soziale Begegnung, Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Biodiversität.

Schilder an den Sitzinseln informieren Passanten über das Projekt. Über QR-Codes gelangen Interessierte zudem zur Internetseite von Buxtehude im Wandel und können dort mehr über die Hintergründe erfahren.

„Unser herzlicher Dank gilt den vielen Unterstützern aus Wirtschaft, Verwaltung und Bildung, ohne die wir die Sitz-Inseln nicht hätten realisieren können“, sagt Hartmut Greiff von Buxtehude im Wandel.

Weitere Sitzinseln sollen folgen

Die drei Sitzgruppen, die es zunächst nicht in die Bahnhofstraße geschafft haben, sollen ebenfalls eine Verwendung finden – möglicherweise auf dem Gelände der hochschule 21, sagt Prof. Karsten Ley.

Wer von den Sitzinseln begeistert ist, eine Idee für eine Aktion oder Veranstaltung an einem der neuen Treffpunkte hat oder auch eine Patenschaft für die Pflanzen übernehmen möchte, kann sich bei Buxtehude im Wandel unter kontakt@buxtehude-im-wandel.de melden.

Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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